18.01.2013 · Der tschechische Präsidentschaftskandidat Karel Schwarzenberg hat die Vertreibung der Deutschen und die Dekrete des damaligen Präsidenten Beneš als „schwere Verletzung der Menschenrechte“ verurteilt und gesagt, Beneš käme heutzutage nach Den Haag. Einen solchen Satz hat noch kein Prager Politiker geäußert, der noch etwas werden wollte.
Von Berthold KohlerRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Ich glaube von vielen FAZ Lesern falsch verstanden zu sein, wohl so wie die viele heutige Tschechen von den vielen heutigen Deutschen. Wie Sie alle sehen, habe ich Deutsch gelernt, obwohl ich ein Tscheche bin. Ich schätze sehr die deutsche Kultur, und darunter meine ich einfach alles, nicht nur die Künste, sondern auch Wirtschaft, Handel, Handwerk, Sprache, Bräuche, Bier :-) usw. Ich treffe in Tschechien überall an die deutsche Vergangenheit. Die Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Tschechen gehen nicht nur zum Jahre 1938 oder 1918 sondern viele Jahrhunderte zurück. Die selben Jahrhunderte wurden aber mit Zusammenarbeit zwischen deutschen und tschechischen Einwohnern Böhmens, Mährens und Schlesiens gefüllt. Die wirkliche Trennung begann nach 1774, wenn Maria Theresia die neue Schulordnung anordnete. Diese vorsah, dass in einiger Zeit in allen Schulen Österreichs nur deutsch gesprochen wird. Die Tschechen wünschen heute die Freundschaft mit allen deutschsprachigen Europäern.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.01.2013 07:39 UhrHallo Herr Bartos (Bartosch)
Mit Sicherheit gibt es viele Deutsche die sie missverstehen, aber es gibt mit Sicherheit auch viele Deutsche die sie sehr wohl verstehen, denn auch viele Deutsche haben die unsäglichen Leiden der Vergangenheit Europas genauso leidvoll ertragen müssen wie die Tschechen und auch andere Völker Europas. Genau diese unsägliche Vergangeneheit wollen wir nun durch das vereinte Europa hinter uns lassen. Europa ist mehr als nur Markt und Profit. Es ist nicht immer leicht die Guten und die Bösen eindeutig voneinander zu trennen. Es kommt dabei auch auf den eigenen Standpunkt an. Deswegen sollten wir uns auf dieses Spielchen erst gar nicht einlassen. Wir sollten uns gemeinsam auf das Gute unseres gemeinsamen europäischen Erbe besinnen, denn das gab es auch, um eine gemeinsame bessere Zukunft aufzubauen und die Dämonen der Vergangeneheit in den Keller der Geschichte verbannen.
Keine Vertreibung aus Geschichte und Kultur
Warum keine zweisprachige - historisch korrekte - Beschilderung
historischer Gebäude? Häufig werden historisch deutsche Namen
einfach vertschechisiert oder die deutsche Vergangenheit wird
ausgeklammert und geleugnet.
Das sollte für alle Vertreibungsgebiete gelten und wäre
Aufgabe von EU und Uno
Historisch deutsche Namen? Deutsche Vertreibungsgebiete?
Ihnen sollte doch klar sein, dass dies eine Frage aus der Sicht des eigenen Standpunktes ist. Sollte die EU oder die UNO dann die Sicht ihres eigenen Standpunktes mit Gewalt durchsetzen? Was wenn die Tschechen das nun anders sehen und sich weigern? Sollten wir dann Krieg gegen sie führen? Natürlich durch die EU und die UNO mit einem Mandat legitimiert und natürlich nach Genehmigung durch den Bundestag ;-). Die ultimative Wahrheit und das ultimative Recht wird es nie geben. Der Weg zum friedlichen Miteinander führt nur über eine Brücke über die man nur gemeinsam gehen kann. Das heisst aber auch, dass ein jeder von seinem eigenen Weg ein Stückchen abweichen muss. Wozu brauchen sie deutsche Strassennamen in der souveränen Republik Tschechien?
Kohler sei bedankt, er kennt Prag unter Havel wie kaum ein anderer. Die Kandidaten Schwarzenberg und Zeman verhalten sich wie HAVEL zu KLAUS. Der zweite ist der gewiefte Benes verehrende Politikakrobat, der erstgenannte moralische Instanz, dem man das Wort im Mund umdreht und ihn, auf tschechischen Geschichtsmythen beharrend, übel verleumdet. Der Fürst aber, wie ein wackrer Schwabe, "forcht sich nicht". Vor wem schon? Er hat schließlich auch einen Schweizer Pass. Er war auf Vorschlag Kreiskys von 1984 bis 1991 Chef der Internationalen Helsinki Kommission für Menschenrechte, die er kennt und klar vertritt, während Klaus sie ausdrücklich vor der Unterschrift zum Lissabonvertrag als für Tschechien ungültig hat ausnehmen lassen. Jetzt wirbt er offen für Zeman, oben von der Burg aus!
Fürst von Schwarzenberg ist moderner, als viele denken!
Er denkt viel europäischer als noch-Präsident Klaus und
weiß, dass die Beneš-Dekrete aus heutiger Perspektive klares
Unrecht sind. Aber: die Geschichte ist seitdem 65 Jahre weitergezogen.
Leider wird nicht davon berichtet, in welchem Zusammenhang (offenbar im
TV-Duell mit seinem Präsidentschafts-Mitbewerber Zeman) die
Bemerkung fiel. Wollte er betonen: Das heutige Europa würde so
etwas nicht mehr durchgehen lassen?
Gleichwohl mögen einige Mitdiskutanten in diesem Forum auch an die
Jahre vor den Beneš-Dekreten denken: Die Münchener Konferenz 1938,
die "Zerschlagung der Rest-Tschechei" im März 1939, das
Terrorregime Heydrichs, die Auslöschung der Dörfer Lidice und
Ležáky usw.
Angesichts der NS-Schreckensherrschaft in besetzten Ländern muss
man sich wahrlich nicht über den Revanchismus nach 1945 - auch in
Tschechien - nicht wundern! Seien wir - in dem Bewusstsein, dass die
Beneš-Dekrete nicht von seiner Vorgeschichte zu trennen snd - froh
darüber, dass diese Zeiten hinter uns liegen!
Ja und Nein.
Das die Tschechei sich nicht vom Deutschn Reich (Hl. Röm. dt.
Nation)/Habsburger Besitzungen/ Deutschland trennen durfte ist Quatsch.
Allerdings finde ich auch die damlagie Forderung von mehrheitlich
deutschbesiedelten (dann) Grenzregionen sich für Verbleib oder
Mitablösung enscheiden zu dürfen, für OK. Insofern liegt
auch hier der Versailler-Vertrag als Grund des Übels zugrunde. Die
wilde, unkonsensuale Trennung (siehe auch Jugoslavien Konflikt, wo der
35%-Serben-Anteil gewaltsam vom serbisch dominierten REstjugoslavien
abgetrennt wurde und in der Folge als unterdrückte Minderheit
behandelt wurde. Oder die Deutschen nach dem 1. WK in den von Polen
Annektierten Teilen Oberschlesiens, wo es eine Schreckensherrschaft
gegen diese Deutsceh gab, damit sie endlich freiwillig gingen - was
für Hitler, wie für Benesch in Tschechien eine hervorragende
Begründung für spätere noch schlimmere Schandtanen war).
Das ist keine Rechtfertigung für vielfach größere Massaker an den Deutschen
Die genannten Fälle waren Ausnahmen u. nicht der Regelfall während der deutschen Herrschaft.Heute werden sie Propagandistisch instrumentalisiert um die Vertreib. zu rechtfertigen.Die tsch.Bevölkerung im Protektorat hatte eine der gringsten Kriegsverluste an Menschenleben in ganz Europa(8000 bis 20000).Schon die Gründung der Tschoslowakei war ein Fehler.Diese Gebiete gehörten zum territorialen Kernbestand des Heiligen röm. Reiches deutscher Nation(erstens deutsches Reich)u. hatten einen hohen deutschen Bevölkerungsanteil(35 %+)und lagen fast vollständig umschloßen im deutschsprachigen Siedlungsbiet (Schliesien bis Österreich).Dieser Staat wurde einzig und allein zur Teilung des hist. Deutschlands seitens der Allierten nach dem ersten Weltkrieg gegründet.Minderheitenprobleme hätte man auch anders lösen können.Deutsche und Tschechen haben mehr als 800 Jahre meist friedlich gemeinsam "ihr" Land bewohnt.Das einer Minderheit exklusive Rechte 1919 eingeräumt wurden ist das hist. Kernproblem.
das deutsche Interessen nicht mehr vertreten werden, so das selbst
derartig menschenrechtsfeindliche Gesetze aus nationalisitischer Zeit
überleben können.
Außenminister Joschka Fischer fuhr damals nach Prag und
erklärte den nationalistitschen Tschechen, er stünde auf ihrer
Seite (gegen die revanchistischen bösen Deutschen) und winkte
Tschechien mit den Benes Dekreten in die EU, obwohl diese Dekrete gegen
alle Grundsätze der EU verstoßen.
Hätte die deutsche Regierung nein gesagt, wären diese Dekrete
schon lange Geschichte.
Ja und doch klar Nein.
Nein, die eigentliche Argumentation gegen die Benesch-Dekrete und
Rechtfertigung der hunderttausenden Massaker an deutschen Zivilisten:
unschuldige Frauen, Kinder, Alte, SPD-Wähler, Kommunisten,
Nichtwähler usw. ist dass eine Bestrafung unter ethnischen
Gesichtspunkten und ohne Rücksicht auf persönliche Schuld,
IMMER rassistisch ist. Kein bisschen besser als die rassistische der
Nazis. Traurig, dass diese Wahrheit versucht wird in Doppelten Standards
(Doppelmoral) zu verstecken.
Direkten Opfern anerkenne ich einen größeren Racheradius zu
(im Rahmen einer Schuldunfäfigkeit - trotzdem bliebe alles was
über eine Notwehr hinaus geht unrecht) aber ich kann als Deutscher
nicht ein tschechisches Mädchen von 8 Jahren zu Tode vergewaltigen,
ihren Opa tot prügeln, weil irendein Deutscher irgendwo anders von
einem ganz anderen Tschechen gequält und oder getötet worden
ist. Auch wenn das staatlich organisiert worden war und nicht ein
Einzelfall war.
Befremdlich, dass das nicht klar ist.
ist als Vertreter "derer von..." sowieso eine Ausnahmeperson.
Genau deshalb ist er auch im Ausland international vorzeigbar. Die
Diplomatie ist gewissermaßen im Blut und Fleisch veran-
kert. Er bringt auch die alte östrr.-ungarischen Leutseligkeit mit,
die den Kontakt angenehm
macht und die Parteien zumeist kompromissbereit. Leider sind die meisten
Tschechen, außer
die Dissidenten wie Havel, extreme Nationalisten, seit 200 Jahren. Sie
hielten sich immer von
den Österreichern für ausgebeutet und benutzt. Benes war
bitter, aber es gibt auch eine Kom-
ponente der detschen Rache: Je weniger Deutsche in Böhmen und
Mähren, je mieser die Lebensqualität. Diese Extremisten
durften durch den Stacheldraht mit ansehen, wie Deutsch- land seit 1946
schnell regenerierte und CSSR im allgemeinen "Russendreck"
stecken blieb. Sie konnten froh sein, dass es die Prager Burg und
Gescher gab. Ohne Deutschlands Für- sorge keine Aufnahme in Europa.
Wichtig ist ihre Teilnahme ohnehin nie gewesen.
Herr Berg
Sie scheinen ja das kleine, aber "tschechische" Volk der Tschechen nicht sehr zu lieben. Es gibt viele aeltere Buerger in Tschechien, die der goldenen Zeit des Kaiserreiches nachtrauern, es gibt viele Buerger, die ihre durch und durch korrupte Politikszene verdammen, aber das Deutsche wieder etwas in Prag zu melden haben, das werden alle Tschechen gemeinsam verhindern. Niemand vergisst hier die Ermordeten des Henkers von Prag, kein Tscheche vergisst die deutsche Besatzung, Panzer auf der Karlsbruecke, SS Abteilungen die Menschen wie Ratten ersauften, sie sind bereit zu vergessen, aber die deutschen Buerger sollten sich zurueckhalten in ihren Forderungen nach unloesbaren Revisionen der Ergebnisse von Jalta.
Sie irren, Herr Thomas Müller.....
...dieser Staat (und viele seiner Medien) kann sehr kämpferisch sein und sozusagen aus allen (auch dubiosen) Rohren feuern, wenn es gilt, politisch unkorrekte Meinungen wie die Ihre (der ich mich anschließe) zu bekämpfen. Als am wirksamsten gegen unliebsame Stimmen hat sich jedoch die Nazikeule erwiesen!
Der Nationalismus war eine böse Frucht der französischen
Revolution, die ganz Europa vergiftete und die Ordnung der alten
mitteleuropäischen Reiche, in denen viele Völker friedlich
durcheinander lebten, umstürzte. Schon im 19. Jahrhundert
kämpften die Nationen in Europa um neue Grenzen, mit denen sie
"ethnisch saubere" Nationalstaaten schaffen wollten;
autochtone Minderheiten wurden zwangsweise assimiliert. Im
"30-jährigen Weltkrieg" von 1914 - 1945 ist der
nationalistische Furor kulminiert und hat durch die völlige
Erschöpfung aller Beteilgten bleibende Fakten geschaffen.
Die vielen deutschen Sprachgemeinschaften wurden zum Verlierer der
nationalistischen Zentralstaatsbewegung. "Heim ins Reich!"
wurde ihnen nicht nur von anderen Völkern, sondern auch aus dem
Deutschen Reich selbst zugerufen; man denke hier z.B. an Südtirol!
Wir können die Dinge nicht ungeschehen machen. Aber wir sollten aus
dem Schaden klug geworden sein und uns mehr als "Kulturnation"
denn als "Staatsnation" sehen.
Willkommenskultur
Die Einladung zur Rückkehr wäre eine großzügige
Geste. Rumänien und Ungarn haben es vorgemacht.
Schon das Gefühl, als Landsmann wieder in der Heimat willkommen zu
sein und nicht nur im besten Fall als zahlender Tourist, wäre ein
großer Schritt nach vorn.
Schwarzenbergs Bemerkung ist ein innenpolitscher Schachzug in der Tschechischen Republik, aber davon agesehen weitgehend banal. Natürlich entsprachen die "Beneš-Dekrete" nicht den Standards eines demokratischen Rechtsstaats. So wie die Herrschaft des "Henkers von Prag", die Gepflogenheiten in der ČSSR und und und. Den Haag könnte leicht mit historischen Figuren gefüllt werden. Aber Geschichte umfasst die Vergangenheit. Um mehr als Symbolik geht es nicht und kann es nicht gehen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 19:12 UhrUnd?
Das hieße, dass die Tschechen diese Dekrete endlich mal für null und nichtig erkläeren würden. Das wäre ein starkes Symbol! Warum ist eine Leiche, die in der Elbe trieb, Deutschen und Tschechichen Politerkern nur dann etwas wert, wenn es eine tscheschiche war?
Der Kommentar ist wohl eher peinlich, weil er die EU mit etwas in
Verbindung bringt, was mit ihr nichts zu tun hat. Ich erwarte schon von
einem FAZ-Redakteur, dass er die rechtliche Realität der EU von dem
in Deutschland oft anzutreffenden verschwurbelten Europagedanken zu
trennen weiss.
Die Dekrete datieren vor den Römischen Verträgen und waren
beim Beitritt der Tschechischen Republik zur EG/EU nicht mehr in Kraft.
Es gibt hier also keinerlei EU-Relevanz. Wenn etwas zu klären ist,
dann muss das bi-lateral zwischen Deutschland (und das heisst wohl eher
Bayern) und den Nachfolgestaaten der Tschechoslowakei geschehen. Die
billige Polemik gegen die "Großbaumeister des versöhnten
Europas" hätte sich der Autor sparen können.
Der Kommentar von Kohler ist mitnichten "peinlich", sondern vielmehr in jedem Satz richtig und ...
zutreffend. Die "Kopenhagener Kriterien" bzgl. des EU-Beitritts weiterer Staaten besagten u.a. „...Als Voraussetzung für die Mitgliedschaft muss der Beitrittskandidat eine institutionelle Stabilität als Garantie für demokratische und rechtsstaatliche Ordnung, für die Wahrung der Menschenrechte sowie die Achtung und den Schutz von Minderheiten verwirklicht haben ...". Sowohl die Benesch-Dekrete bzgl. der entschädigungslosen Enteignung und völligen Entrechtung der Sudetendeutschen widersprachen dem wie auch das von Kohler zurecht genannte "Rechtfertigungsgesetz", das auch schwerste Straftaten gegen Deutsche bis in den Oktober 1945 hinein - also lange nach Kriegsende - straffrei stellte. Diese Fragen betrafen sehr wohl auch rechtlich den EU-Beitritt, und es wurde darum auch mit gegensätzlichen Gutachten gerungen. Letztlich wurde aber POLITISCH entschieden, dass die Benesch-Dekrete (auf deren Grundlage weiter judiziert wird bei Restitutionsfragen) und das o.g. Gesetz nicht entgegenstünden.
gibt es nicht, wird es nicht geben, ist nicht möglich.
Die Verbrechen sind geschehen und lassen sich nicht rückgängig machen.
Ich bin deutsche Patriotin und überzeugte Christin. Mein Standpunkt ist:
Vergebung ist möglich, und wer in der Lage ist, anderen zu
vergeben, ist eher in der Lage, sich selbst zu vergeben. So ist die
Psychologie des Menschen. Zufällig oder auch nicht findet dies
Entsprechung im christlichen Glauben. Der christliche Gott möchte
nicht, dass wir an unserer Schuld tragen, sondern dass wir frei sind. -
unsere Politiker sind dies leider nicht und deshalb sind sie z.B. nicht
in der Lage ein Konzept für den Frieden zwischen Juden und Arabern
zu entwickeln, welches tragfähig ist. So läuft die Hassspirale
rund und bremst unter anderem auch den Westen ein. - schlecht für
zukünftige Generationen. Mehr Mut täte gut.
Xenia Mutschera
ich respektiere Ihre Meinung und halte sie für richtig. Aber wenn ein ein Land, welches sich als christlich erklärt, wie die Tschechei, die eigene Schuld nicht anerkennen will, ja bis heute sogar ein Gesetz hat, daß die damaligen Verbrechen keine verbrechen waren, hat dieses Land nichts in einer EU verloren. Ich als Christ bin zur Vergebung nur bei denen bereit, die um Vergebung bitten. Sonst sind es Kriminelle, die das Verbrecherische ihrer handlungen nicht erkennen wollen.
aber das die Nachkriegsgeschichte neu geschrieben werde, das ist etwas
ausserhalb der Realitaet. Auch das die Foristen in ihrer Mehrheit davon
traeumen , wie auch der gute Herr Kohler, ist ausserirdisch. Das
tschechische Volk ist zwar klein im Gegensatz zu Deutschland, aber der
Nationalstolz ist durch 45 Jahre Kalter Krieg nicht abhanden gekommen,
wie in D festzustellen ist, sondern eher gewachsen. Schwarzenberg ist
schon der Verlierer, das garantiere ich Ihnen. Wenn die Deutschen das
Sudetenland besiedeln wollen, so hindert sie niemand daran, dort steht
jedes dritte Haus leer oder zum symbolischen Verkauf, sie muessen jedoch
die Rekonstruktion auf ihre Kosten durchfuehren, was sehr teuer wird.
Im Uebrigen haben die Alliierten diese Gesetze gefordert und garantiert,
jetzt die Tschechen dafuer verantwortlich zu machen ist einfach
laecherlich. Nur den USA haben wir zu verdanken, das es nicht noch
schlimmer kam, ich erinnere an die Wuensche Frankreichs und Stalins was
aus D werden soll.
Herr Mueller
Unsinn: die Tschechen sollten sich entschuldigen für das, was sie den Vertriebenen angetan hatten, denn es war die Heimat der Vertriebenen. Viele sind bei diesem Exodus ums Leben gekommen. Es will keiner etwas rückgängig machen, aber Ihre Forderung, dass die Vertriebenen ihre kaputten Häuser zurückkaufen und auf eigene Kosten sanieren sollten, ist einfach lächerlich. In diese Gebiet will kaum einer zurück.
Dann sollten die Tschechen das Unrecht wiedergutmachen.
Ein internationaler Vertrag hatte die deutschen Siedlungsgebiete dem
Deutschen Reich zugesprochen. Dass er ohne Beteiligung der
Tschechoslowakei zustande kam, ist allerdings ein Manko. Ein
geläuterter Tschechischer Ministerpräsident sollte allerdings
die Abgabe der deutschen Gebiete an Deutschland heute freiwillig
gewähren.
Sonst würde er die Fortdauer des Vertreibungsunrechts verantworten.
Strich drunter
Selbst wenn so sollte Deutschland aber aus wirtschaftlichen Gründen die Annahme strikt verweigern. Bzgl. Infrastruktur und Sozialtransfers kann das nur ein gehöriger Draufleger werden. Im Übrigen hindert die Sudetendeutschen niemand daran wieder zurück in ihre alte Heimat zu ziehen, man kann dort viele leerstehende Häuser zu absolutem Spottpreisen kaufen. Aber den meisten gefällt es in Bayern dann doch besser.
Herr Meyer....
wenn nicht einmal die BRD den in der DDR Enteigneten ihren Besitz zurückgab, wie können wir das von der Tschechei fordern. Die werden uns doch schlichterdings auslachen.
Die brutale Vertreibung der Deutschen......
.......aus dem Sudetenland, Ostpreussen, Schlessien und die nicht
weniger brutale Zerschlagung der Wolga-Republik und auch die der
Enklaven, wie Siebenburgen z.B., sind auf das schaerfste zu verurteilen.
Es mag fuer die Ohren vieler als kaum realisierbar klingen, doch glaube
ich schon an einer Gebietsrueckgabe an der heutigen BRD. Dabei denke
ich, z.B., am sehr duenn besiedelten Ostpreussen, das ja gut
siebenhundert Jahren von Deutschen besiedelt war. Den unter Helmut Kohl
unterzeichneten Oder-Neisse-Vertrag waere meines Erachtens kein grosses Hindernis.
Deutschland kann auch den Polen das Gebiet abkaufen. Alle Seiten werden
davon profitieren. Polen wird viel Geld bekommen, Deutschland bekommt
ihr Staatsgebiet zurueck und, nicht zuletzt, auch die jetzigen Bewohner
dieses Gebietes werden profitieren, denn diejenigen die nicht im neuen
Deutschland weiter leben wollen, werden kompensiert und die andern
werden vom hervorragenden deutschen System nur profitieren.
kein Mensch braucht diese Gebiete
Es gibt keinen einzigen Vorteil für Deutschland diese abgewirtschafteten Gebiete zu erwerben. Das sich die dortigen Bewohner über Hartz4 und sonstige Wohltaten freuen würden, ist klar, aber den westdeutschen Steuerzahler würde das sicherlich nicht so freuen wie Sie.
@Hr. Müller: "Man stelle sich nur einmal vor, es gäbe in Deutschland weiterhin Gesetze,..."
"... die etwa die Enteignung, Vertreibung und Mord einer
Volksgruppe bis heute legalisieren würden"
Freuen Sie sich nicht zu früh, die gibt es! Die Bundesrepublik
muß sich nicht hinter den Tschechen verstecken. Sie hat die
während der sowjetischen Besatzungszeit an deutschen Familien
begangenen Verbrechen (Enteignung, Vertreibung, Verschleppung, Mord) mit
der Wiedervereinigung umstandslos legalisiert und den Opfern sowie ihren
Nachkommen (ihren eigenen Bürgern!) jeglichen Rechtsschutz und
Möglichkeit zur Rehabilitation aus kalter Berechnung vorenthalten.
Das ist Deutschland und Europa heute!
Überholt
So sehr es mich schmerzt, wenn ich sehe, daß Höhepunkte
deutscher Hochkultur heute im Ausland liegen, so überholt erscheint
mir doch gleichzeitig der Gedanke, deswegen Anstrengungen zu
unternehmen.
Früher, da brauchte ein Volk Land um seine stetig wachsende
Bevölkerung ernähren zu können und auch Wirtschaftskraft
bzw. Lebensstandard hatte viel mit Landwirtschaft und indirekt auch
Bodenschätzen zu tun. Da machte der Streit um Siedlungsgebiete
Sinn. Heute sind wir von diesen Notwendigkeiten glücklicherweise
entkoppelt und stehen eher vor der Frage, wie man verödende
Landstriche für die restlichen Bewohner erhalten kann.
Ein anderes Thema ist aber das kommende Europa, in dem für
Artefakte wie diese unseligen Dekrete einfach kein Platz sein darf. Man
stelle sich nur einmal vor, es gäbe in Deutschland weiterhin
Gesetze, die etwa die Enteignung, Vertreibung und Mord einer Volksgruppe
bis heute legalisieren würden.
@ Herr Younis Nördl. Ostpreussen (Kaleningrader Gebiet)!
Ich vermute sie beziehen sich auf die heute russische Enklave des nördl. Ostpreussens.Hierzu gab es wohl nach mehreren Berichten ein Angebot Russlands Anfang der 90ér Jahre dieses Gebiet an Deutschland zu verkaufen.Dies hat die Regierung Kohl aus nachvollziehbaren außenpolitischen Rücksichtnahen abgelehnt.Ein Angebot seitens Polens in Bezug auf das südl. Ostpreussen hat es nie gegeben. Ein Rückgabe der 1945 eroberten Ostgebiete Deutschlands halte ich unter den heutigen geopolitischen Rahmenbedingungen(Pax Americana in Europa für nicht realistisch).Langfristig sind natürlich in Europa Veränderungen der geopolitischen Gewichte und Grenzen grundsätzlich nicht ausgeschloßen und waren es in der Geschichte nie.Ich glaube jedoch nicht daran das dies in meiner Lebenszeit geschiet(und ich bin ein junger Mensch).Europa hat immer wieder starke politische Veränderungen erfahren,deshalb kann man nie zu der Aussage gelangen z.B. das bestimmte Grenzen "endgültig" (NS Wort) sind,dies wäre Wahrsagerei.
Irgendwie ein Sinnbild für die Bundesrepublik Deutschland
Dieser Staat kann sich im inneren weder gegen ungebildete Schläger,
infantile Sozialbetrüger oder gemeingefährliche Extremisten
noch sonst irgendwen durchsetzen.
In der Außenpolitik dürfen selbst Staaten von der
Größe Baden-Würtembergs Gesetze kultivieren, die Mord
und Totschlag an Deutschen für Recht erklären, ohne
_irgendwelche_ Konsequenzen fürchten zu müssen. Nicht einmal
protestiert wird dagegen.
Dieser Staat, und alles wofür er steht, ist lächerlich,
traurig und dekadent.
Herr Weidinger
Warumm wird dann nicht gleichfalls ein Verbot der Kommunisten angestrebt? Und: wenn ein Staat aufg Unrecht gebaut ist, bleibt es ständig Unrecht, bis es geheilt ist. Oder könnten Sie sich vorstellen, dass einDeutschland, dass noch nach irgendeinem Führerbefehl leben würde, in die EU aufgenommen worden wäre? Wohl kaum.
Dieser Staat, und alles wofür er steht, ist lächerlich, traurig und morbide.
Ein Volk, das sich kaum als solches empfindet, sein Dasein nicht Erklären, seine Gemeinschaft nicht definieren und seinen Willen nicht Artikulieren kann.
Vaterstaat
"Dieser Staat kann sich im inneren weder gegen ungebildete
Schläger, infantile Sozialbetrüger oder gemeingefährliche
Extremisten noch sonst irgendwen durchsetzen."
Wieso? Das NPD-Verbotsverfahren läuft doch schon.
Allerdings nimmt nach 67 Jahren das Interesse an den Dekreten
verständlicherweise ab.
Schwarzenberg hat jetzt keine Chance mehr
Dass Karel Schwarzenberg im tschechischen Parlament schon ein paar mal eingeschlafen ist, gehört in Tschechien zu seinem Image und ist von der tschechischen Bevölkerung eigentlich eher mit Symphatie empfangen worden. Wenn er aber jetzt den tschechischen Präsidenten Benes nach Haag schicken wollte, hat er gegen sich die Mehrheit der Tschechen gewendet, auch manche von denen, die ihn bisher wählen wollten. Warum spricht man in Europa nur von den aus der Tschechoslowakei ausgesiedelten Deutschen und nicht von denselben aus dem heutigen Polen oder ehemaligen Ostpreussen? (Ich weiss, das Wort Aussiedlung statt Vertreibung, ähnlich wie Sonderbehandlung statt Ermordung...). Weil es zu wenig tote Tschechen und tschechische Juden und viel mehr tote Polen und polnische Juden gab? Aber die Tschechen meinen, es gab genug tote Tschechen während des "Protektorats" und vor allem haben sie Heydrichs Worte immer vor ihren Augen: die Tschechen haben in diesem Raum letztendlich nichts zu machen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 11:12 UhrSehr geehrter Herr Bartos
Es gibt einen erheblichen Unterschied zw. der dt. Besatzung in Polen und in Tschchien. Erstens in der Zahl der Opfer unter den ethn. Tschechen.Diese waren mit 8000 bis 20.000 während des gesamten Krieges sehr gering (eine der gringsten Verlustraten in ganz Europa).Zweitens verfolgte die NS Politik im Protektorat langfristig in wesentlichen Teilen eine Politik der Assimilation (NS-Annahme hoher germanischer Blutsanteile unter den Tschechen als Begündung).Eine Massenaussiedlung von Tschechen während des WK2 aus dem Protektorat hat es nicht gegeben.Was es jedoch gegeben hat war eine Verteibung und Ermordung der überwiegend deutschsprachigen Juden aus dem Protektorat auf deutsche Anordnung aber unter aktiver Beteiligung insbesondere der tschechischen Polizei und von Teilen der Bevölkerung.Die Ideen der Austreibung der Deutschen waren nicht Ergebnis des 2WK sondern des Willens eine ultranationalistischen Poltik der Tschechen.Benes äußerte diese Ideen bereits 1921 bei der Gründung Tschechien
Herr Kohler sie sind ein mutiger Mann
Wenn man die Benes-Dekrete im richtigem historischen Kontext mit den Verbrechen der Nazis positioniert, ohne Aufrechnung und Gegenrechnung, bleibt davon natürlich nur das übrig was sie sind, Menschenrechtsverletzung wegen der undifferenzierten Anwendung auch auf durch die Naziideologie unbelastete Menschen. Diese Dekrete haben letztendlich nur die rassistischen Vorurteile der Nazis durch ebenso rassistische Vorurteile unberechtigt und ungerechtfertigterweise relativiert. Das lässt sich nicht mit den Verbrechen der Nazis Aufrechnen oder Gegenrechnen. Verbrechen bleibt Verbrechen. Diese Tragik der fehelenden Erkenntnis aus dem grössten Hasskrieg der Menscheit ist die bittere Erkenntnis aus der Bewertung der Benes-Dekrete. Dass nun ein tschechischer Politiker es wagt die Benes-Dekrete etwas differenzierter im historischen Kontext zu betrachten, gibt allerdings Hoffnung, das historisch gewachsene gegenseitige Mistrauen zu überwinden.
Warum wundert es keinen wenn in einem Mitgliedstaat der EU die Grundmenschenrechte nicht eingehalten werden?
Ich frage mich angesichts der Feststellung:
"Zu diesen Normen gehört das bis heute gültige
Rechtfertigungsgesetz, das an Angehörigen der deutschen Minderheit
begangene Verbrechen bis hin zum Massenmord für
rechtmäßig erklärt."
Was hat ein derartiger Staat in einem rechtsstaatlichen Europa zu suchen?
Zu wünschen wäre, dass dieser offensichtlich sehr europäisch denkende Politiker dann auch Staatspräsident werden wird. Also, Ihr Tschechen, wählt dann mal!