http://www.faz.net/-gpf-8yq6n

Deutlicher Sieg in erster Runde : Macrons Partei vor absoluter Mehrheit in zweiter Runde

Bei der Stimmabgabe mit Ehefrau Brigitte: Und der Gewinner ist wieder einmal Emmanuel Macron. Bild: AFP

Frankreichs Präsident Macron kann auf eine große Mehrheit im Parlament hoffen. Seine Partei La République en marche landet im ersten Wahlgang mit großem Vorsprung auf dem ersten Platz.

          Die Bewegung von Präsident Emmanuel Macron hat am Sonntag mit deutlichem Vorsprung den ersten Wahlgang der Parlamentswahlen in Frankreich für sich entschieden. Laut ersten Hochrechnungen erhielten die Kandidaten von Macrons neuer Partei La République en marche (LREM) 32,9 Prozent der Stimmen.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Damit können sie im zweiten Wahlgang am nächsten Sonntag mit einer absoluten Mehrheit der Sitze in der Nationalversammlung rechnen. Meinungsforscher sagen 390 Sitze für LREM voraus, die absolute Mehrheit liegt bei 289 Sitzen. Damit hätte Macron einen soliden Rückhalt in der ersten Parlamentskammer für sein Reformprogramm.

          Die Wahlbeteiligung lag mit knapp 50 Prozent deutlich niedriger als vor fünf Jahren mit 57,2 Prozent. Marine Le Pens Partei Front National (FN) erlitt einen schweren Dämpfer. Von 33,9 Prozent der Stimmen am 7. Mai sackte die Partei laut Hochrechnungen auf knapp 14 Prozent ab. Marine Le Pen verfehlte ihr Ziel, sich schon im ersten Wahlgang in ihrer Wählerhochburg in Hénin-Beaumont durchzusetzen. Sie muss sich im zweiten Wahlgang einem Duell mit Macrons Kandidatin stellen. Die FN-Parteivorsitzende kann nicht mehr damit rechnen, Fraktionsstärke in der Nationalversammlung zu erreichen. 15 Abgeordnete sind erforderlich, um eine Fraktion zu bilden. Laut Hochrechnungen zieht der FN mit höchstens zehn Abgeordneten in die Nationalversammlung ein. Der stellvertretende Parteivorsitzende Florian Philippot bezeichnete das Ergebnis als „enttäuschend“. „Wir können nicht Macron 400 Abgeordnete zugestehen“, sagte Philippot.

          Endergebnis 1. Wahlgang 2017
          Ergebnisse im Detail

          Die beiden etablierten Regierungsparteien, die jahrzehntelang das französische System strukturiert hatten, setzten ihren Niedergang fort. Les Républicains (LR) lagen mit einem Stimmanteil von 21 Prozent nur knapp über dem Ergebnis François Fillons im ersten Wahlgang der Präsidentenwahl. Francois Baroin, der den Wahlkampf für LR geleitet hatte, rief am Sonntagabend die Wähler zu einem Aufbäumen auf. „Es bleibt uns eine Woche, um unseren Standpunkt zu verteidigen“, sagte Baroin. Er stieß jedoch sofort auf Widerstand aus den eigenen Reihen. Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi (LR), bedauerte, dass LR nicht auf die „ausgestreckte Hand“ des Präsidenten reagiert habe. Estrosi plädierte am Wahlabend dafür, Macron zu unterstützen.

          Die Sozialisten, die laut Hochrechnungen auf zehn bis 13 Prozent der Stimmen kamen, gestanden ihre Niederlage ein. „Wir erleben einen präzedenzlosen Rückgang der Linken“, sagte der sozialistische Parteivorsitzende Jean-Christophe Cambadélis am Sonntagabend. Er beklagte, dass Macron über ein „Monopol der demokratischen Repräsentation“ verfügen werde. Die Sozialisten erhielten noch weniger Stimmen als die Kandidaten des Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon (La France insoumise), dessen Partei auf elf Prozent kam.

          Frankreich : Franzosen stärken Macron bei Parlamentswahl den Rücken

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Der Präsident in der Schneekugel Video-Seite öffnen

          Emmanuel Macron : Der Präsident in der Schneekugel

          Obwohl der französische Staatspräsident sich nach seinem Amtsantritt bei vielen Wählern vor allem mit der Arbeitsmarktreform unbeliebt gemacht hat, findet die Macron-Schneekugel reißenden Absatz.

          Frankreich: Macrons einsame Vision von Europa Video-Seite öffnen

          Europäische Union : Frankreich: Macrons einsame Vision von Europa

          Der neuen französische Präsident Macron hat ehrgeizige Pläne. Er will Europa reformieren. Doch dazu braucht er die Unterstützung der Deutschen. Die sind aber gerade mit einer komplizierten Regierungsbildung befasst, bei der Europa kaum eine Rolle spielt.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.