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Freitag, 17. Februar 2012
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Geberkonferenz in Brüssel UN und EU fordern 560 Millionen Euro für Kongo

13.02.2006 ·  Auf einer Geberkonferenz haben UN und EU die internationale Gemeinschaft zu humanitärer Hilfe für das vom Bürgerkrieg gebeutelte Kongo aufgerufen.

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Die Vereinten Nationen und die EU haben gemeinsam zu internationaler Hilfe für Kongo aufgerufen. Die EU sagte am Montag bei einer Geberkonferenz in Brüssel 38 Millionen Euro für humanitäre Hilfe zu.

Der UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, Jan Egeland, forderte die Vertreter von insgesamt 44 Staaten auf, 561 Millionen Euro aufzubringen. EU-Diplomaten bezeichneten es jedoch als fraglich, daß dieses Ziel erreicht wird.

Täglich sterben mehr als 1200 Menschen

Mit dem Geld soll ein „Aktionsplan 2006“ für die von jahrelangem Bürgerkrieg schwer getroffene Bevölkerung finanziert werden. Er besteht aus rund 330 Hilfsprojekten - von der medizinischen Versorgung bis hin zum Wiederaufbau zerstörter Dörfer.

Seit 1998 sind nach UN-Angaben rund 3,9 Millionen Kongolesen wegen des Krieges ums Leben gekommen. Unterernährung, Krankheiten und Flucht als Folgen des Bürgerkriegs seien dafür verantwortlich, daß jeden Tag mehr als 1200 Menschen sterben. „Das ist so, als ob Kongo alle sechs Monate Opfer eines Tsunami wird“, sagte Egeland.

Leben zu retten sei das vorrangige Ziel dieser Projekte, sagte der für die EU-Entwicklungshilfe zuständige EU-Kommissar Louis Michel. Die Sicherheit der Menschen, ihre Gesundheitsversorgung, Ausbildung und der Wiederaufbau von Verkehrsverbindungen stünden dabei im Vordergrund. Längerfristig solle die Unterstützung auch zur Stabilisierung des Landes und zum wirtschaftlichen Wachstum beitragen.

Unterstützung bei freien Wahlen

Unterdessen setzte die Europäische Union die Vorbereitungen für einen möglichen Einsatz von EU-Soldaten in Kongo fort. Mitarbeiter von EU-Chefdiplomat Javier Solana bereiteten ein „Optionenpapier“ vor, über das die Botschafter der EU-Staaten an diesem Dienstag im Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee (PSK) beraten sollten.

Die Vereinten Nationen haben die EU gebeten, die rund 16.000 UN-Soldaten in Kongo (MONUC) während der für April geplanten ersten freien Wahlen seit gut 40 Jahren militärisch zu unterstützen. Die EU hat grundsätzlich ihre Bereitschaft erklärt, die Wahlen in Kongo, die mit 149 Millionen Euro unterstützt werden, auch militärisch abzusichern. Allerdings haben wichtige EU-Staaten - unter anderem Deutschland, Frankreich und Großbritannien - bisher eine Führungsrolle in der EU-Truppe abgelehnt.

Kampf gegen Milizen

Kongo ist etwa so groß wie Westeuropa, doch ist sein Straßennetz zu wesentlichen Teilen mittlerweile wieder vom Dschungel überwuchert. Die im Juni 2003 gebildete Übergangsregierung von Joseph Kabila kämpft vor allem im Osten des riesigen Landes mit Hilfe aus Angola, Namibia und Simbabwe gegen Milizen, die von Ruanda und Uganda unterstützt werden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AFP
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