Home
http://www.faz.net/-gpf-7ftnv
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Wahlkampf-Finanzierung CDU bekommt am meisten Großspenden

Wahlkampf kostet Geld, und da helfen Großspender. Die CDU bekam in diesem Jahr fast so viel wie alle anderen zusammen, Grüne und Linkspartei gingen leer aus. Die Namen der Spender werden veröffentlicht.

© dpa Vergrößern Politik kostet Geld: Der Deutsche Bundestag

Keine Partei erhält im beginnenden Wahlkampf so viele Großspenden wie die CDU. Die Partei von Kanzlerin Angela Merkel erhielt allein im Juli 400.000 Euro. Im gesamten ersten Halbjahr waren es 600.000 Euro - fast so viel, wie alle anderen Parteien einschließlich der CDU-Schwesterpartei CSU zusammen bekamen. Das geht aus eine Auflistung des Bundestags im Internet hervor.

Die Parteien müssen nach dem Parteiengesetz alle Spenden ab 50.000 Euro unverzüglich dem Bundestag melden, der diese dann zu veröffentlichen hat. Spenden zwischen 10.000 und 50.000 Euro müssen die Parteien erst in ihren Rechenschaftsberichten aufführen.

Keine Großspenden für Grüne und Linkspartei

Letzter Großspender der CDU war Ende Juli der Verband der Chemischen Industrie mit 100.000 Euro. Ansonsten erhielten die Christdemokraten im vergangenen Monat Großspenden von drei Privatleuten und davor von der Berenberg Bank und der Daimler AG.

Die CSU, die neben dem Bundestags- vor allem den bayerischen Landtagswahlkampf bestreiten muss, erhielt lediglich im März eine Spende über knapp 144.000 Euro von der Firma BMW.

Die zweithöchsten Großspenden empfing im ersten Halbjahr die SPD. Sie bekam gut 287.000 Euro von Daimler, BMW und einer Privatspenderin. Die FDP erhielt insgesamt gut 129.000 Euro vom Verband der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie und BMW. Für die Grünen und die Linken führt das Bundestagsverzeichnis im Jahr 2013 keine Großspenden auf.

110.000 Euro für die Marxistisch-Leninistische Partei

Dagegen bekam die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) wieder eine Großspende. Im Juli schenkte ein Lübecker Privatmann der radikal linken Partei 110.000 Euro. Die Partei hatte bereits in der Vergangenheit wegen ihres üppigen Spendenaufkommens für Schlagzeilen gesorgt.

Während die Daimler AG CDU und SPD im April jeweils mit einer Spende in gleicher Höhe - nämlich 100.000 Euro bedachte -, vergab BMW seine Großspenden im Februar und März klar gestaffelt: knapp 70.000 Euro für die FDP, gut 107.000 für die SPD und knapp 144.000 für die CSU.

Über die finanziellen Möglichkeiten im Wahlkampf sagt der Großspendeneingang allerdings wenig aus: Das meiste Geld gibt die SPD mit 23 Millionen Euro aus. Die CDU folgt erst auf Platz zwei mit nach eigenen Angaben 20 Millionen Euro. Die Grünen wenden 5,5 Millionen auf, die Linke 4,5 Millionen und die finanziell insgesamt eher klamme FDP 4 Millionen Euro.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Tim Cook Apple-Chef will sein Vermögen spenden

Es geht um 785 Millionen Dollar: Apple-Chef Tim Cook will sein gesamtes Vermögen für wohltätige Zwecke zur Verfügung stellen. Vorher muss er allerdings noch etwas erledigen. Mehr

27.03.2015, 08:04 Uhr | Wirtschaft
Bundestags-Beschluss SPD feiert Frauenquote

Ungeachtet der Kritik aus der Wirtschaft hat der Bundestag eine gesetzliche Frauenquote für die Führungsetagen großer Unternehmen beschlossen. Für das Gesetz stimmten die Fraktionen von Union und SPD, Grüne und Linke enthielten sich. Ihnen gehen die Regelungen nicht weit genug. Mehr

06.03.2015, 17:14 Uhr | Politik
Bundestag billigt Maut Opposition: Jetzt wird Dobrindt zum Watschenmann

Der Bundestag hat mit den Stimmen der großen Koalition der PKW-Maut auf Autobahnen und Bundesstraßen zugestimmt. Verkehrsminister Dobrindt verteidigt den Systemwechsel, um den Straßenbau zu finanzieren. Für die Opposition verstößt das Vorhaben gegen EU-Recht. Mehr

27.03.2015, 13:58 Uhr | Politik
Eigenheim in Israel Wenn Wohnen Luxus wird

Die galoppierende Mieten und Immobilienpreise gehören zu den wichtigsten Themen, die die Menschen in Israel derzeit umtreiben. Die Preise sind explodiert, günstiger Wohnraum ist gerade für junge Familien kaum noch zu bekommen. Im Wahlkampf haben deshalb alle Parteien das Problem aufgegriffen. Mehr

15.03.2015, 10:14 Uhr | Gesellschaft
Managergehälter 27 Millionen Euro für den Chef von Pro Sieben Sat 1

Mehr Geld für Manager: Die Bezüge der Dax-Chefs steigen um durchschnittlich 9 Prozent. Doch die Statistik ist verzerrt. Mehr Von Julia Löhr

19.03.2015, 07:38 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 10.08.2013, 11:21 Uhr

Seehofer wird zum berechenbaren Risiko

Von Albert Schäffer

Horst Seehofer will nicht von der Macht lassen. Seiner Partei und dem Land nutzt der bayerische Ministerpräsident damit nicht. Die CSU könnte dafür 2018 die Endrechnung erhalten. Mehr 4 6

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden