Home
http://www.faz.net/-gpf-7ag9z
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Vereinigte Staaten Oberster Gerichtshof für Gleichstellung der Homo-Ehe

Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat ein umstrittenes Bundesgesetz gegen die Homo-Ehe gekippt. Es verstoße gegen das Gleichheitsgebot, die Ehe ausschließlich als Bund zwischen Mann und Frau zu definieren. Präsident Obama spricht in einer ersten Reaktion von einem „historischen Schritt“.

© AFP Vergrößern Demonstration für die Gleichstellung der Homo-Ehe in New York

Der Oberste Gerichtshof in Washington hat in einer Grundsatzentscheidung die Gleichstellung homosexueller und heterosexueller Ehen auf Bundesebene verfügt. Die Entscheidung fiel mit fünf zu vier Richterstimmen, wobei der gemäßigt konservative Richter Anthony Kennedy gemeinsam mit den vier linksliberalen Richtern stimmte und auch die Urteilsbegründung für die Mehrheit verfasste.

Matthias Rüb Folgen:    

Danach verstößt das 1996 vom Kongress mit breiter Zustimmung beider Parteien und vom damaligen demokratischen Präsidenten Bill Clinton unterzeichnete „Gesetz zur Verteidigung der Ehe“ (Doma) zwischen einem Mann und einer Frau gegen den Verfassungsgrundsatz der Gleichheit.

Obama: „Historischer Schritt“

Präsident Obama begrüßte die Entscheidung als „historischen Schritt“ auf dem Weg zur umfassenden Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen in den Vereinigten Staaten. Wie es in der Urteilsbegründung von Richter Kennedy heißt, behandelt Doma gleichgeschlechtliche Paare als „Ehen zweiter Klasse“. Mit dieser Ungleichbehandlung würden homosexuelle Paare „herabgewürdigt, obschon deren moralische und sexuelle Entscheidungen durch die Verfassung geschützt sind und deren Partnerschaft durch den Staat gerade besonders gewürdigt wird“.

Nach dem Richterspruch vom Mittwoch ist der durch Referendum erreichte kalifornische Verfassungszusatz zum Verbot der homosexuellen Ehe hinfällig, weil sich keine staatliche Institution zur Verteidigung des Verbots bereit gefunden habe. Demnach können in Kalifornien homosexuelle Paare wieder die Ehe schließen. Gegenwärtig sind in zwölf der 50 Bundesstaaten sowie in der Hauptstadt Washington homosexuelle und heterosexuelle Ehen gleichgestellt. In der Mehrheit der anderen Staaten bleibt die Eheschließung von Schwulen und Lesben ausdrücklich verboten. Künftig werden jedoch alle von Einzelstaaten anerkannten homosexuellen Ehepartner auf Bundesebene die gleichen Vergünstigungen genießen wie heterosexuelle Paare.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach Panama-Gipfel Obama will Kuba von der Terrorliste streichen

Kuba soll von den Vereinigten Staaten nicht länger als Unterstützerstaat von Terroristen gebrandmarkt werden. Präsident Obama kündigt an, den kommunistischen Staat von der Terrorliste zu streichen. Mehr

14.04.2015, 21:47 Uhr | Politik
Ferguson Obama will gegen Rassismus vorgehen

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, hat die offenbar starken rassistischen Vorgehensweisen in der Kleinstadt Ferguson verurteilt. Er drohte damit, dass wenn keine Veränderungen stattfänden, habe das Justizministerium die Möglichkeit rechtlicher Schritte. Mehr

07.03.2015, 12:03 Uhr | Politik
Amerika-Gipfel Schuld waren die anderen

Raúl Castro ließ es sich bei seinem Auftritt in Panama trotz der amerikanisch-kubanischen Annäherung nicht nehmen, auf die imperialistische Politik Washingtons zu schimpfen. Obama aber lobte er als ehrlichen Mann. Mehr Von Matthias Rüb, Sao Paulo

12.04.2015, 16:43 Uhr | Politik
Royals in Amerika William und Kate auf Charme-Offensive

Der britische Prinz William und seine Frau Kate sind zu Besuch in den Vereinigten Staaten. William traf in Washington Präsident Obama, Kate besuchte eine Hilfseinrichtung für Kinder in Harlem. Gemeinsam sahen sie ein Basketball-Spiel und trafen NBA-Star LeBron "King" James. Mehr

10.12.2014, 10:47 Uhr | Gesellschaft
Vermittler Franziskus Papst möchte nach Kuba reisen

Im September trifft der Papst den amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Bei der Reise in die Vereinigten Staaten möchte Franziskus einen Zwischenstopp in Havanna einlegen. Mehr

17.04.2015, 13:03 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 26.06.2013, 16:14 Uhr

Leugnen und vergessen

Von Rainer Hermann

Der Völkermord an den Armeniern war eine Voraussetzung für die Gründung der Republik. Ihn einzugestehen würde für die Türken bedeuten, diese zu beflecken. Mehr 30 25

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden