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Schlacht von Stalingrad : Der Anfang vom Ende des Hitler-Reichs

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Der Anfang vom Ende des Hitler-Reichs: Deutsche Infanterie bei den Straßenkämpfen um Stalingrad Bild: dpa

Vor 75 Jahren kapitulierte die 6. Armee der Wehrmacht an der Wolga – ihr Ende leitete die Kriegswende ein. Weit mehr als 600.000 Menschen verloren ihr Leben.

          Schulklassen pilgern zum „Teich der Tränen“. Großmütter flanieren mit ihren Enkeln zur Heldenhalle von Wolgograd, wo eine marmorne Faust mit „ewiger Flamme“ zum Himmel weist. Am Aufgang zum Mamajew-Hügel wachsen kantige Männergestalten mit Kalaschnikow-Gewehr aus den Felsen hervor. Steinerne deutsche Soldaten zeigen angstverzerrte Gesichter. Oben auf der Kuppe ragt die Figur der „Mutter Heimat“ 80 Meter in den Himmel der südrussischen Stadt, die früher Stalingrad hieß. Kein freundliches Mütterchen Russland, sondern eine strenge Frau, die ihr Schwert wütend nach Westen reckt.

          Die 1967 errichtete Statue erinnert an die Schlacht von Stalingrad, die am 2. Februar 1943, vor 75 Jahren, mit der Kapitulation der Sechsten Armee der Wehrmacht endete. Sie gilt als einer der psychologischen Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs – ein Menetekel des totalen Zusammenbruchs Deutschlands.

          Im Kampf um die Stadt Stalins starben nach Schätzungen mehr als 500.000 Russen und 150.000 deutsche Soldaten. Von den mehr als 100.000 deutschen Kriegsgefangenen, in endlosen Kolonnen, teilweise in Strohschuhen und notdürftig vermummt in die Lager geführt, kehrten nur 6000 zurück.

          „Jeder Deutsche wird noch in tausend Jahren mit heiligem Schauer von diesem Kampf in Ehrfurcht sprechen.“ Am 30. Januar 1943 stimmte Hermann Göring, der zweite Mann des Dritten Reiches, die Deutschen auf das Ende ein. Die in Stalingrad eingeschlossenen Soldaten sahen das vielfach anders: „Furchtbar ist der Krieg. Manchmal denke ich so: wenn doch die Welt untergehen wollte“, schrieb der Gefreite Alois Müller aus dem Kessel an seine Frau.

          Nach dem Scheitern des Blitzkriegs gegen die Sowjetunion 1941 hatte Hitler 1942 einen neuen Anlauf unternommen, um den Vernichtungskrieg im Osten zu gewinnen. Am 23. Juli 1942 forderte er die gleichzeitige Offensive zu den Erdölgebieten im Kaukasus und gegen Stalingrad - und zersplitterte damit die Kräfte der Wehrmacht.

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          Zentrum des sowjetischen Maschinenbaus und der Schwerindustrie: Das an der Wolga gelegene Stalingrad war strategisch wichtig. Zugleich wurde die Stadt zum Schauplatz eines Prestigeduells der beiden Diktatoren. „Bei Stalingrad verteidigen wir unsere Mutter Russland“, schrieb der Schriftsteller Ilja Ehrenburg mit Blick auf die Schlacht. „Unser Prestige hängt gleichwie das der Sowjetunion in stärkstem Maße von ihrem Ausgang ab“, notierte Propagandaminister Joseph Goebbels.

          Das Ende der Schlacht um Stalingrad: die Einkesselung
          Das Ende der Schlacht um Stalingrad: die Einkesselung : Bild: dpa
          Bild: dpa

          Am 7. August 1942 begann die 6. Armee unter Generalmajor Friedrich Paulus ihre Offensive. Am 13. September rückten die Spitzen der 6. Armee in die Randbezirke Stalingrads ein. Bis Mitte November hatten die Deutschen 90 Prozent der Stadt erobert.

          Verbissene Kämpfe von Haus zu Haus: Trotz hoher Verluste gelang es den Deutschen nicht, Stalingrad vollständig einzunehmen. Die Russen behaupteten einen Brückenkopf am westlichen Ufer der Wolga. Während eine deutsche Division nach der anderen aufgerieben wurde, zog das sowjetische Oberkommando an den deutschen Flanken kampfstarke neue Kräfte heran.

          Nach der Kapitulation am 2. Februar 1942: die zerstörte Stadtmitte von Stalingrad
          Nach der Kapitulation am 2. Februar 1942: die zerstörte Stadtmitte von Stalingrad : Bild: dpa

          Am 19. November begann die Zangenoperation. Heulende Stalinorgeln, über Schneefelder stürmende Rotarmisten: Drei Tage später war die 6. Armee eingekesselt. Zehntausende Soldaten verhungerten und erfroren bei minus 40 Grad. Die deutsche Luftwaffe war zu schwach, um die Soldaten aus der Luft zu versorgen.

          Hitler untersagte Paulus mehrfach jeden Versuch, aus dem Kessel auszubrechen, und versprach, die Armee von außen freikämpfen zu lassen. Durchhalten bis zur letzten Patrone, so lautete die Anweisung. Doch als die Panzerarmee unter Generaloberst Hermann Hoth am 20. Dezember, 50 Kilometer von Stalingrad entfernt, liegen blieb, war das Schicksal der 6. Armee besiegelt.

          Am 3. Februar ließ das Oberkommando der Wehrmacht im Großdeutschen Rundfunk eine Sondermeldung verlesen: Die 6. Armee habe getreu ihrem Fahneneid „bis zum letzten Atemzug“ gekämpft, sei aber einer „Übermacht“ und „ungünstigen Verhältnissen erlegen“. Paulus verweigerte sich Hitlers Befehl zum Suizid und ging mit seinem Stab in russische Gefangenschaft. Hitler tobte. Am 18. Februar 1943 rief Goebbels im Berliner Sportpalast zum totalen Krieg auf.

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