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Veröffentlicht: 15.04.2017, 03:08 Uhr

Wahl in Frankreich Steinmeier warnt Franzosen vor Nationalismus

Der Bundespräsident mischt sich in die Wahl in Frankreich ein und teilt indirekt gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen aus. Frankreich habe nur gemeinsam mit Deutschland Einfluss in der Welt, sagt er.

© dpa Der neue Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wirbt für ein starkes deutsch-französisches Duo.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Franzosen indirekt vor einer Wahl der Rechtspopulistin Marine Le Pen zur Präsidentin gewarnt..„Nur wenn wir gemeinsam – Deutschland und Frankreich in besonderer Weise – Europa zu einem wirklichen Akteur in der Welt machen, werden wir Einfluss haben“, sagte Steinmeier den Zeitungen der Funke Mediengruppe und der Zeitung „Ouest-France“. „Wenn wir das verhindern, wie nationalpopulistische Parteien es auch in Frankreich wollen, dann werden wir nicht Spieler, sondern Spielball anderer Mächte“, warnte er.

Er könne den Franzosen vor der Präsidentschaftswahl nur sagen, sie sollten nicht auf die „Sirenengesänge“ derer hören, die Frankreich eine „große Zukunft“ versprächen, zugleich aber beseitigen wollten, „was heute auch zu Frankreich gehört – ein Garant europäischer Stabilität und Grundpfeiler der Europäischen Union zu sein“, sagte Steinmeier. „Diese EU mag schwierig sein, aber sie ist für uns alle ein Gewinn, auch für Frankreich.“

Wahl in Frankreich wichtig für Europa

Die Bedeutung des geeinten Europa sei angesichts der Neuorientierung der Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump „als Fundament und als Orientierung noch wichtiger“ geworden, sagte Steinmeier. „Gerade jetzt werde ich für Europa streiten und helfen, dass wir nicht zurückfallen in eine Vergangenheit, die wir überwunden hatten.“ Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich stehe „für ganz Europa viel auf dem Spiel“.

Die internationale Bedeutung Deutschlands ist laut Steinmeier gewachsen. „Wir haben ohne Zweifel mehr Verantwortung auf dem europäischen Kontinent“, sagte der Bundespräsident. „Das haben vor allem die Staatsschuldenkrise oder auch die Flüchtlingsbewegung im Herbst 2015 gezeigt, genau wie der Ukraine-Konflikt.“

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Bei internationalen Krisen und Konflikten könne sich Deutschland nicht verstecken. „Das kann zwar auch militärische Verantwortung bedeuten, wie unsere Auslandseinsätze in Mali oder auch unser Engagement bei der Luftaufklärung im Kampf gegen den IS zeigen“, sagte Steinmeier. „Aber die Herausforderungen erfordern Antworten und Konzepte, die daneben vor allem diplomatische, wirtschaftliche und entwicklungspolitische Mittel umfassen.“

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