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Obamas Wahlkampfmanager Stratege Jim Messina

Seit 2010 leitete Jim Messina von Chicago aus die Kampagne für Obamas Wiederwahl. Mit massig „Bodentruppen“ und Fernsehclips sorgte er für Obamas Sieg in den wahlentscheidenden „Swing States“.

© ddp/AP/Charles Rex Arboga Vergrößern 2008 stieß Jim Messina zum Team Obama

Zweifel haben ihn offenbar niemals beschlichen. Wann immer Jim Messina mit Zahlen und Trends konfrontiert wurde, die auf eine Aufholjagd, gar einen Vorsprung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney hindeuten sollten, erwiderte er: „Wir werden es am Wahltag sehen. Jemand wird recht haben, und jemand wird sich täuschen. Ich glaube, wir werden recht haben.“ Jim Messina, Manager der Wahlkampagne für Obamas Wiederwahl, hat recht gehabt. Am meisten hat er seinen eigenen Zahlen vertraut: In Ohio, so rechnete er vor, verfüge das Team Obama über 123 Wahlkampfbüros, Romney bringe es nur auf 40; in Colorado sei das Verhältnis 59 Büros für Obama und 15 für Romney.

Matthias Rüb Folgen:    

Zwar konzedierte Messina, dass Romneys Leute eine bessere Organisation aufgebaut hätten, als es dem Wahlkampfstab des republikanischen Kandidaten John McCain vor vier Jahren gelungen sei. Die Masse der „Bodentruppen“ aber werde schließlich den Unterschied ausmachen. Tatsächlich dürfte die bessere Organisation der „Wahlkampf-Infanterie“ in den besonders umkämpften Staaten den Ausschlag für Obama gegeben haben. Romney konnte nur einen der „Schlachtfeldstaaten“, die vor vier Jahren vom Lager der Republikaner an jenes der Demokraten gefallen waren, für die Partei zurückerobern: North Carolina. In den anderen schmolz zwar der Vorsprung der Demokraten, aber die „Feuermauer“ hielt. So wie es Messina vorausgesagt hatte.

Mit einer umfangreichen „Heuschrecken“-Kampagne

Jim Messina, Jahrgang 1969, wurde in Denver in Colorado geboren und wuchs in Boise in Idaho auf. Er studierte Politologie an der Universität von Montana. 1993 versuchte er sich erstmals als Wahlkampfmanager und verhalf dem Bürgermeister von Missoula in Montana zur Wiederwahl. 1995 kam er als Mitarbeiter des demokratischen Senators Max Baucus nach Washington, dessen Wahlkampf zur erfolgreichen Wiederwahl von 2002 Messina leitete. Zimperlich war Messina schon damals nicht: den republikanischen Herausforderer von Senator Baucus stellte er in einem Wahlwerbeclip unterschwellig als Homosexuellen dar.

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2008 stieß Messina zum Team Obama und stieg bald zum Stellvertreter von Wahlkampfmanager David Axelrod auf. Nach dem Wahlsieg Obamas wurde Messina im Januar 2009 stellvertretender Stabschef im Weißen Haus, kehrte aber zwei Jahre später nach Chicago zurück und leitete von dort aus die Kampagne für Obamas Wiederwahl. Messina setzte nicht nur die „Bodentruppen“ zur Mobilisierung der Wähler frühzeitig in Marsch und stationierte sie in ungezählten Feldquartieren. Er sorgte auch mit einer umfangreichen Kampagne von Fernsehclips dafür, dass das Image von Mitt Romney als einem herzlosen „Heuschrecken“-Kapitalisten ohne Verständnis für die Sorgen der kleinen Leute tief ins Bewusstsein von ungezählten potentiellen Wählern sickerte. Und als es in Ohio und Virginia, Colorado und Iowa, Wisconsin und Pennsylvania ums Ganze ging, waren diese Wähler für Obama zur Stelle.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 07.11.2012, 20:29 Uhr