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Wahl-Analyse Regierungsbilanz begründet CDU-Wahlsieg im Südwesten

26.03.2006 ·  Eine nach Wähler-Einschätzung gute Regierungsbilanz und Sachverstand in der Wirtschaftspolitik haben der CDU zum Wahlsieg in Baden-Württemberg verholfen. Das gab die Forschungsgruppe Wahlen bekannt.

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Eine nach Wähler-Einschätzung gute Regierungsbilanz und Sachverstand in der Wirtschaftspolitik haben der CDU zum Wahlsieg in Baden-Württemberg verholfen. Das ist das Ergebnis einer am Sonntag veröffentlichten Analyse der Forschungsgruppe Wahlen.

Für ihre Arbeit in der CDU/FDP-Landesregierung erhält die CDU auf der +5/-5-Skala (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) die gute Note 1,3 (2001: 1,4). Die SPD liegt wie vor fünf Jahren bei 0,6. Die FDP wird für ihre Arbeit mit 0,5 (0,9) jetzt schlechter, die Grünen dagegen mit 0,0 (-0,3) leicht besser als vor der Wahl 2001 bewertet.

Oettinger gilt als sachkundiger

Diese Ergebnisse basieren aus Sicht der Wähler auf einem Standortvorteil, der politisch eindeutig mit der CDU verknüpft wird: 85 Prozent der Wahlberechtigten sehen Baden-Württemberg ökonomisch besser als die anderen westlichen Bundesländer positioniert. Dabei setzen 49 Prozent in Wirtschaftsfragen auf die CDU und lediglich 11 Prozent auf die SPD. Im Land mit den wenigsten Arbeitslosen in Deutschland haben die Sozialdemokraten (12 Prozent) auch bei der Kompetenz für neue Jobs klar das Nachsehen gegenüber der CDU (41 Prozent).

Gleichzeitig gelingt es der SPD in Baden-Württemberg nicht, ihre erheblichen sachpolitischen Defizite mit ihrer Spitzenkandidatin auszugleichen. Zwar wurde Herausfordererin Ute Vogt (SPD) im Vergleich zum amtierenden Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) als deutlich sympathischer bewertet. Der Regierungschef gilt jedoch als viel sachkundiger. Letztlich wollten 47 Prozent, daß Oettinger Ministerpräsident bleibt, 35 Prozent entschieden sich für Vogt.

Wähler setzen auf Kontinuität

Das hervorragende CDU-Ergebnis wird einmal mehr von der großen Gruppe der über 60jährigen Wähler gestützt. Hier erzielt die CDU 55 Prozent. Die Union liegt aber auch bei jüngeren Wählern noch klar vor der SPD. Die Sozialdemokraten verlieren bei den 30- bis 44jährigen mit minus 13 Prozentpunkten besonders stark, haben aber auch bei den Arbeitern (minus 10) hohe Verluste. Bei den Gewerkschaftsmitgliedern bleibt die SPD mit 42 Prozent stärkste Partei. Bei den Selbstständigen ist die FDP inzwischen sichtbar stärker als die SPD, wobei auch in dieser Gruppe die CDU klar dominiert.

Nach ihrer Wunschkoalition gefragt, setzen die meisten Befragten auf Kontinuität. Die Hälfte der Wähler finde die Bildung einer schwarz-gelben Regierung grundsätzlich gut. 45 Prozent bewerten eine große Koalition positiv. Schwarz-Grün unterstützen nur 25 Prozent der Befragten.

Die Forschungsgruppe Wahlen hatte in Baden-Württemberg telefonisch rund 1.500 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte in der Woche vor der Wahl befragt, hinzu kamen 6.009 Befragte am Wahltag.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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