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Uran-Munition Nato-Ärzte sehen keine Krebsgefahr

17.01.2001 ·  Die leitenden Mediziner der 19 Nato-Länder sehen keinen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Uran-Munition auf dem Balkan und Leukämie oder anderen Krebsfällen.

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Es gibt keine Beweise für ein Balkan-Syndrom, sagt der Vorsitzende des Ärztekomitees der Nato, General Roger Van Hoof. Er äußerte sich am Dienstag in Brüssel. Die Ärzte hätten keinen Unterschied zwischen Krankheitsfällen bei solchen Soldaten, die zum Balkan- Einsatz abgestellt wurden, und solchen, die dort nicht Dienst taten, entdecken können. Nach einem Bericht des Fernsehmagazins „Monitor“ soll die Uran-Munition auch krebserregendes „Plutonium“ enthalten.

Nach den Informationen aus den Nato-Staaten könne kein „kausaler Zusammenhang“ zwischen abgereichertem Uran und Krankheitsfällen hergestellt werden, sagte der Van Hoof. Den vorliegenden medizinischen Studien zufolge hänge jede von abgereichertem Uran ausgehende Gefahr von der Mengen des Materials ab. Es gebe aber keine Hinweise, dass Soldaten Mengen ausgesetzt worden seien, die über als sicher geltende Grenzen hinausgingen. Die Nato hat von vorn herein Vermutungen widersprochen, dass die Geschosse Auslöser für Blutkrebs seien, zugleich aber weitere Untersuchungen beschlossen.

Amerikanischer Arzt nennt Munition unbedenklich

Die Unbedenklichkeit der Uran-Munition wurde von dem amerikanischen Militärarzt David Lamm unterstrichen. Es sei zwar unbestritten, dass Radioaktivität in einer hohen Dosis Krebs verursachen könne. Bei einer niedrigen Strahlung sei dies jedoch nie nachgewiesen worden. Selbst bei Soldaten, die mit einem beschossenen Panzer in Berührung gekommen seien, seien keine gesundheitlichen Schäden beobachtet worden.

Die in die Kritik geratenen Geschosse enthalten einen Kern aus abgereichertem, schwach strahlendem Uran. Wegen seiner großen Masse haben die damit bestückten Geschosse eine besondere Durchschlagskraft und werden vor allem gegen Panzer eingesetzt. Die Munition wird von den Streitkräften der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs genutzt. Diese Staaten hatten in der vergangenen Woche die Aufforderung Deutschlands, Italiens und Griechenlands abgelehnt, den Einsatz dieser Geschosse in der Nato vorläufig auszusetzen.

Ein Sprecher der britischen Streitkräfte in Deutschland widersprach einem Bericht, wonach die Bundeswehr 1980 auf dem Truppenübungsplatz Senne bei Paderborn uranhaltige Munition verschossen haben soll. Von einem Nato-Soldaten sei niemals Uran-Munition auf dem Übungsplatz abgeschossen worden, sagte der Sprecher. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte unter Berufung auf einen Ex-Soldaten berichtet, die Bundeswehr habe 1980 im Sennelager zu Testzwecken etwa zehn Patronen mit abgereichertem Uran abgefeuert.

Quelle: @ba, mit Material von AP, dpa, Reuters
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