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Wahlkampf : Wirbel um Geis´ Gerede von "durchrasster Gesellschaft"

  • Aktualisiert am

Geis: Warum lasst ihr nicht Deutschland den Deutschen? Bild: dpa

Der CSU-Politiker Norbert Geis hat mit seinen Äußerungen zur „durchrassten Gesellschaft“ politischen Wirbel ausgelöst.

          Der Ausspruch „durchrasste Gesellschaft“ von Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) aus dem Jahr 1988 sorgt im Bundestagswahlkampf für Wirbel. Der CSU-Politiker Norbert Geis wies am Mittwoch Berichte zurück, er habe diesen Begriff verteidigt.

          In der Sendung „Vorsicht! Friedmann“ im Hessischen Fernsehen hatte Moderator Michael Friedmann am Dienstagabend Geis nach seiner Bewertung von Stoibers Ausspruch „durchrasste Gesellschaft“ gefragt. Daraufhin antwortete der nach Angaben des Senders, es gehe darum, dass Deutschland auch den Deutschen gehören solle, „so wie den Franzosen Frankreich und den Italienern Italien.

          Geis distanziert sich nicht

          Warum lasst ihr nicht Deutschland den Deutschen?“, hatte Geis gefragt. Von diesen Äußerungen wollte sich Geis jedoch nicht distanzieren. Er habe lediglich Stoiber verteidigen wollen und versucht, dessen Worte einzuordnen, sagte der Abgeordnete.

          „Aus dem demokratischen Spektrum verabschiedet“

          Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, sagte am Mittwoch, Geis habe sich „aus dem demokratischen Spektrum verabschiedet“. Der Zentralrat erwarte, dass die Unionsfraktion „entsprechende Konsequenzen zieht“.

          Heftige Reaktionen

          Die CDU distanzierte sich vorsichtig, SPD, Grüne und PDS reagierten empört. CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer sagte in Berlin, der Begriff der „durchrassten Gesellschaft“ sei nicht sein Sprachgebrauch. Der Grünen-Rechtsexperte Volker Beck forderte die Union auf, „sich von den rassistischen Ausfällen von Norbert Geis zu distanzieren“. Während Stoiber Kreide fresse, zeige die zweite Reihe der Union dem rechten Wählerspektrum, „dass der Weg in die Mitte nicht ernst gemeint ist“.

          Der SPD-Parlamentarier Dieter Wiefelspütz sagte: „Herr Geis hätte besser geschwiegen.“ PDS-Vize Petra Pau sprach von einem „Aufstand der Unanständigen“. Sie betonte: „Geis zündelt.“

          Stoiber hatte 1988 als CSU-Generalsekretär gesagt, der SPD-Politiker Oskar Lafontaine wolle „eine multinationale Gesellschaft auf deutschem Boden, durchmischt und durchrasst“. Den Ausdruck durchrasst hatte Stoiber hinterher öffentlich bedauert.

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