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Montag, 13. Februar 2012
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Steigende Opferzahlen in Burma 78.000 Tote, 56.000 Vermisste

16.05.2008 ·  Die Zahl der Toten nach dem Zyklon „Nargis“ in Burma steigt weiter: Das staatliche Fernsehen spricht von 78.000 Toten und 56.000 Vermissten. In Rangun ist unterdessen das zweite Flugzeug mit Hilfsgütern aus Deutschland eingetroffen. Zu mehr Spenden hat die „Aktion Deutschland hilft“ aufgerufen. Die bisherige Summe reiche nicht aus.

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Die Zahl der Toten nach dem Zyklon „Nargis“ in Burma steigt weiter: Das staatliche Fernsehen spricht von 78.000 Toten und 56.000 Vermissten.

In Rangun ist inzwischen das zweite Flugzeug mit Hilfsgütern aus Deutschland gelandet. Es hat sechs mobile Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung sowie Duschen und Toiletten an Bord, teilte das Deutsche Rote Kreuz mit. Mit den Anlagen können täglich rund 15.000 Menschen versorgt werden.

Nach Schätzungen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen Unicef sind im burmesischen Katastrophengebiet allein eine Million Kinder auf Hilfe angewiesen. Zwei Wochen nach dem Zyklon seien sie vor allem von lebensgefährlichen Krankheiten bedroht, teilte Unicef mit. Immer mehr Kinder leiden demnach unter Durchfall, Hautkrankheiten und Atemwegserkrankungen. Viele hätten ihre Eltern verloren oder seien von ihnen getrennt worden. Unicef unterstützt die Registrierung und Betreuung dieser Kinder und hilft mit Radioaufrufen bei der Suche nach Angehörigen.

Hilfsgüter nicht an Militärs übergeben

Nach einer solchen Katastrophe hänge das Leben vieler Kinder davon ab, ob es gelinge, in den ersten zwei bis vier Wochen die Grundversorgung mit Trinkwasser, Nahrung und medizinischer Hilfe sicherzustellen. Unicef habe bisher über 70 Hilfstransporte und Erkundungsmissionen im Irrawaddy-Delta und im Großraum Rangun unternommen.

In Notaufnahmelagern seien 14 Kinderschutzzonen eingerichtet worden. Hilfsgüter werden laut Unicef nicht an das Militär übergeben, sondern in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wie dem örtlichen Roten Kreuz verteilt.

Zu wenig Spenden

Unterdessen hat die „Aktion Deutschland hilft“, ein Zusammenschluß von zehn großen Hilfsorganisationen, zu mehr Spenden für die Opfer der Wirbelsturmkatastrophe in Burma aufgerufen. Bislang seien 1,95 Millionen Euro eingegangen, „diese reichen jedoch nicht aus“, sagte Geschäftsführerin Manuela Roßbach. „Bereits einen Tag nach der Katastrophe konnten vier unserer Hilfsorganisationen vor Ort helfen“, sagte Roßbach mit Blick auf die einheimischen Mitarbeiter, die sich schon im Land befanden.

Für Helfer, die nachträglich ins Land gelangen wollen, sei die Situation jedoch schwierig. Moritz Wohlrab, Koordinator des Aktionsbündnisses, bezeichnete es als „fatal“, dass in Deutschland der Eindruck herrsche, die Hilfe komme nicht an. „Es kann geholfen werden und es wird massiv geholfen“, sagte Wohlrab. Die vor Ort tätigen Hilfsorganisationen des Bündnisses verteilten bislang 65 Tonnen Reis, Decken, Kleidung und Plastikplanen sowie rund eine Million Wassertabletten. „Sauberes Wasser ist derzeit das wichtigste“, sagte Roßbach.

Neue Unwetterfront bedroht Zyklonopfer

Tropische Regenfälle haben die Lage in den vom Zyklon zerstörten Regionen in Burma weiter verschärft. Die Niederschläge bremsten am Freitag die Hilfsbemühungen der Militärjunta. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wiesen darauf hin, dass weitere Niederschläge zahlreiche Menschen erneut zur Flucht zwingen und die Gefahr von Seuchen erhöhen könne. Erste Fälle von Cholera wurden schon gemeldet.

Im Katastrophengebiet haben Helfer am Freitag mit Hochdruck daran gearbeitet, die Zyklon-Opfer vor den abermals erwarteten heftigen Regenfällen in Sicherheit zu bringen. Hunderttausende sitzen Einschätzungen der Hilfsorganisationen noch im Freien.

UN schickt Koordinator für humanitäre Einsätze

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon will unterdessen den Koordinator der Vereinten Nationen für humanitäre Einsätze, John Holmes, zur Erkundung der Lage nach Burma entsenden. Holmes habe am Mittwoch ein Visum beantragt und warte nun auf die Erteilung der Einreisegenehmigung, sagte UN-Sprecherin Michele Montas am Donnerstag in New York.

Die Staatengemeinschaft ringt um Wege, den Druck auf Burmas Militärjunta zu erhöhen. Nach einem UN-Krisentreffen in New York am Mittwochabend sagte Ban Ki-moon, die burmesische Regierung habe nun zwar „einen gewissen Sinn für Flexibilität gezeigt“, dieser greife aber „bei weitem zu kurz“. Ban sagte, die Lage in den vom Zyklon verwüsteten und teils überfluteten Gebieten erfordere eine „viel größere Mobilisierung von Ressourcen und Nothelfern“. Bisher sei zu viel Energie der Nothelfer in Visaanträgen verschwendet worden. Nach neuesten Angaben der burmesischen Führung sind durch den Zyklon mehr als 43.000 Menschen getötet worden; die UN und Hilfsorganisationen befürchten bis zu 126.000 Tote.

„Für jeden Flug eine gesonderte Erlaubnis“

Die insbesondere vom britischen Premierminister Brown geforderte Einberufung eines Burma-Krisengipfels ist dem Vernehmen nach vorerst am Widerstand der in der Asean zusammengeschlossenen Staaten Südostasiens gescheitert. Deren Vertreter hatten bei dem von Ban organisierten Treffen darauf bestanden, sich erst nach ihrem Außenministertreffen am 19. Mai festzulegen, ob ein Gipfel sinnvoll sei. Burma gehört der Asean an. Brown sagte am Donnerstag: „Wir werden alles tun, um das Regime zu dem zu bewegen, was jedes Regime schon lang hätte tun müssen.“

EU-Entwicklungskommissar Michel hatte derweil in Rangun ein erstes Treffen mit einem Vertreter der Junta, in dem er die Forderung der Europäer nach besserem Zugang und mehr Visa für ausländische Helfer vortrug. Sein Sprecher bezeichnete das Treffen mit dem Sozialminister als „positiv“. Ob der Kommissar Zusagen erhielt, konnte der Sprecher nicht sagen. Michel besichtigte auch ein Flüchtlingslager 40 Kilometer außerhalb Ranguns. In dem Lager, das vom Militär betrieben werde, seien etwa 400 Menschen untergebracht. Michel bat um Termine mit dem Außenminister und den Ministerpräsidenten. Außerdem wollte er ins Katastrophengebiet fliegen. Dies sei aber auch wegen des Wetters schwierig.

Die Vereinigten Staaten haben bisher in acht Frachtflugzeugen der Luftwaffe Hilfsgüter nach Burma gebracht. „Wir benötigen für jeden einzelnen Flug eine gesonderte Erlaubnis“, sagte ein ranghoher Mitarbeiter des Pentagons in Washington. Burmas Regierung habe mündlich zugesagt, dass am Donnerstag weitere fünf Flugzeuge landen dürften. Hubschrauberflüge zur Verteilung der Hilfsgüter wurden den Amerikanern bisher nicht genehmigt.

Neue Unwetterfront bedroht Zyklonopfer

Tropische Regenfälle haben die Lage in den vom Zyklon zerstörten Regionen in Burma weiter verschärft. Die Niederschläge bremsten am Freitag die Hilfsbemühungen der Militärjunta. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wiesen darauf hin, dass weitere Niederschläge zahlreiche Menschen erneut zur Flucht zwingen und die Gefahr von Seuchen erhöhen könne. Erste Fälle von Cholera wurden schon gemeldet.

Im Katastrophengebiet haben Helfer am Freitag mit Hochdruck daran gearbeitet, die Zyklon-Opfer vor den abermals erwarteten heftigen Regenfällen in Sicherheit zu bringen. Hunderttausende sitzen Einschätzungen der Hilfsorganisationen noch im Freien.

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