02.10.2012 · Im „Vatileaks“-Skandal hat der angeklagte frühere Kammerdiener des Papstes, Paolo Gabriele, ein Teilgeständnis abgelegt. Er gab zu, vertrauliche Dokumente weitergegeben zu haben. Den Vorwurf des schweren Diebstahls wies er von sich.
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Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung oder?
Es gehört etwas dazu, sich seine Fehler und Schwächen einzugestehen, nur so kann man daran arbeiten. Aber nicht Jeder hat diese Größe. Dass der Kammerdiener Reue zeigt und seinen Vertrauensbruch zugegeben hat, ist doch die Grundvoraussetzung für eine Vergebung der Sünden, ist das nicht so? Aber kann es Sünde sein, wenn er eigentlich damit auf Dinge hinweisen wollte, die nicht korrekt laufen, nicht gemäß der Glaubensregeln, wo 'Schäfchen vom Weg abkamen', weil diese offensichtlich die Lehren nicht verstanden haben - wie sonst will man hier korrigierend einwirken oder die Lehren überarbeiten, so dass sie wirklich Jeder in der heutigen Zeit versteht und umsetzt? Die Kirche hat doch eine Vorbildfunktion und kann Zeichen setzen, damit wie sie mit dieser Krise umgeht. 4 Jahre Freiheitsentzug für Jemand der Reue zeigt und eigentlich nur áuf Schwächen im System hinweisen wollte? Wenn er die Glaubensregeln lebt, kann er doch mithelfen alles zu korrigieren.
Der Papst hatte eigentlich nur eine Sorge.....
...dass ihm sein Kammerdiener sein altes Schulzeugnis aus dem Geheimfach seines Schreibtisches stiehlt. Dann wäre nämlich herausgekommen, dass er jahrelang nur eine 4 in Religion hatte.
Gabriele wollte "Bosheit und Korruption innerhalb der kath. Kirche
aufdecken. Er fühlte sich vom heiligen Geist inspiriert, die Kirche
wieder auf den richtigen Pfad zu bringen."
Wieso kann man ihm das nicht abnehmen, dass er wirklich im allerbesten
kath. Glauben gehandelt hat? Welche Indizien gibt es dafür? Und:
wer will schon wissen, ob nicht der heilige Geist hier tatsächlich
aktiv geworden ist?
Ich habe vor Jahren mal eine Fernsehpredigt vom Salzburger Weihbischof
Andreas Laun gehört. Darin zog dieser geweihte Mann gegen gewisse
innerkirchliche Bösewichte in einer Weise vom Leder, die es
wahrlich in sich hatte. Also, können nicht dementsprechende
Äusserungen z.B. bei diesem P. Gabriele auf fruchtbaren Boden
gefallen sein und ihn zum Handeln gezwungen haben?
Die spannendste Frage in diesem Fall ist und bleibt für mich aber
die Rolle des Heiligen Geistes. Wird diese Frage nun innerhalb der
Kirche nicht diskutiert, dann ist er endgültig als Luftnummer
demaskiert.
Super!
"Religiös bedingte Einfalt"! Wirklich nett gesagt und
trifft absolut ins Schwarze. Einfach super, das werde ich mir merken!
Es bleibt aber doch die Frage, ob solche religiös bedingte Einfalt
nur in den niederen Kreisen zu finden ist oder nicht seit ewigen Zeiten
grosse Teile der Kirche durchwuchert.
Was ist denn eine Lüge oder Diebstahl von Dokumenten
im Vergleich zu Machenschaften und Intrigen, für die der Vatikan
doch berühmt ist. -(Der plötzliche Tod des frisch
gewählten Vorgängers von Giovanni Paolo I hat nicht viel
Heiligkeit in der Kurie reflektiert.) Warum sollte der Heilige Geist
nicht dem mächtigen Intrigantentum einen gehörigen Streich
spielen, indem er einen ins Vertrauen gezogenen
gerechtigkeits-empfindsamen Einfaltspinsel benutzte. - Im Vatikan findet
sich nicht so leicht ein Assange, aber ein frommer Kammerdiener dem sein
durchaus heiliger Chef (Religion 4 zeigt, dass er kein Streber war!) am
Herzen liegt und dem dieses `íntrigantenbusiness´ einfach
auf die Nerven ging. Da nahm er sich dieses Recht vom HG inspiriert zu
sein. - ´Die Wege des Herrn sind wunderbar´ und der HG wird
schon jedes Mittel heiligen, um die Hl. Kirche von bösen
Verfehlungen gewisser kardinaler Kräfte zu reinigen, wenigstens
dazu etwas beizutragen.- Der dt Ausdruck Glauben für religiöse
Treue ist übrigens irreführend. - ´Faith´dagegen
stimmt.
Der Papst als Lehrbub seines Kammerdieners?
Sollte sich der Kammerdiener des Papstes, Paolo Gabriele, wirklich in
der Position befunden haben, den Papst mit einem Dokumentendiebstahl und
deren Veröffentlichung in den Medien auf Missstände innerhalb
der Kirche hinweisen zu müssen? Dann müsste er wesentlich mehr
erklären. Hätte er denn mit dem Papst kein Wort über
diese Themen reden können? Paolo Gabriele wirft ein sehr schlechtes
Bild auf den deutschen Papst.
Außerdem stiftet der Heilige Geist niemanden zu Lüge und
Diebstahl an. Der Heilige Geist verleitet niemanden zu einem
Verstoß gegen das Gebot der Liebe, was durch das unerlaubte
Weitergeben streng vertraulicher kirchlicher Unterlagen und den daraus
entstandenen Unfrieden und Streit geschehen ist.
Paolo Gabriele hat sich freiwillig zur Treue gegenüber dem Papst
verpflichtet, ist fast täglich mit ihm zusammengewesen und hat
vieles mitgehört. Der Inhalt von vertraulichen Gesprächen und
Dokumenten darf nicht einfach verraten werden.
Eine Luftnummer?
Der heilige Geist - oder Gabriele?
Der heilige Geist gehört doch sowieso zum Luftelement.-
Ist also, streng genommen, tatsächlich eine Luftnummer, nicht wahr? -
Sie meinen wohl Gabriele - aber warum sollte darüber groß
diskutiert werden?
Sie selbst nehmen doch Gabriele seinen Glauben ab - ich übrigens auch.
Ich kann mir auch vorstellen, dass seine Heiligkeit durchaus auch schon
mal Gespräche mit ihm über bestehende Korruption geführt
haben könnte. Das mag diesen Mann in seiner religiös bedingten
Einfalt, (sein Glaubensvertrauen ist die Wichtigste Größe in
seinem Leben), dann zum Handeln veranlaßt haben.-Das können
sich die Richter ja durchaus vorstellen, vor allem auch sein
früherer Chef.- Dass Benedikt ihn begnadigt wird ja auch schon
vermutet im Vatikan, hab ich gelesen (Spon). Grüß Gott aus England.
Was ist mit der Nächstenliebe?
Sicher ist ein Vertrauensbruch nicht in Ordnung, gerade von einem Geistlichen, der ja Vorbildfunktion hat. Erwarte eigentlich von der Kirche, die Nächstenliebe predigt, dass sie ihm eine Chance geben Reue zu zeigen und mitzuhelfen die Dinge gerade zu biegen. Hat nicht ein Pabst Paul damals Zeichen gesetzt indem er den Menschen, der auf ihn geschossen begnadigt hat? Was ist ein schwereres Verbrechen, auf Jemanden zu Schiessen oder das Vertrauen zu brechen? Wenn sich sonst alles erklären und aufklären laesst.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.10.2012 10:18 UhrNächstenliebe
Entschuldigung, aber in meiner Vorstellung arbeiten im Vatikan nur Geistliche:) Wie auch immer, vor Gott und dem Gesetz sind ja alle gleich. Er zeigt Reue für seinen Vertrauensbruch und Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Wenn er damit auf Schwächen im System hingewiesen hat und es ihm am Herzen liegt, dass die Glaubensregeln befolgt werden, kann das verwerflich sein? Wie sonst will man erkennen, dass da einige 'Schäfchen vom Weg abkamen' und seine Lehren so überarbeiten, dass sie auch wirklich Jeder in der heutigen Zeit versteht und lebt? Ich finde 4 Jahre Freiheitsentzug in diesem Falle nicht angemessen. ich würde ihn, verpflichten mitzuhelfen die Lehren so zu überarbeiten, dass sie auch den letzten Zweifler überzeugen.
Gesetz und Evangelium
Eine vorbildliche Rechtsprechung lässt meiner Meinung nach immer
Platz für Reue und Vergebung.
Jedoch darf das kein Automatismus sein, der das Recht aufweicht.
Die Aufhebung des Gesetzes durch das Evangelium ist eschatologischer Art
und sub conditione terrae nur begrenzten Raum.
Das Vorletzte ist weiterhin gültig. Je nachdem, in welcher
Situation sich der Angeklagte befindet, wie er reagiert, ob er wahre
Reue zeigt etc. ist vom Letzten her aber ein Entgegenkommen möglich.
"gerade von einem Geistlichen"
Also da erweisen Sie aber dem Kammerdiener zu viel Ehre, wenn Sie ihn in den Stand eines Geistlichen erheben. Zudem ist eine Begnadigung erst nach Verurteilung möglich.
Der Herr scheint mir lediglich ein ausgebuffter Schlawiner zu sein, der dreist einen angeblich tiefen Glauben als Motiv vorschiebt, den er ganz sicher nicht hat. Es ist bedauerlich, dass Papst Benedikt XVI sich von solchen Leuten umgeben sehen muss, die sein Vertrauen auf das Übelste mißbrauchten.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.10.2012 11:57 UhrSehr geehrter Herr Kraft
Ich gehe wohl nicht Fehl in der Annahme, dass Sie der Katholischen Kirche fern stehen, daher Ihre Fragen lediglich rhetorische sind.
Urteile
Woher nehmen Sie das Recht, über den Glauben dieses Mannes zu
urteilen?
Er sagt, er fühlte sich vom Heiligen Geist geleitet. Vielleicht
stimmt das ja sogar, wer kann das schon wissen. Schliesslich hat der
Heilige Geist in den letzten 2000 Jahren schon die erstaunlichsten
Aktionen laut glaubhafter Bekundungen der kath. Kirche ausgeführt.
Jedenfalls kann man davon ausgehen, dass er Ihrem persönlichen, als
Mensch natürlicherweise beschränkten Blickwinkel um Lichtjahre
überlegen ist. Sie sollten deshalb etwas vorsichtiger mit solchen
Vorverurteilungen sein.
Und das steht ganz vorne, auf Seite 1 Mitte ?
Wichtig ist das nicht .
Wenn jemand im Kanzleramt geheime Dokumente stähle, müsste er
sich ebenfalls verantworten.
Wenn jemand damit tatsächlich dunkle Machenschaften aufdecken
würde, wäre dieser Umstand in der Rechtssprechung zu berücksichtigen.
Sollte er jedoch nur aus Neugier handeln oder sich gar ein
Vermögensvorteil beschaffen wollen, ist dies entsprechend zu ahnden.
Der Vatikan sollte hier eine vorbildliche Rechtssprechung an den Tag legen.
Es sieht wohl ganz danach aus,
als ob auch der Vatikan politische Gefangene machen würde.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.10.2012 17:11 Uhr