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Urbi et Orbi Papst ruft zu „neuer Weltordnung“ auf

25.12.2005 ·  Die christliche Botschaft der Nächstenliebe könne dem Menschen die Kraft geben, sich „für den Aufbau einer neuen Weltordnung einzusetzen“, sagte Papst Benedikt XVI. in seiner Weihnachtsbotschaft. 40.000 Gläubige versammelten sich auf dem Petersplatz.

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Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft in Rom zu einer „neuen Weltordnung“ des Friedens und der Gerechtigkeit aufgerufen.

Die christliche Botschaft der Nächstenliebe könne dem Menschen die Kraft geben, sich „für den Aufbau einer neuen Weltordnung einzusetzen, die auf gerechten ethischen und wirtschaftlichen Beziehungen gegründet ist“. Anschließend spendete er den traditionellen Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis) und sprach die Weihnachtsgrüße in 32 Sprachen. Sein Vorgänger Johannes Paul II. hatte sie vor einem Jahr sogar in 62 Sprachen gesprochen.

Weihnachtsbotschaft in 70 Länder übertragen

Rund 40.000 Gläubige und Touristen waren am Sonntag bei grauem und regnerischem Wetter auf den Peterplatz gekommen, darunter viele Deutsche.

Auf Deutsch sagte das Oberhaupt der Katholiken: „Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!“ Die Weihnachtsbotschaft wurde vom Fernsehen in mehr als 70 Länder übertragen.

Erste Enzyklika im Januar

Um Mitternacht hatte der Papst die traditionelle Christmesse im Petersdom gefeiert. Es ist das erste Weihnachtsfest des 78jährigen Joseph Ratzinger seit dem Tod von Johannes Paul und seiner Papstwahl im April.

Wie im Vatikan offiziell bekannt wurde, wird der Kirchenführer im Januar seine erste Enzyklika veröffentlichen. Sie gilt als wichtiges Signal für die Pläne des Papstes für sein Pontifikat. Das Rundschreiben unter dem Titel „Deus est Caritas“ (Gott ist Liebe) trage als Datum den 25. Dezember.

„Erwache, o Mensch des dritten Jahrtausends!“

Eindringlich warnte der deutsche Papst vor einer geistigen Leere des modernen Menschen. Auch in der Welt der Vernunft und des technischen Fortschritts dürften sich die Menschen nicht der christlichen Botschaft verschließen.

Zwar seien in den letzten Jahrhunderten in Technik und Wissenschaft sehr viele Fortschritte gemacht worden, und die Menschen verfügten über umfangreiche materielle Möglichkeiten. „Der Mensch des technologischen Zeitalters ist jedoch in Gefahr, Opfer eben dieser Erfolge seiner Intelligenz und der Ergebnisse seiner Handlungsfähigkeit zu sein, wenn er sich auf eine geistliche Atrophie, auf eine Leere des Herzens zu bewegt.“ Eindringlich rief er die Gläubigen auf: „Erwache, o Mensch des dritten Jahrtausends!“

„Beschämende Armut“ in der Dritten Welt

Christliche Nächstenliebe könne helfen, die brennenden Probleme in der Welt zu lösen, sagte der Papst weiter. Wer der christlichen Botschaft folge, setze sich für Dialog und Versöhnung ein.

Ausdrücklich verwies Ratzinger außer auf die „beschämende Armut“ in der Dritten Welt auch auf den Terrorismus, die zunehmende Rüstung sowie auf die Bedrohung durch Umweltverschmutzung und Pandemien. Zugleich erinnerte er an die Situation im Irak sowie an die „Bruderkriege“ und ungelösten politischen Probleme in Afrika, in Lateinamerika und in Ostasien.

Erste Weihnachtsmesse als Papst

Bei seiner ersten Weihnachtsmesse als Papst hatte Benedikt XVI. in der Nacht die weltweit 1,1 Milliarden Katholiken dazu aufgerufen, Frieden zu stiften. Besonders mahnte der Nachfolger von Johannes Paul II. eine Lösung des Konflikts im Nahen Osten an.

„In dieser Nacht, in der wir auf Bethlehem schauen, wollen wir ganz besonders für den Geburtsort unseres Erlösers beten und für die Frauen und Männer, die dort leben und leiden“, sagte der 78jährige vor Tausenden Gläubigen aus aller Welt im Petersdom. „Laßt uns beten für Frieden im Heiligen Land.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und Reuters
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