Home
http://www.faz.net/-gpf-11jv6
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Vatikan Kühner Schritt zurück

24.01.2009 ·  Papst Benedikt XVI. hat die Exkommunikation von vier Anhängern des traditionalistischen Erzbischofs Marcel Lefebvre nach 21 Jahren rückgängig gemacht. Das ist, bei allem Bemühen um die Überwindung der Spaltung in der katholischen Kirche, vor allem eins: ein Schritt zurück.

Von Daniel Deckers
Artikel Lesermeinungen (15)

Es wäre kühn zu behaupten, das Streben nach der Einheit der Christenheit sei ein herausragendes Merkmal des Pontifikats Benedikts XVI. Die Ökumene mit den aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen ist dem Papst aus Deutschland nicht einmal Pflicht, die Kirchen der Orthodoxie dagegen tun sich miteinander schwerer als mit Rom.

Umso bemerkenswerter ist das Bemühen des Papstes, die Spaltung innerhalb der katholischen Kirche zu überwinden, die vor mehr als drei Jahrzehnten von dem französischen Erzbischof Lefebvre ausgegangen ist. Dieser überwarf sich mit dem Papst nicht nur wegen der Reformen der Liturgie, sondern lehnte wesentliche Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils ab.

An dieser Fundamentalopposition hat sich bis heute nichts geändert. Benedikt hat sich umso mehr bewegt. Auf die Rehabilitation des „alten“ Ritus folgte jetzt die Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft. Ein kühner Schritt – zurück.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1960, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

Jüngste Beiträge

Brandsatz Syrien

Von Günther Nonnenmacher

In Syrien ist ein voll entfalteter Bürgerkrieg im Gang. Assad geht mit aller Härte vor, weil er fürchtet, dass jedes Nachgeben als Zeichen der Schwäche gewertet wird. Die Opposition hofft, das Regime mit der Zeit zu zermürben. Dieser Konflikt könnte den gesamten Mittleren Osten in Brand setzen. Mehr