01.06.2008 · Die Entscheidung zur Wertung der Delegiertenstimmen aus Florida und Michigan hat die letzten Brücken zwischen Hillary Clinton und Barrack Obama eingerissen. Für Hillary Clinton gilt: Totgesagte leben länger.
Von Jasper von AltenbockumKann im Kampf der Giganten noch von „den“ Demokraten die Rede sein? Die Entscheidung zur Wertung der Delegiertenstimmen aus Florida und Michigan hat die letzten Brücken zwischen Hillary Clinton und Barack Obama eingerissen.
Das war nicht anders zu erwarten, da die Kandidatur nicht mehr nur zur Macht-, sondern auch zur innerparteilichen Rechtsfrage gemacht wurde. Im Kompromiss war deshalb schon der Keim zu neuem Streit angelegt.
Sollte Frau Clinton ihre Drohung wahrmachen, nunmehr das „Credential“-Komitee anzurufen, wird der Nominierungsparteitag Ende August nicht den Herausforderer McCains auf den Schild heben, sondern einen Sieger (oder eine Siegerin?) aus den Ruinen des Vorwahlkampfs ragen lassen.
Die Rolle kann Obama schon jetzt für sich beanspruchen, untermalt vom Flehen seiner Anhänger, die Superdelegierten möchten dem Spiel doch endlich ein Ende setzen. Jeder Tag, an dem sie nicht erhört werden, ist ein Tag, an dem Hillary Clinton zu den Totgesagten gehört, die länger leben.