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Merkel gratuliert Obama Berlin muss warten

Bundeskanzlerin Angela Merkel gratuliert Barack Obama zum Wahlsieg und lädt ihn nach Deutschland ein. Der Wunsch, Obama möge auch als amerikanischer Präsident Berlin besuchen, könnte zu einer nie endenden Geschichte werden.

© dapd Bundeskanzlerin Angela Merkel und der amerikanische Präsident Barack Obama im Juni 2011 in Washington: „Außerordentliche Begegnungen“

Es war eine Begebenheit im Rosengarten des Weißen Hauses gewesen - voller deutsch-amerikanischer Emphase. Barack Obama, der amerikanische Präsident, überreichte Angela Merkel, der deutschen Bundeskanzlerin, beim Diner im Park die Ehrung „Medal of freedom“. Papst Johannes Paul II. und Nelson Mandela hätten sie, beispielsweise auch erhalten, sagte er, was jenen Juni-Tag des vergangenen Jahres in besondere Sphären heben sollte.

Günter Bannas Folgen:

Und doch: Der Wunsch der Bundesregierung, Barack Obama solle einmal als amerikanischer Präsident auch Berlin besuchen, könnte zu einer nie endenden Geschichte werden. Damals - bei ihrem bislang letzten Besuch in Washington - hatte die Bundeskanzlerin Barack Obama ein „Berlin würde sich über einen Besuch freuen“ zugerufen.

Er sei doch schon einmal dort gewesen, und es sei damals ein ganz wunderbarer Besuch gewesen, erwiderte der Geladene. Im Juli 2008 war das. Obama war da noch nicht einmal der offizielle Präsidentschaftskandidat der amerikanischen Kandidaten gewesen, wurde zwar von Frau Merkel im Bundeskanzleramt empfangen, sollte aber nicht vor dem Brandenburger Tor sprechen. Er wurde stattdessen am Tiergarten gefeiert - und seither in Berlin nicht mehr gesehen. Die Einladung drei Jahre später aber beschied er - wie aus dem Nichts - mit dem Hinweis, er bedanke sich, dass ihm die Wahl für eine zweite Amtszeit zugetraut werde.

© reuters, Reuters Video: Merkel gratuliert Obama zum Wahlsieg

Nun also, am Tag Obamas Wiederwahl, ein Telegramm Angela Merkels nach Washington, versehen mit der protokollarischen Einleitung „Sehr geehrter Herr Präsident, zu Ihrer Wiederwahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gratuliere ich Ihnen sehr herzlich.“ Eng und freundschaftlich sei die Zusammenarbeit gewesen. „Unsere zahlreichen Begegnungen und Gespräche über alle Fragen zur Weiterentwicklung der deutsch-amerikanischen und der transatlantischen Beziehungen, nicht zuletzt aber auch über die Bewältigung der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, über unser gemeinsames Engagement in Afghanistan oder das iranische Nuklearprogramm schätze ich außerordentlich.“

Und auch die Formel „Es wäre mir eine Freude, Sie bald wieder als meinen Gast in Deutschland begrüßen zu können“ ist in dem Text enthalten. Ein „ganz spontanes“ Telegramm sei das gewesen, sollte später ein Regierungssprecher sagen, und weil Telegramme naturgemäß kurz seien, enthalte es auch keine „Grundsatzerklärungen“ zum deutsch-amerikanischen Verhältnis. Differenzen gibt es genug - von der internationalen Klimaschutzpolitik bis zu der Frage, ob die Währungskrisen durch neue Verschuldung oder durch eisernes Sparen zu bewältigen sei.

„Der erste pazifisch geprägte amerikanische Präsident“

Immerhin: Vier Mal hat sich Angela Merkel während Obamas erster Amtszeit zu bilateralen Begegnungen in Washington aufgehalten. Drei Mal war sie in dieser Zeit zu Gesprächen in Peking, dessen Führung aber sich mehrmals in Jahr in Berlin aufhält. Einst hatte Frau Merkel vorausgesagt, Obama sei der erste pazifisch geprägte amerikanische Präsident.

 „Berlin ist ein besonderer Ort und ich hoffe, er wird bald hierher kommen“, hat nun Philip Murphy, der amerikanische Botschafter in Berlin, gesagt. Er gilt als Obama-Vertrauter.

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Quelle: F.A.Z.

 
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