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Veröffentlicht: 14.05.2017, 20:22 Uhr

NRW-Wahl Gemischte Gefühle bei der AfD

Nach mageren Ergebnissen im Saarland und in Schleswig-Holstein war die NRW-AfD nervös. Jetzt ist die Erleichterung groß, vor allem bei den Gegnern von Frauke Petry und Marcus Pretzell.

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© dpa Gut gemacht, mein Mann: Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry gratuliert dem Landesvorsitzenden Marcus Pretzell zum Einzug in den Düsseldorfer Landtag.

In der AfD herrscht am Wahlabend große Erleichterung. „Wir wünschen uns für die Bundestagswahl noch mehr. Aber wir sind sehr zufrieden mit diesem Ergebnis“, sagt die Bundesvorsitzende Frauke Petry. Solche Gefühle haben auch den Grund, dass die Funktionäre zuvor genug Grund zur Sorge hatten. Die mageren Resultate im Saarland und in Schleswig-Holstein hatten eine gewisse Nervosität verursacht – und wurden deshalb als Anomalien abgetan. Der Ko-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen hatte für beide Bundesländer den Begriff des „Lokalkolorits“ verwendet, das für den Ausgang der Wahl entscheidend gewesen sei. Über Nordrhein-Westfalen aber hatte selbst Meuthen gesagt, diese Wahl zähle – auch als Gradmesser für die Bundestagswahl.

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In Parteikreisen wird das Ergebnis als solide beurteilt. Bei der Deutung spielt für die Funktionäre auch der innerparteiliche Kampf eine Rolle. Die Gegner von Petry und ihrem Ehemann, dem nordrhein-westfälischen Landesvorsitzenden Marcus Pretzell, hatten sich ein solides, aber kein zu gutes Ergebnis gewünscht. Eine zweistellige Prozentzahl etwa hätte Pretzell und Petry die Möglichkeit offeriert, in Zukunft mit noch größerem Selbstbewusstsein aufzutreten. Das tatsächliche Ergebnis hingegen gilt unter Petrys Gegnern nicht als Vorentscheidung der Machtfrage.

Wahl in Nordrhein-Westfalen

Ergebnisse im Detail

Petry interpretiert es allerdings als Bestätigung für sich. „In Nordrhein-Westfalen haben wir viel Zustimmung für einen realpolitischen Kurs erfahren und werden den auch fortsetzen“, sagt sie in Anspielung auf den großen Strategiestreit ihrer Partei. Auf einem Bundesparteitag in Köln war Petry kürzlich mit einem Antrag zu einem gemäßigten, realpolitischen Kurs gescheitert. Der AfD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl Alexander Gauland widerspricht Petry prompt. Er wisse nicht, von welchem Kurs Petry spreche, sagt er der F.A.Z. – und bezeichnet den „realpolitischen Kurs“ als „merkwürdiges Konstrukt“.

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Hinter vorgehaltener Hand wird in der Partei noch von anderen Erwägungen erzählt – etwa davon, dass zu hohe Siege auch Schaden anrichten können. Mancher ist froh, wenn die Partei nicht mit einem zweistelligen Ergebnis in den Bundestag einzieht. Dann nämlich würden auch solche Kandidaten in einer Bundestagsfraktion vertreten sein, denen ihre Landesverbände keinen vorderer Listenplatz zugetraut haben. Skandale, Querelen und Peinlichkeiten könnten die Folge sein.

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