http://www.faz.net/-gpf-8y92f

Wahlkampf in Taormina : May zeigt sich dünnhäutig nach Corbyn-Äußerung

  • Aktualisiert am

Theresa May wirft ihrem Widersacher Jeremy Corbyn vor, nicht an der Sicherheit Großbritanniens zu arbeiten. Bild: dpa

Eigentlich lässt eine Premierministerin den Wahlkampf bei einem G-7-Gipfel außen vor. Doch Kritik des aufholenden Labour-Chefs an der Terrorbekämpfung veranlasst Theresa May zu einer deutlichen Reaktion.

          Nach dem Terroranschlag von Manchester mit 22 Toten während eines Pop-Konzerts am Montagabend hatten die beiden großen Parteien ihren Wahlkampf aus Respekt vor den Opfern unterbrochen. Nun ist er umso heftiger wieder angelaufen.

          Am 8. Juni wählt Großbritannien ein neues Parlament. Ursprünglich hatte Premierministerin Theresa May vor, sich mit dem vorgezogenen Termin ein stärkeres Mandat für die Brexit-Verhandlungen zu verschaffen. Der Terroranschlag von Manchester aber rückt nun das Thema Sicherheit in den Fokus des Wahlkampfes und führt zu heftigen gegenseitigen Attacken zwischen Regierung und Opposition.

          Labour-Chef Jeremy Corbyn hatte zuletzt gesagt, Großbritannien sei für den Terror im eigenen Land mitverantwortlich. Das wies die Premierministerin nun am Rande des G-7-Gipfels in Taormina ungewöhnlich deutlich zurück. Ein ungewöhnlicher Schritt. „Ich arbeite mit den Staats-und Regierungschefs hier daran, den Terrorismus zu bekämpfen“, sagte May. Die Menschen in Großbritannien hätten nun die Wahl: „Zwischen mir“, so die Premierministerin weiter, „die andauernd daran arbeitet, unsere nationalen Interessen zu schützen, und Jeremy Corbyn, der es offen gesagt nicht tut.“

          Ein Sprecher des Labour-Chefs wies den Vorwurf Mays umgehend als unwahr zurück. Corbyn habe die Schuld der radikalislamistischen Dschihadisten nicht relativieren wollen.

          Einer aktuellen YouGov-Umfrage zufolge konnte die Labour-Partei ihren Rückstand gegenüber den Tories zuletzt deutlich verkürzen. Statt 24 Prozentpunkten im April, liegt demnach Labour nur noch fünf hinter Mays Partei.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Auch an dem spektakulären Bankraub in Berlin soll ein Mitglied des Clans beteiligt gewesen sein.

          Razzia in Berlin : Münzraub, Bankraub, Geldwäsche

          In Berlin geht die Polizei gegen eine arabische Großfamilie vor. Den Mitgliedern wird eine ganze Bandbreite von Straftaten zur Last gelegt. Auf die Schliche kamen ihr die Ermittler durch eine unvorsichtige Handlung.

          Putin vs. Trump : Russland stößt amerikanische Staatsanleihen ab

          Das dürfte Donald Trump nicht gefallen: Russland wirft seit einiger Zeit seine amerikanischen Staatsanleihen auf den Markt. Damit will Putin vom Dollar unabhängiger werden – und Trump unter Druck setzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.