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UN-Klimakonferenz : Gastgeber entlassen

Am Freitag soll der UN-Klimagipfel zu Ende gehen Bild: dpa

Die Beratungen auf der UN-Klimakonferenz stecken fest: EU-Kommissarin Hedegaard warnt, dass die Staaten hinter ihr Ziel zurückfallen. Und Polens Regierungschef schmeißt überraschend seinen Umweltminister raus.

          Vor seinem für Freitag geplanten Ende sind die Beratungen auf dem Weltklimagipfel in Warschau zur Wochenmitte in eine Krise geraten. EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard warnte am Mittwoch angesichts der kaum messbaren Fortschritte davor, dass es nicht gelingen könnte, 2015 in Paris den geplanten weltweiten Klimavertrag mit verbindlichen Vorgaben zur Reduzierung der Treibhausgase zu schließen. Es bestehe die Gefahr, hinter das vor zwei Jahren in Durban verabredete Ziel zurückzufallen.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Bundesumweltminister Peter Altmaier sagte in seiner Rede vor der Konferenz zusätzliche 30 Millionen Euro Hilfe zu und versprach, Deutschland stehe zu seinen Klimaschutzzielen – 40 Prozent weniger Treibhausgasemissionen bis 2020, 55 Prozent bis 2030 und 80 bis 95 Prozent bis 2050. Zuvor hatte er von den beiden größten Treibhausgasemittenten der Welt, China und Amerika, eine Reduzierung ihrer Emissionen verlangt. Die Entwicklungsländer rief Altmaier auf, nicht nur Hilfen zu verlangen, sondern auch selbst mehr zu tun. Die zugesagten weiteren 30 Millionen Euro sollen Entwicklungsländern helfen, sich an die Folgen des Klimawandels anpassen zu können. Deutschland zahlt nach Angaben der Bundesregierung dieses Jahr rund 1,8 Milliarden Euro für den internationalen Klimaschutz.

          Polens Präsident Tusk sorgt für eine Überraschung

          In der Nacht zum Mittwoch war es über zusätzliche Finanzhilfen zum Streit gekommen. Es ist nicht die einzige Baustelle auf der Konferenz, die einerseits Schritte für den Klimaschutz nach 2020 festlegen, andererseits die Staaten zu mehr Engagement in den Jahren bis dahin ermutigen will.

          Für eine Überraschung sorgte indes die Entlassung des polnischen Umweltministers und Präsidenten des Weltklimagipfels, Marcin Korolec, durch Ministerpräsident Donald Tusk. Korolec teilte aber mit, er werde der Klimakonferenz weiter vorsitzen. Der 43 Jahre alte Politiker verliert sein Regierungsamt im Zuge eines Kabinettsumbaus, dem mehrere Minister zum Opfer fielen. Polen gilt als Bremser einer ambitionierteren EU-Klimapolitik und war dafür beinahe täglich während der seit Montag voriger Woche laufenden Konferenz von Umweltgruppen attackiert worden.

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