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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Vertreibung Beneš nach Den Haag

 ·  Der tschechische Präsidentschaftskandidat Karel Schwarzenberg hat die Vertreibung der Deutschen und die Dekrete des damaligen Präsidenten Beneš als „schwere Verletzung der Menschenrechte“ verurteilt und gesagt, Beneš käme heutzutage nach Den Haag. Einen solchen Satz hat noch kein Prager Politiker geäußert, der noch etwas werden wollte.

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Ivo Bartoš
Ivo Bartoš (tenonen) - 20.01.2013 16:28 Uhr

Falsch verstanden

Ich glaube von vielen FAZ Lesern falsch verstanden zu sein, wohl so wie die viele heutige Tschechen von den vielen heutigen Deutschen. Wie Sie alle sehen, habe ich Deutsch gelernt, obwohl ich ein Tscheche bin. Ich schätze sehr die deutsche Kultur, und darunter meine ich einfach alles, nicht nur die Künste, sondern auch Wirtschaft, Handel, Handwerk, Sprache, Bräuche, Bier :-) usw. Ich treffe in Tschechien überall an die deutsche Vergangenheit. Die Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Tschechen gehen nicht nur zum Jahre 1938 oder 1918 sondern viele Jahrhunderte zurück. Die selben Jahrhunderte wurden aber mit Zusammenarbeit zwischen deutschen und tschechischen Einwohnern Böhmens, Mährens und Schlesiens gefüllt. Die wirkliche Trennung begann nach 1774, wenn Maria Theresia die neue Schulordnung anordnete. Diese vorsah, dass in einiger Zeit in allen Schulen Österreichs nur deutsch gesprochen wird. Die Tschechen wünschen heute die Freundschaft mit allen deutschsprachigen Europäern.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.01.2013 07:39 Uhr
Jürgen Vogel
Jürgen Vogel (pascht) - 23.01.2013 07:39 Uhr

Hallo Herr Bartos (Bartosch)

Mit Sicherheit gibt es viele Deutsche die sie missverstehen, aber es gibt mit Sicherheit auch viele Deutsche die sie sehr wohl verstehen, denn auch viele Deutsche haben die unsäglichen Leiden der Vergangenheit Europas genauso leidvoll ertragen müssen wie die Tschechen und auch andere Völker Europas. Genau diese unsägliche Vergangeneheit wollen wir nun durch das vereinte Europa hinter uns lassen. Europa ist mehr als nur Markt und Profit. Es ist nicht immer leicht die Guten und die Bösen eindeutig voneinander zu trennen. Es kommt dabei auch auf den eigenen Standpunkt an. Deswegen sollten wir uns auf dieses Spielchen erst gar nicht einlassen. Wir sollten uns gemeinsam auf das Gute unseres gemeinsamen europäischen Erbe besinnen, denn das gab es auch, um eine gemeinsame bessere Zukunft aufzubauen und die Dämonen der Vergangeneheit in den Keller der Geschichte verbannen.

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heide Roscher
heide Roscher (heiro17) - 20.01.2013 12:16 Uhr

Keine Vertreibung aus Geschichte und Kultur

Warum keine zweisprachige - historisch korrekte - Beschilderung historischer Gebäude? Häufig werden historisch deutsche Namen einfach vertschechisiert oder die deutsche Vergangenheit wird ausgeklammert und geleugnet.
Das sollte für alle Vertreibungsgebiete gelten und wäre Aufgabe von EU und Uno

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.01.2013 07:58 Uhr
Jürgen Vogel
Jürgen Vogel (pascht) - 23.01.2013 07:58 Uhr

Historisch deutsche Namen? Deutsche Vertreibungsgebiete?

Ihnen sollte doch klar sein, dass dies eine Frage aus der Sicht des eigenen Standpunktes ist. Sollte die EU oder die UNO dann die Sicht ihres eigenen Standpunktes mit Gewalt durchsetzen? Was wenn die Tschechen das nun anders sehen und sich weigern? Sollten wir dann Krieg gegen sie führen? Natürlich durch die EU und die UNO mit einem Mandat legitimiert und natürlich nach Genehmigung durch den Bundestag ;-). Die ultimative Wahrheit und das ultimative Recht wird es nie geben. Der Weg zum friedlichen Miteinander führt nur über eine Brücke über die man nur gemeinsam gehen kann. Das heisst aber auch, dass ein jeder von seinem eigenen Weg ein Stückchen abweichen muss. Wozu brauchen sie deutsche Strassennamen in der souveränen Republik Tschechien?

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fritz werner
fritz werner (iveta31) - 20.01.2013 01:02 Uhr

Fürstenmut vor Mythenpflegern

Kohler sei bedankt, er kennt Prag unter Havel wie kaum ein anderer. Die Kandidaten Schwarzenberg und Zeman verhalten sich wie HAVEL zu KLAUS. Der zweite ist der gewiefte Benes verehrende Politikakrobat, der erstgenannte moralische Instanz, dem man das Wort im Mund umdreht und ihn, auf tschechischen Geschichtsmythen beharrend, übel verleumdet. Der Fürst aber, wie ein wackrer Schwabe, "forcht sich nicht". Vor wem schon? Er hat schließlich auch einen Schweizer Pass. Er war auf Vorschlag Kreiskys von 1984 bis 1991 Chef der Internationalen Helsinki Kommission für Menschenrechte, die er kennt und klar vertritt, während Klaus sie ausdrücklich vor der Unterschrift zum Lissabonvertrag als für Tschechien ungültig hat ausnehmen lassen. Jetzt wirbt er offen für Zeman, oben von der Burg aus!

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Claas van Claatselaar

Fürst von Schwarzenberg ist moderner, als viele denken!

Er denkt viel europäischer als noch-Präsident Klaus und weiß, dass die Beneš-Dekrete aus heutiger Perspektive klares Unrecht sind. Aber: die Geschichte ist seitdem 65 Jahre weitergezogen. Leider wird nicht davon berichtet, in welchem Zusammenhang (offenbar im TV-Duell mit seinem Präsidentschafts-Mitbewerber Zeman) die Bemerkung fiel. Wollte er betonen: Das heutige Europa würde so etwas nicht mehr durchgehen lassen?
Gleichwohl mögen einige Mitdiskutanten in diesem Forum auch an die Jahre vor den Beneš-Dekreten denken: Die Münchener Konferenz 1938, die "Zerschlagung der Rest-Tschechei" im März 1939, das Terrorregime Heydrichs, die Auslöschung der Dörfer Lidice und Ležáky usw.
Angesichts der NS-Schreckensherrschaft in besetzten Ländern muss man sich wahrlich nicht über den Revanchismus nach 1945 - auch in Tschechien - nicht wundern! Seien wir - in dem Bewusstsein, dass die Beneš-Dekrete nicht von seiner Vorgeschichte zu trennen snd - froh darüber, dass diese Zeiten hinter uns liegen!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.01.2013 09:36 Uhr
Alexander Eicke

Ja und Nein.

Das die Tschechei sich nicht vom Deutschn Reich (Hl. Röm. dt. Nation)/Habsburger Besitzungen/ Deutschland trennen durfte ist Quatsch. Allerdings finde ich auch die damlagie Forderung von mehrheitlich deutschbesiedelten (dann) Grenzregionen sich für Verbleib oder Mitablösung enscheiden zu dürfen, für OK. Insofern liegt auch hier der Versailler-Vertrag als Grund des Übels zugrunde. Die wilde, unkonsensuale Trennung (siehe auch Jugoslavien Konflikt, wo der 35%-Serben-Anteil gewaltsam vom serbisch dominierten REstjugoslavien abgetrennt wurde und in der Folge als unterdrückte Minderheit behandelt wurde. Oder die Deutschen nach dem 1. WK in den von Polen Annektierten Teilen Oberschlesiens, wo es eine Schreckensherrschaft gegen diese Deutsceh gab, damit sie endlich freiwillig gingen - was für Hitler, wie für Benesch in Tschechien eine hervorragende Begründung für spätere noch schlimmere Schandtanen war).

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Torsten Gingemeyer

Das ist keine Rechtfertigung für vielfach größere Massaker an den Deutschen

Die genannten Fälle waren Ausnahmen u. nicht der Regelfall während der deutschen Herrschaft.Heute werden sie Propagandistisch instrumentalisiert um die Vertreib. zu rechtfertigen.Die tsch.Bevölkerung im Protektorat hatte eine der gringsten Kriegsverluste an Menschenleben in ganz Europa(8000 bis 20000).Schon die Gründung der Tschoslowakei war ein Fehler.Diese Gebiete gehörten zum territorialen Kernbestand des Heiligen röm. Reiches deutscher Nation(erstens deutsches Reich)u. hatten einen hohen deutschen Bevölkerungsanteil(35 %+)und lagen fast vollständig umschloßen im deutschsprachigen Siedlungsbiet (Schliesien bis Österreich).Dieser Staat wurde einzig und allein zur Teilung des hist. Deutschlands seitens der Allierten nach dem ersten Weltkrieg gegründet.Minderheitenprobleme hätte man auch anders lösen können.Deutsche und Tschechen haben mehr als 800 Jahre meist friedlich gemeinsam "ihr" Land bewohnt.Das einer Minderheit exklusive Rechte 1919 eingeräumt wurden ist das hist. Kernproblem.

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alois schneider
alois schneider (formal) - 19.01.2013 18:00 Uhr

der Skandal ist

das deutsche Interessen nicht mehr vertreten werden, so das selbst derartig menschenrechtsfeindliche Gesetze aus nationalisitischer Zeit überleben können.
Außenminister Joschka Fischer fuhr damals nach Prag und erklärte den nationalistitschen Tschechen, er stünde auf ihrer Seite (gegen die revanchistischen bösen Deutschen) und winkte Tschechien mit den Benes Dekreten in die EU, obwohl diese Dekrete gegen alle Grundsätze der EU verstoßen.
Hätte die deutsche Regierung nein gesagt, wären diese Dekrete schon lange Geschichte.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.01.2013 09:44 Uhr
Alexander Eicke

Ja und doch klar Nein.

Nein, die eigentliche Argumentation gegen die Benesch-Dekrete und Rechtfertigung der hunderttausenden Massaker an deutschen Zivilisten: unschuldige Frauen, Kinder, Alte, SPD-Wähler, Kommunisten, Nichtwähler usw. ist dass eine Bestrafung unter ethnischen Gesichtspunkten und ohne Rücksicht auf persönliche Schuld, IMMER rassistisch ist. Kein bisschen besser als die rassistische der Nazis. Traurig, dass diese Wahrheit versucht wird in Doppelten Standards (Doppelmoral) zu verstecken.

Direkten Opfern anerkenne ich einen größeren Racheradius zu (im Rahmen einer Schuldunfäfigkeit - trotzdem bliebe alles was über eine Notwehr hinaus geht unrecht) aber ich kann als Deutscher nicht ein tschechisches Mädchen von 8 Jahren zu Tode vergewaltigen, ihren Opa tot prügeln, weil irendein Deutscher irgendwo anders von einem ganz anderen Tschechen gequält und oder getötet worden ist. Auch wenn das staatlich organisiert worden war und nicht ein Einzelfall war.
Befremdlich, dass das nicht klar ist.

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Carsten Berg
Carsten Berg (Carberg) - 19.01.2013 13:50 Uhr

Fürst Schwarzenberg

ist als Vertreter "derer von..." sowieso eine Ausnahmeperson. Genau deshalb ist er auch im Ausland international vorzeigbar. Die Diplomatie ist gewissermaßen im Blut und Fleisch veran-
kert. Er bringt auch die alte östrr.-ungarischen Leutseligkeit mit, die den Kontakt angenehm
macht und die Parteien zumeist kompromissbereit. Leider sind die meisten Tschechen, außer
die Dissidenten wie Havel, extreme Nationalisten, seit 200 Jahren. Sie hielten sich immer von
den Österreichern für ausgebeutet und benutzt. Benes war bitter, aber es gibt auch eine Kom-
ponente der detschen Rache: Je weniger Deutsche in Böhmen und Mähren, je mieser die Lebensqualität. Diese Extremisten durften durch den Stacheldraht mit ansehen, wie Deutsch- land seit 1946 schnell regenerierte und CSSR im allgemeinen "Russendreck" stecken blieb. Sie konnten froh sein, dass es die Prager Burg und Gescher gab. Ohne Deutschlands Für- sorge keine Aufnahme in Europa. Wichtig ist ihre Teilnahme ohnehin nie gewesen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 15:31 Uhr
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Herr Berg

Sie scheinen ja das kleine, aber "tschechische" Volk der Tschechen nicht sehr zu lieben. Es gibt viele aeltere Buerger in Tschechien, die der goldenen Zeit des Kaiserreiches nachtrauern, es gibt viele Buerger, die ihre durch und durch korrupte Politikszene verdammen, aber das Deutsche wieder etwas in Prag zu melden haben, das werden alle Tschechen gemeinsam verhindern. Niemand vergisst hier die Ermordeten des Henkers von Prag, kein Tscheche vergisst die deutsche Besatzung, Panzer auf der Karlsbruecke, SS Abteilungen die Menschen wie Ratten ersauften, sie sind bereit zu vergessen, aber die deutschen Buerger sollten sich zurueckhalten in ihren Forderungen nach unloesbaren Revisionen der Ergebnisse von Jalta.

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Joachim Arnold
Joachim Arnold (arnie39) - 19.01.2013 13:10 Uhr

Sie irren, Herr Thomas Müller.....

...dieser Staat (und viele seiner Medien) kann sehr kämpferisch sein und sozusagen aus allen (auch dubiosen) Rohren feuern, wenn es gilt, politisch unkorrekte Meinungen wie die Ihre (der ich mich anschließe) zu bekämpfen. Als am wirksamsten gegen unliebsame Stimmen hat sich jedoch die Nazikeule erwiesen!

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Godehard Schmidt-Goertz

Umkehr - nicht Rückkehr!

Der Nationalismus war eine böse Frucht der französischen Revolution, die ganz Europa vergiftete und die Ordnung der alten mitteleuropäischen Reiche, in denen viele Völker friedlich durcheinander lebten, umstürzte. Schon im 19. Jahrhundert kämpften die Nationen in Europa um neue Grenzen, mit denen sie "ethnisch saubere" Nationalstaaten schaffen wollten; autochtone Minderheiten wurden zwangsweise assimiliert. Im "30-jährigen Weltkrieg" von 1914 - 1945 ist der nationalistische Furor kulminiert und hat durch die völlige Erschöpfung aller Beteilgten bleibende Fakten geschaffen.
Die vielen deutschen Sprachgemeinschaften wurden zum Verlierer der nationalistischen Zentralstaatsbewegung. "Heim ins Reich!" wurde ihnen nicht nur von anderen Völkern, sondern auch aus dem Deutschen Reich selbst zugerufen; man denke hier z.B. an Südtirol! Wir können die Dinge nicht ungeschehen machen. Aber wir sollten aus dem Schaden klug geworden sein und uns mehr als "Kulturnation" denn als "Staatsnation" sehen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.01.2013 12:12 Uhr
heide Roscher
heide Roscher (heiro17) - 20.01.2013 12:12 Uhr

Willkommenskultur

Die Einladung zur Rückkehr wäre eine großzügige Geste. Rumänien und Ungarn haben es vorgemacht.
Schon das Gefühl, als Landsmann wieder in der Heimat willkommen zu sein und nicht nur im besten Fall als zahlender Tourist, wäre ein großer Schritt nach vorn.

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Henk Hulst
Henk Hulst (HenkHulst) - 19.01.2013 12:59 Uhr

Schwarzseher

Schwarzenbergs Bemerkung ist ein innenpolitscher Schachzug in der Tschechischen Republik, aber davon agesehen weitgehend banal. Natürlich entsprachen die "Beneš-Dekrete" nicht den Standards eines demokratischen Rechtsstaats. So wie die Herrschaft des "Henkers von Prag", die Gepflogenheiten in der ČSSR und und und. Den Haag könnte leicht mit historischen Figuren gefüllt werden. Aber Geschichte umfasst die Vergangenheit. Um mehr als Symbolik geht es nicht und kann es nicht gehen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 19:12 Uhr
Michael Scheffler

Und?

Das hieße, dass die Tschechen diese Dekrete endlich mal für null und nichtig erkläeren würden. Das wäre ein starkes Symbol! Warum ist eine Leiche, die in der Elbe trieb, Deutschen und Tschechichen Politerkern nur dann etwas wert, wenn es eine tscheschiche war?

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Ronald Gruenebaum

Schade

Der Kommentar ist wohl eher peinlich, weil er die EU mit etwas in Verbindung bringt, was mit ihr nichts zu tun hat. Ich erwarte schon von einem FAZ-Redakteur, dass er die rechtliche Realität der EU von dem in Deutschland oft anzutreffenden verschwurbelten Europagedanken zu trennen weiss.

Die Dekrete datieren vor den Römischen Verträgen und waren beim Beitritt der Tschechischen Republik zur EG/EU nicht mehr in Kraft. Es gibt hier also keinerlei EU-Relevanz. Wenn etwas zu klären ist, dann muss das bi-lateral zwischen Deutschland (und das heisst wohl eher Bayern) und den Nachfolgestaaten der Tschechoslowakei geschehen. Die billige Polemik gegen die "Großbaumeister des versöhnten Europas" hätte sich der Autor sparen können.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 14:31 Uhr
Michael Leh

Der Kommentar von Kohler ist mitnichten "peinlich", sondern vielmehr in jedem Satz richtig und ...

zutreffend. Die "Kopenhagener Kriterien" bzgl. des EU-Beitritts weiterer Staaten besagten u.a. „...Als Voraussetzung für die Mitgliedschaft muss der Beitrittskandidat eine institutionelle Stabilität als Garantie für demokratische und rechtsstaatliche Ordnung, für die Wahrung der Menschenrechte sowie die Achtung und den Schutz von Minderheiten verwirklicht haben ...". Sowohl die Benesch-Dekrete bzgl. der entschädigungslosen Enteignung und völligen Entrechtung der Sudetendeutschen widersprachen dem wie auch das von Kohler zurecht genannte "Rechtfertigungsgesetz", das auch schwerste Straftaten gegen Deutsche bis in den Oktober 1945 hinein - also lange nach Kriegsende - straffrei stellte. Diese Fragen betrafen sehr wohl auch rechtlich den EU-Beitritt, und es wurde darum auch mit gegensätzlichen Gutachten gerungen. Letztlich wurde aber POLITISCH entschieden, dass die Benesch-Dekrete (auf deren Grundlage weiter judiziert wird bei Restitutionsfragen) und das o.g. Gesetz nicht entgegenstünden.

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Xenia Mutschera

Wiedergutmachung -

gibt es nicht, wird es nicht geben, ist nicht möglich.
Die Verbrechen sind geschehen und lassen sich nicht rückgängig machen.
Ich bin deutsche Patriotin und überzeugte Christin. Mein Standpunkt ist:
Vergebung ist möglich, und wer in der Lage ist, anderen zu vergeben, ist eher in der Lage, sich selbst zu vergeben. So ist die Psychologie des Menschen. Zufällig oder auch nicht findet dies Entsprechung im christlichen Glauben. Der christliche Gott möchte nicht, dass wir an unserer Schuld tragen, sondern dass wir frei sind. - unsere Politiker sind dies leider nicht und deshalb sind sie z.B. nicht in der Lage ein Konzept für den Frieden zwischen Juden und Arabern zu entwickeln, welches tragfähig ist. So läuft die Hassspirale rund und bremst unter anderem auch den Westen ein. - schlecht für zukünftige Generationen. Mehr Mut täte gut.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 16:25 Uhr
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Xenia Mutschera

ich respektiere Ihre Meinung und halte sie für richtig. Aber wenn ein ein Land, welches sich als christlich erklärt, wie die Tschechei, die eigene Schuld nicht anerkennen will, ja bis heute sogar ein Gesetz hat, daß die damaligen Verbrechen keine verbrechen waren, hat dieses Land nichts in einer EU verloren. Ich als Christ bin zur Vergebung nur bei denen bereit, die um Vergebung bitten. Sonst sind es Kriminelle, die das Verbrecherische ihrer handlungen nicht erkennen wollen.

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ich moechte ja nicht unken

aber das die Nachkriegsgeschichte neu geschrieben werde, das ist etwas ausserhalb der Realitaet. Auch das die Foristen in ihrer Mehrheit davon traeumen , wie auch der gute Herr Kohler, ist ausserirdisch. Das tschechische Volk ist zwar klein im Gegensatz zu Deutschland, aber der Nationalstolz ist durch 45 Jahre Kalter Krieg nicht abhanden gekommen, wie in D festzustellen ist, sondern eher gewachsen. Schwarzenberg ist schon der Verlierer, das garantiere ich Ihnen. Wenn die Deutschen das Sudetenland besiedeln wollen, so hindert sie niemand daran, dort steht jedes dritte Haus leer oder zum symbolischen Verkauf, sie muessen jedoch die Rekonstruktion auf ihre Kosten durchfuehren, was sehr teuer wird.
Im Uebrigen haben die Alliierten diese Gesetze gefordert und garantiert, jetzt die Tschechen dafuer verantwortlich zu machen ist einfach laecherlich. Nur den USA haben wir zu verdanken, das es nicht noch schlimmer kam, ich erinnere an die Wuensche Frankreichs und Stalins was aus D werden soll.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 19:16 Uhr
Michael Scheffler

Herr Mueller

Unsinn: die Tschechen sollten sich entschuldigen für das, was sie den Vertriebenen angetan hatten, denn es war die Heimat der Vertriebenen. Viele sind bei diesem Exodus ums Leben gekommen. Es will keiner etwas rückgängig machen, aber Ihre Forderung, dass die Vertriebenen ihre kaputten Häuser zurückkaufen und auf eigene Kosten sanieren sollten, ist einfach lächerlich. In diese Gebiet will kaum einer zurück.

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Ulrich Mayer
Ulrich Mayer (Bayer01) - 19.01.2013 11:41 Uhr

Zeit für Wiedergutmachung

Dann sollten die Tschechen das Unrecht wiedergutmachen.
Ein internationaler Vertrag hatte die deutschen Siedlungsgebiete dem Deutschen Reich zugesprochen. Dass er ohne Beteiligung der Tschechoslowakei zustande kam, ist allerdings ein Manko. Ein geläuterter Tschechischer Ministerpräsident sollte allerdings die Abgabe der deutschen Gebiete an Deutschland heute freiwillig gewähren.
Sonst würde er die Fortdauer des Vertreibungsunrechts verantworten.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.01.2013 08:58 Uhr
Werner Mueller

Strich drunter

Selbst wenn so sollte Deutschland aber aus wirtschaftlichen Gründen die Annahme strikt verweigern. Bzgl. Infrastruktur und Sozialtransfers kann das nur ein gehöriger Draufleger werden. Im Übrigen hindert die Sudetendeutschen niemand daran wieder zurück in ihre alte Heimat zu ziehen, man kann dort viele leerstehende Häuser zu absolutem Spottpreisen kaufen. Aber den meisten gefällt es in Bayern dann doch besser.

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Herr Meyer....

wenn nicht einmal die BRD den in der DDR Enteigneten ihren Besitz zurückgab, wie können wir das von der Tschechei fordern. Die werden uns doch schlichterdings auslachen.

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Amal Younis

Die brutale Vertreibung der Deutschen......

.......aus dem Sudetenland, Ostpreussen, Schlessien und die nicht weniger brutale Zerschlagung der Wolga-Republik und auch die der Enklaven, wie Siebenburgen z.B., sind auf das schaerfste zu verurteilen.
Es mag fuer die Ohren vieler als kaum realisierbar klingen, doch glaube ich schon an einer Gebietsrueckgabe an der heutigen BRD. Dabei denke ich, z.B., am sehr duenn besiedelten Ostpreussen, das ja gut siebenhundert Jahren von Deutschen besiedelt war. Den unter Helmut Kohl unterzeichneten Oder-Neisse-Vertrag waere meines Erachtens kein grosses Hindernis.
Deutschland kann auch den Polen das Gebiet abkaufen. Alle Seiten werden davon profitieren. Polen wird viel Geld bekommen, Deutschland bekommt ihr Staatsgebiet zurueck und, nicht zuletzt, auch die jetzigen Bewohner dieses Gebietes werden profitieren, denn diejenigen die nicht im neuen Deutschland weiter leben wollen, werden kompensiert und die andern werden vom hervorragenden deutschen System nur profitieren.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.01.2013 09:06 Uhr
Werner Mueller

kein Mensch braucht diese Gebiete

Es gibt keinen einzigen Vorteil für Deutschland diese abgewirtschafteten Gebiete zu erwerben. Das sich die dortigen Bewohner über Hartz4 und sonstige Wohltaten freuen würden, ist klar, aber den westdeutschen Steuerzahler würde das sicherlich nicht so freuen wie Sie.

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Dietmar Fleischhauer

@Hr. Müller: "Man stelle sich nur einmal vor, es gäbe in Deutschland weiterhin Gesetze,..."

"... die etwa die Enteignung, Vertreibung und Mord einer Volksgruppe bis heute legalisieren würden"

Freuen Sie sich nicht zu früh, die gibt es! Die Bundesrepublik muß sich nicht hinter den Tschechen verstecken. Sie hat die während der sowjetischen Besatzungszeit an deutschen Familien begangenen Verbrechen (Enteignung, Vertreibung, Verschleppung, Mord) mit der Wiedervereinigung umstandslos legalisiert und den Opfern sowie ihren Nachkommen (ihren eigenen Bürgern!) jeglichen Rechtsschutz und Möglichkeit zur Rehabilitation aus kalter Berechnung vorenthalten. Das ist Deutschland und Europa heute!

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Thomas Müller
Thomas Müller (tholer) - 19.01.2013 12:49 Uhr

Überholt

So sehr es mich schmerzt, wenn ich sehe, daß Höhepunkte deutscher Hochkultur heute im Ausland liegen, so überholt erscheint mir doch gleichzeitig der Gedanke, deswegen Anstrengungen zu unternehmen.

Früher, da brauchte ein Volk Land um seine stetig wachsende Bevölkerung ernähren zu können und auch Wirtschaftskraft bzw. Lebensstandard hatte viel mit Landwirtschaft und indirekt auch Bodenschätzen zu tun. Da machte der Streit um Siedlungsgebiete Sinn. Heute sind wir von diesen Notwendigkeiten glücklicherweise entkoppelt und stehen eher vor der Frage, wie man verödende Landstriche für die restlichen Bewohner erhalten kann.

Ein anderes Thema ist aber das kommende Europa, in dem für Artefakte wie diese unseligen Dekrete einfach kein Platz sein darf. Man stelle sich nur einmal vor, es gäbe in Deutschland weiterhin Gesetze, die etwa die Enteignung, Vertreibung und Mord einer Volksgruppe bis heute legalisieren würden.

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Torsten Gingemeyer

@ Herr Younis Nördl. Ostpreussen (Kaleningrader Gebiet)!

Ich vermute sie beziehen sich auf die heute russische Enklave des nördl. Ostpreussens.Hierzu gab es wohl nach mehreren Berichten ein Angebot Russlands Anfang der 90ér Jahre dieses Gebiet an Deutschland zu verkaufen.Dies hat die Regierung Kohl aus nachvollziehbaren außenpolitischen Rücksichtnahen abgelehnt.Ein Angebot seitens Polens in Bezug auf das südl. Ostpreussen hat es nie gegeben. Ein Rückgabe der 1945 eroberten Ostgebiete Deutschlands halte ich unter den heutigen geopolitischen Rahmenbedingungen(Pax Americana in Europa für nicht realistisch).Langfristig sind natürlich in Europa Veränderungen der geopolitischen Gewichte und Grenzen grundsätzlich nicht ausgeschloßen und waren es in der Geschichte nie.Ich glaube jedoch nicht daran das dies in meiner Lebenszeit geschiet(und ich bin ein junger Mensch).Europa hat immer wieder starke politische Veränderungen erfahren,deshalb kann man nie zu der Aussage gelangen z.B. das bestimmte Grenzen "endgültig" (NS Wort) sind,dies wäre Wahrsagerei.

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Thomas Müller
Thomas Müller (tholer) - 19.01.2013 10:41 Uhr

Irgendwie ein Sinnbild für die Bundesrepublik Deutschland

Dieser Staat kann sich im inneren weder gegen ungebildete Schläger, infantile Sozialbetrüger oder gemeingefährliche Extremisten noch sonst irgendwen durchsetzen.

In der Außenpolitik dürfen selbst Staaten von der Größe Baden-Würtembergs Gesetze kultivieren, die Mord und Totschlag an Deutschen für Recht erklären, ohne _irgendwelche_ Konsequenzen fürchten zu müssen. Nicht einmal protestiert wird dagegen.

Dieser Staat, und alles wofür er steht, ist lächerlich, traurig und dekadent.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 19:19 Uhr
Michael Scheffler

Herr Weidinger

Warumm wird dann nicht gleichfalls ein Verbot der Kommunisten angestrebt? Und: wenn ein Staat aufg Unrecht gebaut ist, bleibt es ständig Unrecht, bis es geheilt ist. Oder könnten Sie sich vorstellen, dass einDeutschland, dass noch nach irgendeinem Führerbefehl leben würde, in die EU aufgenommen worden wäre? Wohl kaum.

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peter bernhardt

Dieser Staat, und alles wofür er steht, ist lächerlich, traurig und morbide.

Ein Volk, das sich kaum als solches empfindet, sein Dasein nicht Erklären, seine Gemeinschaft nicht definieren und seinen Willen nicht Artikulieren kann.

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Herbert Weidinger

Vaterstaat

"Dieser Staat kann sich im inneren weder gegen ungebildete Schläger, infantile Sozialbetrüger oder gemeingefährliche Extremisten noch sonst irgendwen durchsetzen."
Wieso? Das NPD-Verbotsverfahren läuft doch schon.
Allerdings nimmt nach 67 Jahren das Interesse an den Dekreten verständlicherweise ab.

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Ivo Bartoš
Ivo Bartoš (tenonen) - 19.01.2013 10:10 Uhr

Schwarzenberg hat jetzt keine Chance mehr

Dass Karel Schwarzenberg im tschechischen Parlament schon ein paar mal eingeschlafen ist, gehört in Tschechien zu seinem Image und ist von der tschechischen Bevölkerung eigentlich eher mit Symphatie empfangen worden. Wenn er aber jetzt den tschechischen Präsidenten Benes nach Haag schicken wollte, hat er gegen sich die Mehrheit der Tschechen gewendet, auch manche von denen, die ihn bisher wählen wollten. Warum spricht man in Europa nur von den aus der Tschechoslowakei ausgesiedelten Deutschen und nicht von denselben aus dem heutigen Polen oder ehemaligen Ostpreussen? (Ich weiss, das Wort Aussiedlung statt Vertreibung, ähnlich wie Sonderbehandlung statt Ermordung...). Weil es zu wenig tote Tschechen und tschechische Juden und viel mehr tote Polen und polnische Juden gab? Aber die Tschechen meinen, es gab genug tote Tschechen während des "Protektorats" und vor allem haben sie Heydrichs Worte immer vor ihren Augen: die Tschechen haben in diesem Raum letztendlich nichts zu machen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 11:12 Uhr
Torsten Gingemeyer

Sehr geehrter Herr Bartos

Es gibt einen erheblichen Unterschied zw. der dt. Besatzung in Polen und in Tschchien. Erstens in der Zahl der Opfer unter den ethn. Tschechen.Diese waren mit 8000 bis 20.000 während des gesamten Krieges sehr gering (eine der gringsten Verlustraten in ganz Europa).Zweitens verfolgte die NS Politik im Protektorat langfristig in wesentlichen Teilen eine Politik der Assimilation (NS-Annahme hoher germanischer Blutsanteile unter den Tschechen als Begündung).Eine Massenaussiedlung von Tschechen während des WK2 aus dem Protektorat hat es nicht gegeben.Was es jedoch gegeben hat war eine Verteibung und Ermordung der überwiegend deutschsprachigen Juden aus dem Protektorat auf deutsche Anordnung aber unter aktiver Beteiligung insbesondere der tschechischen Polizei und von Teilen der Bevölkerung.Die Ideen der Austreibung der Deutschen waren nicht Ergebnis des 2WK sondern des Willens eine ultranationalistischen Poltik der Tschechen.Benes äußerte diese Ideen bereits 1921 bei der Gründung Tschechien

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Jürgen Vogel
Jürgen Vogel (pascht) - 19.01.2013 09:50 Uhr

Herr Kohler sie sind ein mutiger Mann

Wenn man die Benes-Dekrete im richtigem historischen Kontext mit den Verbrechen der Nazis positioniert, ohne Aufrechnung und Gegenrechnung, bleibt davon natürlich nur das übrig was sie sind, Menschenrechtsverletzung wegen der undifferenzierten Anwendung auch auf durch die Naziideologie unbelastete Menschen. Diese Dekrete haben letztendlich nur die rassistischen Vorurteile der Nazis durch ebenso rassistische Vorurteile unberechtigt und ungerechtfertigterweise relativiert. Das lässt sich nicht mit den Verbrechen der Nazis Aufrechnen oder Gegenrechnen. Verbrechen bleibt Verbrechen. Diese Tragik der fehelenden Erkenntnis aus dem grössten Hasskrieg der Menscheit ist die bittere Erkenntnis aus der Bewertung der Benes-Dekrete. Dass nun ein tschechischer Politiker es wagt die Benes-Dekrete etwas differenzierter im historischen Kontext zu betrachten, gibt allerdings Hoffnung, das historisch gewachsene gegenseitige Mistrauen zu überwinden.

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Wenzel Seidel

Benes nach Den Haag

Warum wundert es keinen wenn in einem Mitgliedstaat der EU die Grundmenschenrechte nicht eingehalten werden?

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Ich frage mich angesichts der Feststellung:

"Zu diesen Normen gehört das bis heute gültige Rechtfertigungsgesetz, das an Angehörigen der deutschen Minderheit begangene Verbrechen bis hin zum Massenmord für rechtmäßig erklärt."

Was hat ein derartiger Staat in einem rechtsstaatlichen Europa zu suchen?

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Dieter Sporn

Respekt!

Zu wünschen wäre, dass dieser offensichtlich sehr europäisch denkende Politiker dann auch Staatspräsident werden wird. Also, Ihr Tschechen, wählt dann mal!

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Jahrgang 1961, Herausgeber.

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