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Verhandlung nach Hungerstreik Saddam Hussein wieder im Gerichtssaal

26.07.2006 ·  Trotz seines Hungerstreiks ist der Prozeß gegen den früheren irakischen Machthaber fortgesetzt worden. Er sei gegen seinen Willen in den Gerichtssaal gebracht worden, beklagte Saddam Hussein. Er will nach eigenen Worten im Falle eines Todesurteils lieber erschossen als erhängt werden.

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Der Prozeß gegen den früheren irakischen Diktator Saddam Hussein und sieben andere ehemalige Regime-Funktionäre ist am Mittwoch in Bagdad in Anwesenheit des Hauptangeklagten fortgesetzt worden.

In der Übertragung des arabischen Fernsehsenders Al Dschazira war ein unvermindert streitfreudiger Saddam zu sehen, der allerdings nach zweiwöchigem Hungerstreik abgemagert wirkte. Der ehemalige Machthaber war am Sonntag nach einem Schwächeanfall wegen des Fastens ins Krankenhaus gebracht und kurzzeitig über eine Magensonde ernährt worden.

„Tod durch Erschießen“

Hussein lieferte sich mit Richter Rauf Abdel Rahman ein neues Wortgefecht. Er kritisierte die Ernennung von Pflichtverteidigern, nachdem die regulären Anwälte aus Angst vor Anschlägen auf ihr Leben das Verfahren boykottiert hatten. Die vom Gericht ernannten Verteidiger würden „vom irakischen Volk als Feinde betrachtet“, sagte Saddam. „Das Gericht wendet geltendes Recht an“, gab Rahman zurück. An den Richter gewandt sagte Hussein, er solle bei einem Schuldspruch bedenken, über wen er sein Urteil fälle. In diesem Zusammenhang bezeichnete sich der einstige Präsident als ein Mann des Militärs. „Und deshalb sollte in dem Fall das Urteil 'Tod durch Erschießen' und nicht 'Tod durch den Strang' lauten“, forderte Hussein.

Die fehlende Sicherheit für die Verteidiger ist auch der Grund für den Hungerstreik Saddams und dreier weiterer Angeklagter. Bislang wurden drei Anwälte in Bagdad erschossen. Die Verteidiger hatten das Angebot des Gerichts, in die hermetisch abgeschirmte „Grüne Zone“ von Bagdad zu ziehen, in der sich auch das Gerichtsgebäude befindet, abgelehnt.

Hussein und die sieben anderen Angeklagten müssen sich vor dem irakischen Sondertribunal wegen Verbrechen an der Bevölkerung des schiitischen Dorfes Dudschail im Jahr 1982 verantworten. Unter anderem waren 148 Männer und Jugendliche nach einem fehlgeschlagenen Attentat auf Saddam hingerichtet worden. Der Prozeß befindet sich in der Schlußphase. Die Staatsanwaltschaft hatte für Hussein und zwei Mitangeklagte die Todesstrafe gefordert. Mit einem Urteil wird Mitte August gerechnet.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und Reuters
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