Fünf Politiker aus fünf Parteien. Keiner von ihnen hat schon den dreißigsten Geburtstag gefeiert, aber alle wollen (wieder) in den Bundestag.
Die Chancen von Katherina Reiche (CDU), Hubertus Heil (SPD), Daniel Bahr (FDP), Grietje Bettin (Bündnis 90/Die Grünen) und Sandra Brunner (PDS) stehen gut, dieses Ziel auch zu erreichen.
Junge Profis
Doch wie steht es mit ihren politischen Plänen? Wie wollen sie, denen Fernsehauftritte und Zeitungsduelle nicht garantiert sind wie den Spitzenkandidaten Schröder und Stoiber, ihre Wähler erreichen? Was treibt sie an, wenn sie auf der Straße Flugblätter verteilen, Hausbesuche machen, hunderte Plakate kleben?
Sie sind jung, aber keine Anfänger: Alle fünf Politiker haben sich in ihren Parteien etabliert. Sollten CDU und CSU am 22. September die Bundestagswahl gewinnen, würde Reiche voraussichtlich Familienministerin. Heil bliebe wohl Abgeordneter, wird von Beobachtern aber immer dann genannt, wenn nach dem aufstrebenden Nachwuchs der SPD-Fraktion gesucht wird.
Renommierte Gegner
Bettin ist die jüngste Spitzenkandidatin aller Parteien auf einer Landesliste. Dorthin wählten sie die schleswig-holsteinischen Grünen. Bahr sitzt als Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen schon im Bundesvorstand seiner Partei. Brunner muss ihr Meisterstück noch abliefern. Im Wahlkreis Prenzlauer Berg-Pankow-Weissensee tritt sie gegen renommierte Gegner an: Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD), den Berliner CDU-Spitzenkandidaten Günter Nooke und den Bürgerrechtler Werner Schulz von den Grünen.
Wenige Wochen haben sie noch Zeit. Dann entscheidet der Wähler. Bis dahin schreiben sie im Tagebuch für FAZ.NET zwanzig Mal über Wahlkampf, Visionen, Argumenten: 20 unter 30.