04.06.2008 · Trotz der Ankündigung der Kandidatur von Gesine Schwan für das Präsidentenamt steht die SPD in jüngsten Umfragen so schlecht wie noch nie da. Kurt Beck spricht sein „mea culpa“ für den Zustand der Partei aus und richtet auch an die „Führungscrew“ einen Appell zur Geschlossenheit.
Angesichts weiter sinkender Umfragewerte hat der SPD-Vorsitzende Beck die Führung seiner Partei zur Geschlossenheit aufgerufen.
Während eines Treffens des „Seeheimer Kreises“, der wie jedes Jahr eine abendliche Dampferfahrt auf dem Wannsee veranstaltete, sagte Beck, es gelte, an den erfolgreich verlaufenen Zukunftskonvent der SPD am vergangenen Wochenende in Nürnberg anzuknüpfen. Es müssten „alle an Bord“ dabei sein. Beck fügte an: „Das gilt auch für die Führungscrew.“
„Die Breite des Spielfeldes nutzen“
Er habe sein „mea culpa“ für den Zustand der Partei ausgesprochen. Nun aber müsse nach vorne geschaut werden. Beck nutzte einen Vergleich aus der Fußballsprache. Nur wenn man über die Flügel spiele und in der Mitte gut besetzt sei, sei ein Spiel zu gewinnen. „Wir werden die Breite des Spielfeldes nutzen.“ Eigentore dürfe es nicht mehr geben.
Am Mittwoch wurden neue Umfragezahlen bekannt, nach denen die SPD so schlecht wie noch nie dasteht. Danach hat die Nominierung Gesine Schwans zur SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten den Trend der SPD nicht verändert.
Das Forsa-Institut, das für die Zeitschrift „Stern“ und den Sender RTL arbeitet, gab bekannt, dass die SPD in der „Sonntagsfrage“ bei 20 Prozent liege; das seien drei Punkte weniger als in der vergangenen Woche. Die Linkspartei liege nun bei 15 Prozent. Bei männlichen Wahlberechtigten lägen SPD und Linkspartei sogar mit jeweils 17 Prozent gleichauf.
Die Union steigerte sich zuletzt um einen Punkt auf 36 Prozent. Die FDP gewann ebenfalls einen Punkt auf 13 Prozent hinzu, die Grünen erreichten mit einem Prozentpunkt einen Zuwachs auf zwölf Prozent. Für „sonstige Parteien“ entschieden sich vier Prozent der von Forsa-Befragten (minus ein Prozentpunkt). Mit insgesamt 49 Prozent liegen Union und FDP damit wieder vor dem linken Wählerlager (SPD, Linke, Grüne) mit 47 Prozent.
Becks Beteuerungen wird kein Glauben geschenkt
Der Forsa-Chef Güllner wurde mit der Bemerkung zitiert, die Nominierung Frau Schwans habe der SPD sogar geschadet. „Viele Wähler fürchten, dass entgegen allen Beteuerungen von Parteichef Kurt Beck mit ihrer Kandidatur ein Signal für ein bundesweites Zusammengehen mit der Linkspartei gegeben wird.“
Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Oppermann, suchte mit Ironie auf die Zahlen zu reagieren. Die SPD sei jetzt in einer Lage, in der „man sich auf jeden Fall verbessern kann“.
Oppermann beschrieb das vor dem Kongress in Nürnberg präsentierte Papier „Aufstieg und Gerechtigkeit“ als eine gesellschaftspolitische Aussage, die in einer „sozialliberal-ökologischen Konstellation“ gut verwirklicht werden könnte. Die SPD umwerbe die Leistungsträger der Gesellschaft. Oppermann sagte: „Ich kann mir einen FDP-Innenminister gut vorstellen.“
Taktisch ist es gar nicht so schlecht jetzt den Tiefpunkt zu haben
Paul Rabe (heidelpaul)
- 04.06.2008, 11:45 Uhr
Oh Gott, Heidelpaul
egon soppe (egonsoppe)
- 04.06.2008, 12:13 Uhr
Kein Wunder..........
wolf haupricht (emilgilels)
- 04.06.2008, 12:13 Uhr
20% ist richtig
Closed via SSO (adolar)
- 04.06.2008, 12:26 Uhr
Sozialdemokratisches Leichentuch
Peter Böttcher (Joffy)
- 04.06.2008, 12:35 Uhr