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Donnerstag, 09. Februar 2012
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Ernährungsgipfel in Rom Mehr als eine Milliarde Menschen hungern

16.11.2009 ·  Ein Sechstel der Weltbevölkerung ist unterernährt. Die Nahrungsmittelproduktion muss dringend verdoppelt werden - allein schon, weil die Bevölkerungszahl bis 2050 auf 9 Milliarden Menschen wachsen wird: Herausforderungen für die UN-Konferenz für Ernährung in Rom, die heute beginnt. Auch der Papst hat sein Kommen angekündigt.

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An der Konferenz der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) über die wachsende Zahl der Unterernährten in der Welt will offenbar keine Führungspersönlichkeit aus den Industrieländern teilnehmen. Der Papst und einige Staatschefs aus den Schwellen- und Entwicklungsländern haben bisher ihr Kommen angekündigt. Die Konferenz beginnt an diesem Montag in Rom.

Der Generaldirektor der FAO, Jacques Diouf, hatte sich bei zahlreichen Reisen um eine Aufwertung seines Gipfels bemüht. Der aus Senegal stammende FAO-Chef verteidigte seine Initiative mit dem Hinweis: „Außer einem Gipfeltreffen gibt es keine andere Methode, das Thema auf die Tagesordnung der Weltpolitik zu setzen.“ Schließlich sei er, Diouf, es gewesen, der 1996 erstmals mit einem Gipfeltreffen das Thema der Unterernährung in den Vordergrund gerückt habe, mit der Zielvorgabe, bis 2015 die Zahl der Hungernden in der Welt zu halbieren. Bis 2002 hätten sich die Zahlen nicht ausreichend gebessert. Nun zeige sich erstmals, dass die Zahl der Hungernden wieder gewachsen sei.

Ein Sechstel der Weltbevölkerung unterernährt

Nach der aktuellen Schätzung für 2008 liegt die Zahl der Unterernährten bei 1,02 Milliarden und damit etwa einem Sechstel der Weltbevölkerung. Dabei stehe die Menschheit vor der Herausforderung, dass die Erde bis 2050 von 9 Milliarden Menschen bevölkert werde und allein dafür die Nahrungsmittelproduktion um etwa die Hälfte erhöht werden müsse, sagt Diouf. Nach Darlegung des FAO-Generaldirektors sind jährlich 44 Milliarden Dollar an Investitionen nötig, um die Unterernährung zu beseitigen. Dieses Geld könne mit der Entwicklungshilfe aufgebracht werden, die arme Länder ohnehin erhielten, sagte Diouf.

Aber von dem Entwicklungshilfegeld werde zu wenig in die Landwirtschaft investiert. Der Anteil für die Unterstützung der Landwirtschaft habe früher etwa 18 Prozent betragen, sei aber bis 2006 auf 3,8 Prozent zurückgegangen und zuletzt auch wegen der Bemühungen der FAO auf 5 Prozent gestiegen. „Wir können uns nicht leisten, dass dieser Gipfel ein Misserfolg wird“, sagt Diouf. Denn ohne aktive Bekämpfung der Unterernährung von nunmehr mehr als einer Milliarde Menschen müsse sich die Welt schon bald mit zusätzlichen Problemen auseinandersetzen, die auch zu einer Bedrohung der internationalen Sicherheit werden könnten. Schließlich habe es schon im vergangenen Jahr in 20 Ländern Unruhen wegen steigender Lebensmittelpreise gegeben.

Produktivität steigern

Zugleich stellt die FAO in den Vordergrund, dass die vorgelegten Statistiken zeigten, dass 31 Mitgliedsländer in Afrika, Asien und Lateinamerika ihre Situation entscheidend verbessert hätten, und somit Hunger und Unterernährung kein unausweichliches Schicksal darstellten. Acht Ländern sei es zwischen 1990 und 2006 gelungen, sowohl die Zahl der Unterernährten als auch den Anteil der Hungernden an der Bevölkerung zu halbieren. Andererseits habe sich die Ernährungslage in 31 Ländern deutlich verschlechtert, dazu gehörten 20 Länder in Afrika und 11 in Asien. In Ostafrika etwa habe anhaltende Dürre rund 20 Millionen Menschen in akute Bedrängnis gebracht. Von den Ländern mit hausgemachten Problemen spricht man allerdings wenig. Diouf gibt aber zu, dass die FAO als Organisation von Staaten nicht in der Lage sei, einzelne der Mitgliedsländer anzuklagen.

Die FAO führt immer wieder konkrete Schritte an, die bei der Bekämpfung von Unterernährung und Hunger helfen würden: 70 Prozent der Hungernden lebten in ländlichen Gegenden und von der Landwirtschaft. Daher gehe es darum, dass gerade dort mehr Nahrungsmittel produziert würden. Dazu müsse alles unternommen werden, die Produktivität zu steigern. Investiert werden müsse etwa in Bewässerung, und zwar nicht mit großen Staudämmen, sondern kleinräumig, mit dem Auffangen von Regenwasser. Ebenso seien in den Ländern mit Ernährungsproblemen die Möglichkeiten zum Transport und zum Speichern der Ernte mangelhaft. Zwischen 40 und 60 Prozent der Ernte gingen wegen mangelhafter Lagerung verloren. Es fehle an einfachen Mitteln wie produktiverem, zertifiziertem Saatgut, Dünger oder Impfstoffen für die Tierzucht.

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