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Union und FDP einigen sich Recht auf Leistungsschutz abgeschwächt

 ·  Die schwarz-gelbe Koalition will dem geplanten Leistungsschutzrecht für Presseverlage im Internet die Schärfe nehmen. Einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte sollen auf Wunsch der FDP nicht betroffen sein.

Artikel Lesermeinungen (10)
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Uwe Meyer
Uwe Meyer (Kosyme) - 27.02.2013 08:55 Uhr

Ergänzendes zum angeführten Kartellrecht

Der Vollständigkeit halber:
"Kartell" ist ein mehrdeutiger Begriff, der in der Regel einen Zusammenschluss oder eine Vereinbarung zwischen Konkurrenten bezeichnet, aber – davon abgeleitet – auch abwertend für organisierte Kriminalität steht. Die Hauptverwendung von Kartell ist die eines Kartells in der Wirtschaft. (Wiki)
Mit anderen Worten, eine einzelne Firma, wie etwa Google, und mag sie noch so erfolgreich sein, kann mit sich selbst einfach kein Kartell bilden. In einer funktionierenden "freien Marktwirtschaft" wären sinnvoller Weise stärkerere Konkurrenten für Google vonnöten.

Falls sich hingegen beispielsweise die zehn führenden Verlage zusammenschließen würden, um gemeinsam eine sogenannte "Paywall" (Bezahlschranke) für ihre Leistungen zu errichten, würde ein "effektiveres Kartellrecht" vermutlich dagegen stehen.

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torsten teobald

LSR ist inzwischen ein Schimpfwort

LSR ist überflüssig, schon die FAZ-Tiraden gegen Google waren peinlich genug. Die Zeitungen sollten sich eher darüber Gedanken machen, wie sie durch ihre Angebote die Leser auf ihren Webseiten ziehen und halten können. Durch das LSR beweisen sie eine ähnliche Fähigkeit zur Modernisierung wie GEZ und GEMA. Und dass die Regierung es jetzt doch diskussionslos durchpeitschen will, macht die Sache auch nicht besser.

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Kerstin Leopold

Schade,

in dieser Frage hätte ich der Regierung wirklich mal mehr Mut zugetraut. Sie hätte beim ursprünglichen Leistungsschutzrecht bleiben sollen.

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Uwe Meyer
Uwe Meyer (Kosyme) - 26.02.2013 20:16 Uhr

Da wurde aber mit sehr viel Anlauf ein ziemlich kurzer Hüpfer gemacht

Ich hätte die weitere Entwicklung sehr gerne weiterverfolgt. Selbstverständlich ohne Partei zu ergreifen. Schade irgendwie, es war phasenweise sogar richtig spannend.

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Max Muster

"Google ist böse"

... ist das einzige "Argument", das sich bei den Befürwortern des LSR vernehmen lässt. Die Aussage stimmt in vielen Belangen, aber sie hat nichts mit dem LSR zu tun. Ginge es tatsächlich nur um Urheberrechtsverletzungen, wäre das Problem von den Verlagen innerhalb weniger Sekunden mittels einer kleinen Änderung in der Datei "robots.txt", die es auf jeder Internetseite gibt, erledigt und Google könnte nicht mehr auf die Inhalte zugreifen. Die Verlage wollen aber natürlich trotzdem von den Diensten von Google profitieren und Nutzer auf ihre Seiten locken, aber sie ignorieren (bewusst?), dass es kein gottgegebenes Recht gibt, von Google gelistet zu werden. Heißt: die Verlage wollen lediglich über die staatliche Umverteilungsmaschinerie ein wenig von den Gewinnen von Google abbekommen, weil sie zu faul und zu geizig sind, selbst auf den Suchmaschinenmarkt einzuwirken und so Googles Stellung zu schwächen. Widerwärtig, billig und durchschaubar, diese Posse.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2013 20:51 Uhr
Eduard Wegener
Eduard Wegener (eddiW) - 26.02.2013 20:51 Uhr

"Könnte" ist eindeutig falsch

"...mittels einer kleinen Änderung in der Datei "robots.txt", die es auf jeder Internetseite gibt, erledigt und Google könnte nicht mehr auf die Inhalte zugreifen"

Google kann natürlich weiterhin darauf zugreifen, technisch gesehen. Wie Google robots.txt nun genau auswertet, ist allein Google überlassen. Möglicherweise würden sie - und das dürfte wohl auch die Befürchtung der Verlage sein - ihrer dreisten Werbelüge, mit Content begründete Ansprüche würden auch die Suchmaschinenfunktion negativ beeinflussen, Geltung verschaffen, sprich, sie könnten die entsprechenden Zeitungen einfach auch aus dem Suchindex kicken oder sie nur ganz weit unten listen. Die sitzen einfach am längeren Hebel.

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Jan Froehlich

das blöde Kartellrecht - die Freiheit eines Monopolisten - Google der "Freiheitskonzern"

Die meisten Teilnehmer der Diskussion übersehen den Sinn für Humor seitens Google ... "die Netzfreiheit verteidigen" ist angesichts der monopolartigen Marktmacht eine Pointe die dröhnendes Gelächter hervorrufen müsste ... Niemand wird bestreiten, dass aufgrund eines LSR Einschränkungen kommen können, aber Google als "Freiheitskonzern" zu charakterisieren hat fast schon satirische Qualitäten ... Natürlich stellt sich die Frage, ob denn ein LSR tatsächlich fehlende funktionierende Geschäftsmodelle ersetzen kann und natürlich kann man diese Frage nur verneinen. Ob das LSR die deutsche "Angst" vor dem Verschwinden im digitalen All also wirklich wirksam vertreiben ist längst die berechtigte Frage, denn dies kann nur ein funktionierendes Geschäftsmodell, welches Contentbetreiber an der digitalen Nutzung ihrer Inhalte partizipieren läßt. Genau dies ist aber bei Google nicht der Fall bzw. nur zu Konditionen, welche der "Freiheitskonzern" bestimmt ... Man wünscht ein effektiveres Kartellrecht !

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.02.2013 01:53 Uhr
Uwe Meyer
Uwe Meyer (Kosyme) - 27.02.2013 01:53 Uhr

Ergänzendes zum Kartellrecht

Der Vollständigkeit halber:
"Kartell" ist ein mehrdeutiger Begriff, der in der Regel einen Zusammenschluss oder eine Vereinbarung zwischen Konkurrenten bezeichnet, aber – davon abgeleitet – auch abwertend für organisierte Kriminalität steht. Die Hauptverwendung von Kartell ist die eines Kartells in der Wirtschaft. (Wiki)
Mit anderen Worten, eine einzelne Firma, wie etwa Google, und mag sie noch so erfolgreich sein, kann mit sich selbst einfach kein Kartell bilden. In einer funktionierenden "freien Marktwirtschaft" wären sinnvoller Weise stärkerere Konkurrenten für Google vonnöten.

Falls sich hingegen beispielsweise die zehn führenden Verlage zusammenschließen würden, um gemeinsam eine sogenannte "Paywall" (Bezahlschranke) für ihre Leistung zu errichten, würde ein "effektiveres Kartellrecht" vermutlich dagegen stehen.

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Closed via SSO

Herr Froehlich, brechen Sie Googles Monopol - benutzen Sie eine andere Suchmaschine!

Es gibt noch andere.

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Eduard Wegener
Eduard Wegener (eddiW) - 26.02.2013 20:17 Uhr

Was zu wünschen wäre...

...wäre nicht nur ein effektiveres Kartellrecht, sondern eine schonungslose Sondierung der Lage. Die Höschen müssten mal runter. Was eigentlich meinen wir, wenn wir von der "Digitalen Revolution" sprechen? Was ist da eigentlich passiert in den letzten 20 Jahren? Es ist tatsächlich etwas faul, wenn alle Welt von grenzenloser Internet-Freiheit spricht, aber ein Konzern maßgeblich darüber bestimmt, was wir mit dieser "Freiheit" anfangen.

Allein schon die "Verteidige dein Netz"-Aktion von Google spricht Bände. Mit der gleichen Unbekümmert- bzw. Frechheit, die schon Schmidts Äußerungen über das Ende der Privatsphäre auszeichnete, werden nun Unwahrheiten zum Besten gegeben: Das Internet ist nicht dein Netz und nicht mein Netz, sondern wird längst von einigen wenigen, bedrückend mächtigen Konzernen beherrscht. Und zweitens würde ein Verbot von News-Snippets keinerlei Auswirkungen auf Suchmaschinen haben ("Willst du weiterhin finden, was du suchst?").

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26.02.2013, 18:23 Uhr

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