08.07.2009 · Gut vier Monate nach der heftigen Debatte über Holocaust-Leugner Richard Williamson hat Papst Benedikt XVI. dem kolumbianischen Kardinal Dario Castrillon Hoyos die Zuständigkeit für die ultrakonservative Pius-Bruderschaft entzogen.
Gut vier Monate nach der heftigen Debatte über die ultrakonservative Pius-Bruderschaft und deren Holocaust-Leugner Richard Williamson zieht Papst Benedikt XVI. personelle Konsequenzen. Der Pontifex entließ am Mittwoch den Chef der Abteilung, die für eine Annäherung der römisch-katholischen Kirche an die umstrittene Splittergruppe verantwortlich ist.
Der kolumbianische Kardinal Dario Castrillon Hoyos werde durch den amerikanischen Kardinal Joseph Levada ersetzt, der fortan die Päpstliche Kommission Ecclesia Dei (Kirche Gottes) leite. Zudem unterstellte Papst Benedikt die Kommission der strengen Kontrolle durch die Kongregation für Glaubenslehre, die die römisch-katholische Kirche vor abweichenden Glaubensvorstellungen schützen soll und die einst von Papst Benedikt selbst bis zu dessen Wahl 2005 geleitet worden war.
Der Papst hatte Anfang des Jahres weltweit Empörung ausgelöst mit der Entscheidung, die Exkommunikation von vier Bischöfen der Pius-Bruderschaft, darunter der Holocaust-Leugner Williamson, wieder aufzuheben. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte daraufhin vom Papst eine Klarstellung gefordert.