12.06.2005 · Fünf Tage vor der Präsidentenwahl sind bei vier Bombenexplosionen in Iran zehn Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Ziel waren Regierungsgebäude. Es waren die folgenschwersten Anschläge in Iran seit mehr als einem Jahrzehnt.
Bei einer Serie von Bombenanschlägen sind in Iran am Sonntag mindestens zehn Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.
Fünf Tage vor der iranischen Präsidentschaftswahl waren am Morgen zunächst in der Provinzhauptstadt Ahwas im Südwesten des Landes vier Sprengsätze detoniert. Allein dort starben acht Menschen, mehr als 70 wurden verletzt. Zu diesen Anschlägen bekannte sich eine iranisch-arabische Separatistengruppe. Am Abend detonierten zwei weitere Bomben in der Hauptstadt Teheran. Dabei seien zwei Menschen getötet und drei weitere verletzt worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur IRNA unter Berufung auf Regierungskreise.
Der stellvertretende Gouverneur für Sicherheit der Provinz, Gholamresa Schariati, sagte, nach den ersten drei Detonationen hätten Experten vergeblich versucht, den vierten Sprengsatz zu entschärfen. Dabei sei ein Sprengstoffexperte verletzt worden. Die Täter hätten offenbar versucht, die Öffentlichkeit von der Teilnahme an der Präsidentenwahl am Freitag abzuschrecken. Fernsehbilder vom Tatort zeigten schwer beschädigte Gebäude und Autos sowie Blut auf der Straße.
Eine der Bomben detonierte nach Angaben von Amir Hossein Motahar, dem Sicherheitsdirektor im Innenministerium, vor dem Sitz des Gouverneurs von Ahwas, eine weitere neben der Wohnungsbehörde der Stadt. Der dritte Sprengsatz ging vor der Wohnung des Leiters des Fernseh- und Radiosenders der Provinz in die Luft, die vierte Bombe war in der Nähe deponiert.
Nach Augenzeugenberichten handelte es sich bei zwei der Sprengsätze um Autobomben. Im April war Ahwas Schauplatz gewaltsamer Demonstrationen. Zuvor waren Gerüchte aufgetaucht, wonach der Anteil der arabischen Bevölkerung in der Region verringert werden sollte.