Home
http://www.faz.net/-gpf-75i2t
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Venezuelas Staatschef Chávez leidet an Atemnot

Nach der vierten Krebsoperation hat sich der Gesundheitszustand des venezolanischen Regierungschefs Hugo Chávez weiter verschlechtert. In Folge einer „schweren Lungenentzündung“ leidet er nun an Atemnot.

© dpa Vergrößern Beten für den Staatschef: Schlüsselanhänger mit dem Konterfei von Chávez

Venezuelas Staatschef Hugo Chávez leidet an Atemnot aufgrund von Komplikationen, die nach seiner vierten Krebsoperation aufgetreten sind. Dies teilte am Donnerstagabend (Ortszeit) in einer kurzen Fernsehansprache der venezolanische Informationsminister Ernesto Villegas mit. Zugleich warf er ausländischen Medien „psychologische Kriegsführung“ vor, um die Errungenschaften von Chávez’ sozialistischer Revolution zu untergraben. Die Regierung müsse die Bevölkerung davor warnen, dass der internationale „Medienkomplex“ eine Kampagne angezettelt habe, die letztlich zum Ziel habe, „die bolivarische Republik Venezuela zu destabilisieren“, sagte Villegas. Chavéz bezog sich in seinen politischen Reformen häufig auf den südamerikanischen Unabhängigkeitskämpfer Simón Bolívar.

Derzeit ist unklar, ob Chávez, der im Oktober wiedergewählt wurde, wie von der Verfassung vorgesehen am 10. Januar den Amtseid ablegen kann. Chávez liegt seit drei Wochen wegen einer akuten Krebserkrankung in einem Krankenhaus in Kuba. Die Regierung hatte am Dienstag von einem „komplexen postoperativen Zustand“ des Präsidenten gesprochen. Manchmal gebe es leichte Besserungen seines Gesundheitszustands, dann wieder „stagnierende Situationen“, sagte Chávez’ Stellvertreter und designierter Nachfolger Nicolás Maduro.

Maduro: Machtkampf wird es in 2000 Jahren nicht geben

Maduro hielt sich in den vergangenen Tagen in Kuba auf, um sich ein Bild von Chávez’ Gesundheitszustand zu machen. Zu Gerüchten über einen heraufziehenden Machtkampf zwischen ihm und Parlamentspräsident Diosdado Cabello sagte Maduro, sie seien „einiger als je zuvor“. Die Opposition werde „2000 Jahre“ darauf warten müssen, dass die Erben Chávez sich zerstritten, fügte Cabello hinzu.

Vor seiner Abreise nach Kuba hatte sich Chávez für den 50 Jahre alten Maduro als seinen möglichen Nachfolger ausgesprochen. Zudem übertrug er ihm in einem Dekret einen Teil seiner Befugnisse. Laut dem Dekret erhielt der Vizepräsident unter anderem Mitspracherechte beim Staatshaushalt sowie bei Devisenkäufen und Enteignungen. Mit der Übertragung dieser Aufgaben soll nach offiziellen Angaben die „Arbeitsbelastung“ von Chávez reduziert werden.

Die Opposition hatte in den vergangenen Tage von der Regierung Klarheit über Chavez’ Gesundheitszustand gefordert. „Es ist unerlässlich, dass die Regierung die Wahrheit sagt“,sagte etwa der Generalsekretär des oppositionellen Bündnisses Tisch der Demokratischen Einheit (MUD), Ramón Guillermo Aveledo.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET/dpa/AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Argentinien nach der Fußball-WM Halsentzündung und Finanzkrise

Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner blieb dem WM-Finale wegen Krankheit fern. Dieser Tage wirbt sie um neue Freunde aus Russland und China. Mehr

14.07.2014, 17:12 Uhr | Politik
Guantanamo Sechs Gefangene kommen frei

Im August sollen sechs Häftlinge des amerikanischen Gefangenenlagers in Guantanamo nach Uruguay ausreisen. Präsident José Mujica will die Männer frei arbeiten und reisen lassen. Bedingungen für die Aufnahme stellt er nicht. Mehr

17.07.2014, 09:00 Uhr | Politik
Handel Wie China seine Macht in Südamerika vergrößert

Es geht um Rohstoffe, Getreide, Eisenbahnen: China steckt Milliarden in Südamerika. Und macht sich unabhängiger von den Vereinigten Staaten. Mehr

23.07.2014, 19:33 Uhr | Wirtschaft

Ukrainische Wahl

Von Reinhard Veser

Die Ukrainer sollten schnell ein neues Parlament wählen – aber mit einem ordentlichen Wahlrecht. Das alte begünstigte die Oligarchen. Mehr 24 8

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden