Home
http://www.faz.net/-hbi-74722
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Wahl in Amerika Netanjahu und die Angst vor Obamas Revanche

Der israelische Ministerpräsident hatte im amerikanischen Wahlkampf Romney den Vorzug gegeben. Die Glückwünsche an Obama fielen also nicht besonders herzlich aus.

© AFP Vergrößern Schrieb keine persönlichen Glückwünsche: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu

Die Glückwünsche aus Jerusalem fielen nicht besonders herzlich aus. Er werde weiter mit Barack Obama daran arbeiten, dass die Sicherheit der israelischen Bürger gewährleistet bleibe, teilte Ministerpräsident Netanjahu am Mittwoch in einer knappen Presseerklärung mit, in der er ohne ein persönliches Wort die enge „strategische Allianz“ zwischen beiden Staaten lobte. Verteidigungsminister Barak wünschte Obama immerhin „viel Erfolg“, und Staatspräsident Peres sprach von einem „Fest der Demokratie“.

Hans-Christian Rößler Folgen:  

Der israelische Regierungschef hatte schon während des amerikanischen Wahlkampfs kein Geheimnis daraus gemacht, dass er dem republikanischen Kandidaten Romney den Vorzug gab. Von Anfang an war sein Verhältnis zu Obama angespannt und kühl. Israelische Oppositionspolitiker rieten Netanjahu am Mittwoch, schleunigst seine Beziehungen zu Obama in Ordnung zu bringen. Es sei ein Fehler gewesen, sich so sehr in den amerikanischen Wahlkampf einzumischen, sagte der bekannte frühere Fernsehmoderator Jair Lapid, der Vorsitzende der neuen Jesch-Atid-Partei. Israelische Journalisten berichteten, dass man in Netanjahus Umgebung besorgt sei, dass sich Obama nun rächen und während des israelischen Wahlkampfs Netanjahu kritisieren könnte.

In Jerusalem wird zudem erwartet, dass sich bald der politische Druck aus Washington erhöhen könnte: Die israelische Regierung schuldet Amerika immer noch eine Antwort auf die Frage, wie die Grenzen eines künftigen Palästinenserstaats verlaufen sollen. Die amerikanische Regierung würde gerne wieder Verhandlungen in Gang bringen. Mit großer Skepsis verfolgt die israelische Führung zudem Berichte über angebliche Gesprächskontakte, die Obama nach Iran knüpfen will, um die Beziehungen zu normalisieren. Die militärische Option sei nicht vom Tisch, aber er erwarte, dass Verhandlungen mit den Iranern relativ bald beginnen werden, sagte der frühere amerikanische Botschafter in Tel Aviv Martin Indyk im israelischen Rundfunk.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Beschluss Israel plant Milliarden-Privatisierungen

In den kommenden drei Jahren will Israel Minderheitsanteile von bis zu 49 Prozent an zahlreichen staatlichen Unternehmen verkaufen. Darunter Anteile von Post, Eisenbahn und Wasserversorgern. Mehr

06.10.2014, 04:10 Uhr | Wirtschaft
Obama: Gazastreifen nicht langfristig isolieren

US-Präsident Barack Obama sagte, man müsse einsehen, dass sich der Gazastreifen nicht selbst versorgen könne, wenn er vom Rest der Welt abgeschnitten sei. Obama forderte aber kein Ende der israelischen Blockade. Mehr

07.08.2014, 09:36 Uhr | Politik
Wahlkampf in Amerika Präsident Obama ernennt Ebola-Sonderbeauftragten

Vor den Kongresswahlen in Amerika bestimmt plötzlich das Ebola-Virus die politische Debatte. Die Republikaner werfen Präsident Obama vor, zu zaghaft gegen die Seuche zu agieren. Der reagiert mit der Ernennung eines Sonderbeauftragten. Mehr Von Patrick Bahners, New York

17.10.2014, 22:56 Uhr | Politik
Obama schließt amerikanische Militäraktion aus

Der amerikanische Präsident Barack Obama hat das Vorgehen Russlands im Ukraine-Konflikt scharf kritisiert. Eine eigene Militäraktion schließt er aber aus. Mehr

29.08.2014, 08:59 Uhr | Politik
Präsident in Zahlungsnot Restaurant lehnt Obamas Kreditkarte ab

Ein Präsident als Betrüger? Ein New Yorker Restaurant hat die Kreditkarte von Barack Obama abgelehnt. Zum Glück für den amerikanischen Präsidenten übernahm seine Frau spontan die Rechnung. Mehr

17.10.2014, 23:56 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 07.11.2012, 14:49 Uhr