Für Peter Altmaier ist es eine glückliche Fügung, dass sein erster Ministerbesuch in der Asse damit verbunden ist, dass es mit der Sanierung des Endlagers endlich einen Schritt voran geht. Auf die Probebohrung, die Altmaier per Knopfdruck in Gang setzte, ist jahrelang gewartet worden.
Ohne diese Bohrung weiß niemand, auf was er sich einlässt, wenn er die sichere Rückholung der Fässer verspricht. Dass noch immer nicht klar ist, ob es jemals dazu kommen wird (oder doch zur Verschüttung der Lagerstätten), und dass es mit der Bohrung so lange gedauert hat, daran ist nicht nur Altmaiers Vorgänger Röttgen schuld, wie in Hannover und Berlin getan wird.
Alle Beteiligten fürchten das ökologische, finanzielle und juristische Risiko. Daran wird auch eine „Lex Asse“ nichts ändern, die das Verfahren zwar beschleunigen, die Rückholung aber nicht sicherer machen kann.
Die Umweltkatastrophe in der Asse hat nicht nur wegen ihrer Ausmaße eine europäische Dimension. Sie wird auch darüber entscheiden, ob es Sinn hat, ein atomares Endlager zu betreiben, das auf die Rückholbarkeit verzichtet. Ob es also partout ein unterirdisches Lager sein muss.