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Vatikan Papst entlässt Mixa aus Bischofsamt

08.05.2010 ·  Papst Benedikt XVI. hat das Rücktrittsgesuch des Augsburger Bischofs angenommen. Mixa war wegen Gewaltvorwürfen und einem Missbrauchsverdacht unter Druck geraten. Das Augsburger Bistum wird nun vorläufig von Weihbischof Josef Grünwald geleitet.

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Papst Benedikt XVI. hat den von Augsburgs Bischof Walter Mixa angebotenen Rücktritt angenommen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche habe das Rücktrittsgesuch Mixas „gemäß Artikel 401, Paragraph 2 des kanonischen Rechts“ angenommen, erklärte der Vatikan am Samstag. Dieser Paragraph sieht den verfrühten Ruhestand eines Geistlichen wegen Krankheit oder „anderer schwerwiegender Gründe“ vor dem 75. Lebensjahr vor. Der Papst entband Mixa auch von seinem Amt als Militärbischof. Im Jahr 2005 hatte Benedikt XVI. Mixa zum Bischof von Augsburg ernannt.

Nach wochenlanger Kritik und Gewaltvorwürfen früherer Heimkinder hatte Mixa am 21. April dem Vatikan seinen Rücktritt angeboten. Am Freitag war außerdem bekanntgeworden, dass die Staatsanwaltschaft Ingolstadt Vorermittlungen wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch gegen Mixa eingeleitet hat. Ein Bischof kann seinen Rücktritt nur anbieten, der Papst muss dem Schritt zustimmen. Benedikt hatte am 29. April mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, im Vatikan über den Fall Mixa beraten.

Zollitsch: „Papst schafft notwenige Klarheit“

Für diese Privataudienz nach Rom wurde Zollitsch begleitet von dem Vorsitzenden der Freisinger Bischofskonferenz, Erzbischof Reinhard Marx, und dem Augsburger Weihbischof Anton Losinger. Diese Begegnung, die vor dem Bekanntwerden neuer Vorwürfe gegen Mixa angesetzt war, dürfte den Grundstein für die Annahme des Gesuchs gelegt haben. Damit hat Benedikt vergleichsweise rasch gehandelt - in der Vertuschungsaffäre des irischen Missbrauchsskandals dauerte es teilweise Monate, bis der Papst Rücktrittsgesuche schließlich annahm.

Video: Bischof Mixa nicht mehr im Amt

Zollitsch sagte: „Die zügige Entscheidung des Papstes schafft die notwendige Klarheit.“ Sie gebe allen Beteiligten die Chance zum Neuanfang. „Die Vorgänge der letzten Zeit haben das gesamte Bistum Augsburg und auch die katholische Kirche in Deutschland sehr belastet“, sagte der Freiburger Erzbischof. Der Verlust der Glaubwürdigkeit wiege schwer. Umso wichtiger sei es, den eingeschlagenen Weg der Erneuerung fortzusetzen. Zollitsch dankte außerdem Mixa „für die Impulse, die er als Priester und Bischof gegeben hat“. Er wünsche ihm für die Zukunft „Gottes stärkende Nähe und Hilfe“.

Diözese Augsburg vor Neuanfang

Das Augsburger Bistum wird nun vorläufig von Weihbischof Josef Grünwald geleitet. Das Domkapitel der Diözese Augsburg wählte Grünwald am Samstagnachmittag zum sogenannten Diözesan-Administrator, wie das Ordinariat mitteilte. Grünwald wird bis zu einer Neubesetzung des Bischofsstuhls in Augsburg die Diözese leiten. Er hat den bisherigen Generalvikar der Diözese, Domkapitular Karlheinz Knebel, zum seinem Vertreter bestellt. „Wir sind an einem Neuanfang, den wir gemeinsam versuchen müssen“, sagte Generalvikar Karlheinz Knebel.

Die Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“ reagierte mit Erleichterung auf die Annahme von Mixas Rücktrittsgesuch durch den Papst. Durch das lange Taktieren des Bischofs sei ein Ansehens- und Glaubwürdigkeitsverlust der katholischen Kirche weit über das Bistum hinaus entstanden, erklärte die Organisation am Samstag. Um dieses nicht noch zu vergrößern, müssten alle Vorwürfe umfassend und möglichst schnell aufgeklärt werden. Dabei dürfe es „keinen Bischofs-Bonus geben“, auch wenn zunächst von der Unschuldsvermutung auszugehen sei.

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