18.05.2010 · Nach dem enttäuschenden Ergebnis der Klimakonferenz von Kopenhagen ließen personelle Konsequenzen nicht lange auf sich warten: Anfang diesen Jahres kündigte der Chef des Klimasekretariats Yvo de Boer seinen Rückzug an. Christiana Figueres soll ihm nun im Juli nachfolgen.
Die costa-ricanische Diplomatin Christiana Figueres wird neue Chefin des Klimasekretariats der Vereinten Nationen. Frau Figueres wurde Montagabend vom Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon berufen. Sie folgt damit auf Yvo de Boer, der Anfang des Jahres seinen Rücktritt erklärt hat. Er wechselt im Juli zur Unternehmensberatung KMPG und wird zudem Professor für Nachhaltigkeit an der Universität Maastricht.
15 Jahre Erfahrung
Die Berufung von Frau Figueres erfolgt früher als erwartet - noch vor der kommenden Klimaverhandlungsrunde Anfang Juni in Bonn. Für die Delegation von Costa-Rica hat die 53 Jahre alte Diplomatin schon die vergangenen 15 Jahre regelmäßig an internationalen Klimaverhandlungen teilgenommen. Sie hat für das Landwirtschaftsministerium und das Planungsministerium gearbeitet - ihre Beamtenlaufbahn begann sie in der Botschaft Costa-Ricas in Bonn, wo auch das Klimasekretariat seinen Sitz hat. Als Leiterin des Klimasekretariats der Vereinten Nationen wird Frau Figueres künftig vor allem dafür verantwortlich sein, die einzelnen Verhandlungsrunden für ein globales Klimaabkommen vorzubereiten und zu koordinieren. Die nächste Klimakonferenz findet Ende diesen Jahres in Mexico statt.
Ban sagte, Frau Figueres sei eine internationale Führungsfigur bei den Klimaverhandlungen. Sie vereine eine Leidenschaft für das Thema mit Wissen über die Partikularinteressen als auch eine ausgeprägte Erfahrung im öffentlichen Dienst. Frau Figueres sagte, sie wolle vor allem das Vertrauen in den Verhandlungsprozess stärken um zu einer erfolgreichen Verhandlung in Mexiko beizutragen.