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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Verhandlungen mit Taliban Westerwelle unterstützt Karzais Kurs

13.07.2010 ·  Außenminister Guido Westerwelle unterstützt die Forderung des afghanischen Präsidenten Karszi, zahlreiche Taliban von der UN-Terrorliste zu streichen. Wenn die afghanische Regierung die Voraussetzungen für Verhandlungen schaffen wolle, sei dies richtig und vernünftig.

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Bundesaußenminister Westerwelle hat während eines Besuchs des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam deutlich gemacht, dass die Bundesregierung die Bemühungen Karzais um Verhandlungen mit den Taliban unterstützt. Wenn die Regierung in Kabul dazu die Voraussetzungen schaffen wolle, sei dies richtig und vernünftig.

Westerwelle gestand ein, dass sich die Sicherheitslage in Teilen des Landes erheblich verschlechtert hat. Deshalb sei davon auszugehen, dass „in diesem Sommer mit weiteren schrecklichen Nachrichten aus Afghanistan zu rechnen sein wird“.

Taliban-Kämpfer freigelassen

Am Dienstag wurden 28 Taliban-Kämpfer aus afghanischer Haft entlassen. Sie seien ohne ausreichende Beweise eingesperrt gewesen, hieß es in einer Mitteilung der Regierung. In Kürze würden weitere 45 Insassen auf freien Fuß gesetzt.

Präsident Karzai hatte nach der „Friedensdschirga“ Anfang Juni eine Kommission eingesetzt, die die Inhaftierungen aller als Talib Verhafteter überprüfen soll. Die Maßnahme gilt als weiterer Versuch, die Bedingungen für Verhandlungen mit den Aufständischen zu verbessern.

Afghanischer Soldat tötet drei Nato-Soldaten

Unterdessen erschoss ein Soldat der afghanischen Armee drei britische Soldaten und verwundete vier weitere. Wie das afghanische Verteidigungsministerium mitteilte, eröffnete der Soldat in der Nacht zu Dienstag in der Provinz Helmand das Feuer auf eine Einheit der Nato-Schutztruppe Isaf. Der Soldat sei daraufhin „ins Dunkel der Nacht geflohen“.

Eine Untersuchung werde eingeleitet. Die Regierung in Kabul äußerte „tiefes Bedauern“ und sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. Präsident Karzai sei „außer sich gewesen“, als er von dem Vorfall erfuhr, sagte sein Sprecher. Der neue Nato-Kommandeur in Afghanistan, Petraeus, schloss sich in einer Mitteilung den Beileidsbekundungen an und machte auf die politische Dimension des Vorfalls aufmerksam. „Wir müssen sicherstellen, dass das Vertrauen zwischen unseren Streitkräften stabil bleibt, um unseren gemeinsamen Feind zu besiegen.“

Am Dienstag wurden wieder Attentate auf Staatsbedienstete verübt. In der ostafghanischen Provinz Logar wurde der Chef eines örtlichen Statistik-Büros erschossen. Ein weiterer ranghoher Beamter überlebte nur knapp ein Attentat und wird mit Schussverletzungen im Krankenhaus behandelt.

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Von Günther Nonnenmacher

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