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Reaktionen aus Berlin : Martin Schulz ärgert sich „höllisch“

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Schulz zeigte siech nach der Niederlage in Kiel kämpferisch Bild: AP

Die Bundes-CDU kann ihr Glück nach der Wahl in Schleswig-Holstein kaum fassen, die SPD ist bitter enttäuscht. Führende Unions-Politiker freuen sich schon auf den möglichen nächsten Machtwechsel in einer Woche in Düsseldorf.

          Die Bundes-CDU sieht in dem Wahlergebnis von Schleswig-Holstein einen klaren Auftrag für die Regierungsbildung in Kiel und Rückenwind für einen Machtwechsel auch in Nordrhein-Westfalen. CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn sagte am Sonntagabend in Berlin: „Dass es so klar würde, hat keiner geahnt und freut uns sehr.“ Der Kieler CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther habe „mit einem klaren Kurs und klaren Botschaften gewonnen“.

          Zum schwachen Abschneiden der SPD und deren Kanzlerkandidat Martin Schulz sagte Spahn: „Da ist viel, viel heiße Luft und wenig dahinter“. Mit Blick auf die Wahl in Nordrhein-Westfalen in einer Woche zeigte sich Spahn zuversichtlich. Auch dort werde die SPD abgewählt, sagte er.

          Schulz erwähnt Albig mit keinem Wort

          SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zeigte sich nach der Niederlage seiner Partei bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein kämpferisch. „Ich ärgere mich höllisch. Man verliert schon mal Etappen“, sagte der SPD-Vorsitzende am Sonntagabend in der Parteizentrale in Berlin. Mit Blick auf die Bundestagswahl im September fügte er hinzu: „Aber es kommt am Ende auf den langen Atem für den Gesamtsieg an. Und deshalb: Die SPD steckt solche Abende weg.“ Er rief seine Partei auf, sich nun auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am kommenden Sonntag zu konzentrieren. „Da haben wir ab morgen die Arbeit vor uns.“ Es gehe darum, „den Zusammenhalt in diesem Land“ zu bewahren. Dafür stehe die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Den schleswig-holsteinischen Regierungschef Torsten Albig erwähnte Schulz mit keinem Wort. „Ich bin enttäuscht“, sagte Schulz. „Das ist etwas, das unter die Haut geht. Wir hatten alle mit einem besseren Ergebnis gerechnet.“

          Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner sieht hingegen wie ihr Parteifreund Spahn die Strahlkraft des SPD-Kanzlerkandidaten deutlich schwinden: „Spannend wird nun sein, wie Herr Schulz und die SPD dieses Ergebnis im Lichte des ´Schulz-Effekts` interpretieren. Natürlich ist das zunächst einmal ein schleswig-holsteinisches Ergebnis, aber es zeigt auch, dass sich die Wählerinnen und Wähler nicht von Politiksuggestion aus der SPD-Parteizentrale in Berlin blenden lassen."

          Analyse zur Wahl in Schleswig-Holstein : „Günther hat einen fulminanten Wahlkampf hingelegt“

          Auch nach Ansicht des hessischen Ministerpräsidenten und stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Volker Bouffier steht die SPD vor einem weiteren Verlust einer von ihr geführten Landesregierung: „Das Ergebnis gibt uns weiteren Auftrieb für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen und die Bundestagswahl im September. Der Schulz-Zug ist ohne Power. Die SPD und ihr Kandidat Schulz sind weiter in Erklärungsnot, wie sie es mit der Linkspartei halten. Die klare Haltung der CDU zahlt sich aus: Wir machen keine gemeinsame Sache mit Links- und Rechts-Populisten.“

          Für CDU-Generalsekretär Peter Tauber ist der Wahlsieg seiner Partei in Schleswig-Holstein eine Mahnung an die Christdemokraten zur Geschlossenheit. Das gute Ergebnis der CDU von Spitzenkandidat Daniel Günther bestätige, dass die Union vor allem immer dann erfolgreich sei, „wenn man geschlossen kämpft“ und „die Kräfte richtig konzentriert“, sagte Tauber am Sonntagabend in Berlin.

          Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer (CDU) sagte: „Wenn man ein gutes Wahlergebnis hat, gibt das Motivation und Anreize, weiterhin zu kämpfen und sich einzusetzen.“ Der nordrhein-westfälische CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet sei auf Augenhöhe mit SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. „Jetzt geht es darum, in der letzten Woche genau wie bei Daniel Günther nochmal alles zu geben.“

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