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Venezuela Schwer kranker Chávez will Maduro als Nachfolger

Venezuelas Präsident möchte seinen Vizepräsidenten als Nachfolger - falls seine vierte Krebsoperation schief geht. Zum ersten Mal gab er deutliche Anweisungen, falls er sein Amt nicht mehr ausüben könne.

© dapd Nicolas Maduro ist der Wunschnachfolger des venezolanischen Präsidenten Chavez

 Der venezolanische Präsident Hugo Chávez muss sich nach eigenen Angaben dringend einer vierten Krebsoperation unterziehen und hat deutlich gemacht, dass er sich im Falle eines ungünstigen Verlaufs seinen Vizepräsidenten Nicolás Maduro als Nachfolger wünsche. Chávez will sich abermals in Kuba behandeln lassen. Von dort war er erst am Freitag nach Caracas zurückgekehrt. Bei ihm seien Krebszellen in derselben Körpergegend gefunden worden, in der ihm zuvor ein größerer Tumor entfernt worden sei, sagte Chávez. Der neuerliche Eingriff sei dringend notwendig und „unausweichlich“. Über Art und Schwere der Erkrankung ließ sich der 58 Jahre alte Präsident bei seinem Auftritt in den zusammengeschalteten Radio- und Fernsehprogrammen des Landes nicht aus. Bisher ist nur bekannt, dass es sich um Geschwüre „im Beckenbereich“ handelt.

Zum ersten Mal hat Chávez indes mitgeteilt, wie er sich seine Nachfolge vorstellt. Falls etwas geschehe, das es ihm unmöglich mache, sein Amt wahrzunehmen, solle Vizepräsident und Außenminister Nicolás Maduro zunächst bis zum 10. Januar die Amtsgeschäfte führen, wie es die Verfassung vorsehe, sagte Chávez. An dem Tag endet die aktuelle Amtsperiode des Präsidenten; Chávez war im Oktober für eine weitere Fünf-Jahres-Periode wiedergewählt worden. Nun sagte der Präsident, es sei seine „feste, volle, unwiderrufliche“ Meinung, dass Maduro bei etwaigen Neuwahlen als Präsidentschaftskandidat antreten solle. Unter allen Umständen müsse die „bolivarische Revolution“ vorangebracht werden. Dafür sei der 49 Jahre alte Maduro der am besten geeignete Mann.

Rückzug aus Öffentlichkeit

Chávez war seit Mitte November nicht mehr öffentlich aufgetreten. Er hat sich kaum in die Kampagne zu den Regionalwahlen eingemischt, die am nächsten Sonntag abgehalten werden. Daher musste sein früherer Vizepräsident Elías Jaua auf seinen Beistand verzichten. Er tritt im Bundesstaat Miranda, zu dem Teile von Caracas gehören, als Bewerber um das Gouverneursamt gegen Henrique Capriles an, der als Einheitskandidat der Opposition Chávez bei der Präsidentenwahl im Oktober unterlegen war.

Maduro gilt als besonnen. Anders als der ideologische Hardliner Jaua, der selbst in chavistischen Kreisen unbeliebt ist, genießt der von Chávez zum Nachfolger ausersehene Politiker unter den Anhängern des Präsidenten Respekt. Maduro, der Omnibusfahrer und Gewerkschaftsführer war, hat ohne Getöse seinen Einfluss im Regierungslager systematisch ausgebaut. Er galt schon vor seiner Ernennung zum Vizepräsidenten als Chávez’ eigentlicher Stellvertreter. Als Außenminister hat er mit diplomatischem Geschick Konflikte entschärft, ohne dabei je von Chávez abzurücken. Er hatte den Präsidenten auch bei seiner jüngsten Reise nach Kuba begleitet, weshalb Energieminister Rafael Ramírez das Land vorige Woche beim Mercosur-Gipfel in Brasília vertrat. Auf dem Treffen war der von Chávez betriebene Beitritt Venezuelas zu dem Bündnis endgültig besiegelt worden.

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Quelle: F.A.Z.

 
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