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Allensbach-Umfrage Vorsprung für Schwarz-Gelb schrumpft

Einzig die Linkspartei gewinnt in der jüngsten Allensbach-Umfrage für die F.A.Z. an Zustimmung. Schwarz-Gelb liegt mit 48 Prozent nur noch hauchdünn vor Rot-Rot-Grün. Hessens Ministerpräsident Koch verteidigt gleichwohl den zurückhaltenden Wahlkampf von Bundeskanzlerin Merkel.

© F.A.Z. Vergrößern

Als einzige der Bundestagsparteien hat die Linkspartei in der jüngsten Zeit eine Zunahme der Zustimmung auf jetzt 11,5 Prozent (Vorwoche 9,5) zu verzeichnen. In der Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach verlieren alle sonstigen Parteien leicht, am stärksten die FDP auf jetzt 13,0 Punkte (Vorwoche 14,0); die Union, die SPD und die Grünen verlieren jeweils einen halben Punkt. Die CDU/CSU steht jetzt bei 35,0, die SPD bei 22,5 und die Grünen bei 13,0 Prozent.

Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende und hessische Ministerpräsident Koch hat gleichwohl den zurückhaltenden Wahlkampf von Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigt. „Die Rote-Socken-Kampagne in den neunziger Jahren war eine der erfolgreichsten der CDU. Aber die Parteivorsitzende hat absolut recht: Jede Kampagne hat ihre Zeit“, sagte er am Dienstag bei einem Besuch der Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Koch: „Wir sollten uns mit der SPD beschäftigen“

Heute würden nur die Wähler der Linkspartei noch stärker mobilisiert werden, wenn die CDU diese Partei schärfer anginge. „Wir sollten uns mit der SPD beschäftigen und mit der Frage, wie diese mittelfristig mit der Linkspartei verfahren wird.“ Dies sei auch die Absicht der Wortmeldung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff im CDU-Präsidium in der vergangenen Woche gewesen.

SPD-Wahlkampf in Mainz © ddp Vergrößern Leidenschaftlicher Wahlkampf? SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier in Mainz neben dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck

Damals wurde berichtet, in dem Führungsgremium habe es eine Auseinandersetzung zwischen Wulff und Generalsekretär Pofalla über den Wahlkampf gegeben, weil Wulff eine aggressivere Kampagne gefordert habe. Koch sagte am Dienstag, es sei doch klar, dass die Partei dieses Mal einen anderen Wahlkampf führe als 2005. „Wir stellen die Bundeskanzlerin.“ Da sei es richtig, „das umsichtige Krisenmanagement ebenso in den Mittelpunkt zu stellen wie die Gefahr eines rot-rot-grünen Bündnisses.“

Wähler empfinden kaum Spannung

Laut der Allensbach-Analyse empfindet die Mehrheit der Bürger den Wahlkampf als ausgesprochen ruhig, nur 14 Prozent nehmen ihn als harte Auseinandersetzung wahr. 49 Prozent der Bevölkerung empfinden den Wahlkampf als langweilig und inhaltsleer. Im Vorfeld der Bundestagswahl 2002, als dieser Vorwurf ebenfalls im Raum stand, hielten ihn nur 37 Prozent für berechtigt, 38 für unberechtigt.

Auch aus der Perspektive eines möglichen Regierungswechsels erwächst diesmal kaum Spannung. Zwei Drittel der Bevölkerung erwarten, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt; knapp die Hälfte sieht sie in der kommenden Legislaturperiode an der Spitze einer schwarz-gelben Koalition, 16 Prozent als Kanzlerin einer weiteren großen Koalition. Entsprechend erwartet die große Mehrheit, dass es höchstens einen Wechsel des Koalitionspartners gibt. Diese Perspektive erzeugt nur bei einer Wählergruppe Spannung und mobilisiert dort in ganz ungewöhnlichem Maße, nämlich bei den Anhängern der FDP.

Die Anhänger der Linken sind zurzeit auch die am stärksten politisierte Gruppe. 44 Prozent der Bevölkerung, 57 Prozent der Anhänger der Linken haben sich in letzter Zeit häufig über politische Themen unterhalten. Damit koppeln sie sich von dem allgemeinen Trend der Entpolitisierung ab. Zwar deklariert sich gut die Hälfte der Bevölkerung unverändert als politisch interessiert. Politische Themen spielen jedoch in ihrer Alltagskommunikation eine deutlich geringere Rolle als früher. Vor der letzten Bundestagswahl war die Wahl für 70 Prozent der Bevölkerung Gesprächsthema, für zwei Drittel auch die Spitzenkandidaten. (Siehe auch: Allensbach-Analyse: Wahlkampf ohne Leidenschaft)

Quelle: FAZ.NET

 
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Veröffentlicht: 09.09.2009, 11:55 Uhr