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Vor der Duma-Wahl Rußland: Sprengsatz an zweitem Zug entschärft

06.12.2003 ·  Nach dem Terroranschlag auf einen Vorortzug mit 41 Todesopfern ist am Samstag ein weiterer Sprengsatz an einem Güterzug entdeck und entschärft worden. Derweil werden die letzten Vorbereitungen für die Duma-Wahl am Sonntag getroffen.

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Nach dem Terroranschlag auf einen Vorortzug im russischen Nordkaukasus mit 41 Todesopfern haben Sicherheitskräfte am Samstag einen weiteren Sprengsatz an einem Güterzug entdeckt. Die Zeitbombe war an dem Radsatz eines Güterwaggons befestigt, berichtete die Agentur Itar-Tass. Der Sprengsatz sei noch im Bahnhof der Ortschaft Kropotkin im Bezirk Krasnodar entschärft worden.

Krasnodar grenzt an die Region Stawropol, in der am Vortag ein Selbstmordattentäter das Blutbad in einem Zug angerichtet hatte. Die Zahl der Todesopfer wurde am Samstag offiziell nach unten auf 41 korrigiert. Die zunächst gemeldeten 42 Toten seien auf einen Fehler bei der Zählung der Leichenteile zurückzuführen, erklärte Tatjana Korobowa, Vertreterin der regionalen Gesundheitsbehörde. Am Samstag waren nach ebenfalls korrigierten Angaben noch 171 Verletzte in den Krankenhäusern Stawropols in Behandlung. 26 von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Insgesamt wurden bei dem Anschlag am Freitagmorgen 212 Menschen verletzt.

Der Unglücksort liegt unweit der abtrünnigen russischen Kaukasus-Republik Tschetschenien. Nach Erkenntnissen der russischen Ermittler waren vier Terroristen, drei Frauen und ein Mann, an dem Anschlag beteiligt. Ein Selbstmordattentäter habe die Bombe mit einer Sprengkraft von rund zehn Kilogramm TNT in der Nähe der Stadt Jessentuki, 1500 Kilometer südlich von Moskau, zur Explosion gebracht. Durch die Wucht der Detonation wurde der vollbesetzte Waggon des Pendlerzuges in zwei Teile gerissen.

Duma-Wahl: 240.000 Polizisten im Einsatz

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen sind am Samstag in Rußland die letzten Vorbereitungen für die Parlamentswahlen getroffen worden. Überschattet von dem Terroranschlag im Südkaukasus überprüften rund 240.000 Polizisten landesweit die etwa 94.000 Wahllokale und gaben den Wahlhelfern Tips zum Schutz vor eventuellen Angriffen, wie die russischen Agenturen berichteten. Schon am Vortag hatte Präsident Wladimir Putin bekräftigt, daß Russland keine Destabilisierung am Wahltag zulassen werde.

Die Abstimmung an diesem Sonntag gilt als Test für die Präsidentenwahl im März kommenden Jahres. Letzte Umfragen sahen die Partei Geeintes Russland vorn, deren einziger Programmpunkt die Unterstützung der Politik Putins ist. Als zweitstärkste Partei in der neuen Duma wurden erneut die Kommunisten erwartet. Insgesamt gehen 23 Parteien und Bündnisse in das Rennen um die 450 Sitze in der Staatsduma. Um die Mandate, die jeweils zur Hälfte über Parteilisten und Direktwahl vergeben werden, bewerben sich knapp 5000 Kandidaten.

Das Wahlgesetz sieht für die Parteien eine Fünf-Prozent-Hürde vor. Neben dem russischen Parlament werden am Sonntag auch die Volksvertretungen in sieben Regionen Russlands sowie neun Gouverneure neu gewählt. Dazu kommt die Wahl eines neuen Oberbürgermeisters der Hauptstadt Moskau. Amtsinhaber Juri Luschkow gilt als klarer Favorit. Rund 1200 ausländische Beobachter, unter ihnen 500 Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), werden nach Angaben der Zentralen Wahlkommission in verschiedenen Landesteilen die Abstimmung der knapp 110 Millionen Wahlberechtigten verfolgen. Da sich das größte Land der Erde über elf Zeitzonen erstreckt, beginnt die Wahl bereits am Samstagabend um 21.00 Uhr MEZ mit der Öffnung der Lokale im Fernen Osten des Landes. Die Abstimmung endet am Sonntag um 19.00 Uhr MEZ in der Exklave Kaliningrad (Königsberg).

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