http://www.faz.net/-gpf-75iq7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 04.01.2013, 18:14 Uhr

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück rechtfertigt Aussage zu Kanzlergehalt

Nach seinen Äußerungen über das Gehalt des Bundeskanzlers sieht sich Peer Steinbrück zu Unrecht in der Kritik. Der SPD-Kanzlerkandidat verteidigt seine umstrittene Äußerung. Politiker müssten aussprechen, was sie denken.

© dpa Peer Steinbrück (links) mit dem niedersächsischen SPD-Spitzenkandidaten Stephan Weil

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sieht sich nach seinen Äußerungen über das Gehalt des Bundeskanzlers in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu Unrecht in der Kritik. Bei seinem ersten Wahlkampfauftritt nach der Weihnachtspause verteidigte er seine umstrittene Äußerung, ohne im Detail darauf einzugehen. „Ich glaube, dass Politiker das aussprechen müssen, was sie denken“, sagte Steinbrück am Freitag über seine Äußerung in einem Interview zum Jahreswechsel.

„Die Menschen haben einen Anspruch darauf, dass Politiker nicht nach opportunen Gesichtspunkten sich äußern, sondern dass sie sagen, was sie denken. Ansonsten habe ich zu diesem Thema alles gesagt.“ Er sah sich bei einem Firmenbesuch in Emden mehrfach Journalisten-Fragen zu dem Thema ausgesetzt.

Mehr zum Thema

In der ostfriesischen Stadt wollte Steinbrück am Abend mit dem SPD-Spitzenkandidaten Stephan Weil die heiße Phase im Wahlkampf zur Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar einläuten. „Ich fühle mich von Peer Steinbrück unterstützt in meinem Wahlkampf“, sagte Weil auf Fragen, ob ein in der Kritik stehender Kanzlerkandidat eine Hilfe im Wahlkampf sei.

„Ich freue mich, dass er da ist.“ In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage zur Wahl habe die SPD nochmal dazugewonnen. „Danach perlt diese Debatte, die im Bund geführt wird, an uns Niedersachsen erkennbar vorbei“, sagte Weil. „Finde ich gut.“

Steinbrück hatte seinen Start als Kanzlerkandidat im Herbst mit einer Debatte über sein Millionenhonorar für Vorträge verstolpert. Über den Jahreswechsel bezeichnete er nun das Gehalt der Kanzlerin von etwa 220.000 Euro im Jahr als zu niedrig. Die meisten Sparkassendirektoren verdienten mehr. Auch aus der SPD war Steinbrück für die Äußerung kritisiert worden.

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Rekordverlust VW kürzt Vorstandsboni um 30 Prozent - aber nicht endgültig

Volkswagen kappt wegen des Abgasskandals die Vorstandsboni um 30 Prozent. Allerdings nicht endgültig: Steigt der Aktienkurs in den kommenden drei Jahren hoch genug, soll das Geld nachträglich ausbezahlt werden. Mehr

22.04.2016, 16:03 Uhr | Wirtschaft
Video Panamas Präsident äußert sich zu Panama Papers

Die Enthüllungen über Briefkastenfirmen in Panama werden weltweit zu einem Fall für die Justizbehörden. Nach Australien, Frankreich, Spanien und den Niederlanden leitete auch das mittelamerikanische Land selbst Ermittlungen ein. Präsident Juan Carlos Varela betonte die Bereitschaft zur Zusammenarbeit seines Landes mit Regierungen und Ermittlern aus aller Welt. Mehr

05.04.2016, 14:38 Uhr | Wirtschaft
Bundestagswahl 2017 SPD eröffnet den Wahlkampf mit Rente

Die SPD hat die Rente als zentrales Thema für den Bundestagswahlkampf 2017 entdeckt. Das bestätigte Parteichef Gabriel der F.A.S. Parteivize Stegner fordert, die Mütterrente künftig aus Steuermitteln zu bezahlen. Mehr

23.04.2016, 17:10 Uhr | Politik
Berlin Verfahren gegen Grünen-Abgeordneten Beck eingestellt

Am Mittwoch äußerte sich der Grünen-Politiker Volker Beck in Berlin zur Einstellung der Ermittlungen gegen ihn durch die Berliner Staatsanwaltschaft. Die Berliner Polizei hatte im März 0,6 Gramm einer, wie sie sagte betäubungsmittelverdächtigen Substanz gefunden. Beck war daraufhin von seinen Ämtern in der Fraktion zurückgetreten. Mehr

13.04.2016, 22:33 Uhr | Politik
Baden-Württemberg Grün-schwarzer Schulkonsens stößt auf Kritik

Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg steigt die Unzufriedenheit an der CDU-Basis. Der Grund: Ein bereits ausgehandelter Schulkonsens zwischen Grünen und CDU stößt auf immer mehr Kritik. Mehr Von Rüdiger Soldt, Stuttgart

19.04.2016, 05:16 Uhr | Politik
Vorwahlen in Amerika

Die AfD ist zurück im 19. Jahrhundert

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Viele haben ein Problem mit der EU, wollen weniger Integration: Die AfD ist mit ihrem Willen auszutreten trotzdem in der Minderheit. Wie geschichtsvergessen kann man sein? Mehr 198 106

Abonnieren Sie den Newsletter „Politik-Analysen“