http://www.faz.net/-gpf-759c8

Vatileaks : Papst begnadigt Kammerdiener

  • Aktualisiert am

Gefängnisbesuch: Papst Benedikt XVI. und sein ehemaliger Kammerdiener Paolo Gabriele Bild: AFP

Papst Benedikt XVI. hat seinen diebischen ehemaligen Kammerdiener Gabriele begnadigt. Mit ihm wieder zusammenarbeiten will er aber nicht.

          Papst Benedikt XVI. hat seinen wegen Diebstahls vertraulicher Dokumente verurteilten früheren Kammerdiener, Paolo Gabriele, begnadigt. Gabriele war am 6. Oktober zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt worden und musste die Strafe vor zwei Monaten antreten. Die Begnadigung war in Rom seit längerem erwartet worden. Vatikansprecher Federico Lombardi sprach am Samstag von einer „guten Nachricht am Ende einer traurigen Angelegenheit“.

          Vatikansprecher: Federico Lombardi: „Eine gute Nachricht am Ende einer traurigen Angelegenheit“.
          Vatikansprecher: Federico Lombardi: „Eine gute Nachricht am Ende einer traurigen Angelegenheit“. : Bild: AFP

          Der Papst habe am Morgen Gabriele in der Haftanstalt besucht und etwa eine Viertelstunde mit ihm gesprochen, sagte Lombardi. Benedikt habe seinem einstigen engen Mitarbeiter mitgeteilt, dass er ihm verzeihe und ihn begnadigen werde. Noch am späten Vormittag sei der frühere Kammerdiener auf freien Fuß gesetzt worden. Der Vatikansprecher fügte hinzu, dass Gabriele nicht mehr für den Heiligen Stuhl arbeiten dürfe. Außerdem könne er nicht mehr im Vatikanstaat wohnen.

          Die Enthüllungsaffäre „Vatileaks“ hatte international Aufsehen erregt. Gabriele hatte in seinem Schlusswort ausgesagt, er habe aus Liebe zu seiner Kirche und zum Papst gehandelt. Der 46 Jahre alte Mann hatte gestanden, vertrauliche Papiere weitergegeben zu haben. Er habe keine Mittäter gehabt und kein Geld bekommen - Missstände hätten ihn getrieben; er habe seiner Kirche helfen wollen. Der ebenfalls in der „Vatileaks“-Affäre zu einer zweimonatigen Bewährungsstrafe verurteilte Computertechniker Claudio Sciarpelletti arbeite bereits seit einigen Wochen wieder, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

          Weitere Themen

          In den Händen des Papstes

          Missbrauchsskandal in Chile : In den Händen des Papstes

          Alle 34 Bischöfe Chiles haben nach Gesprächen mit Franziskus über die Missbrauchsfälle in ihrem Land den Rücktritt angeboten. Nun muss Franziskus über die künftige Besetzung der chilenischen Bischofskonferenz entscheiden.

          Topmeldungen

          Venezuela : Sieg mit Ansage

          Venezuelas Präsident Nicolás Maduro lässt sich durch eine unfaire Wahl im Amt bestätigen. Die Spannungen im Land dürften sich weiter verschärfen.

          Journalist Luke Harding : „Trump ist kompromittiert“

          Donald Trumps Zurückhaltung dem russischen Präsidenten gegenüber ist auffällig. Der Journalist Luke Harding zeigt sich im FAZ.NET-Interview überzeugt davon, dass Moskau Material gegen ihn hat.

          DFB-Pokalfinale : Wagner sorgt für neuen Ärger bei den Bayern

          Erst sorgte Sandro Wagner mit seinem Rücktritt aus der DFB-Elf für eine scharfe Reaktion des Bundestrainers. Nun haben die Münchner um Uli Hoeneß Redebedarf – wegen einer Aktion Wagners nach dem verlorenen Pokalfinale.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.