27.07.2009 · Neid verkauft sich immer gut, besonders der auf Politiker. Doch unter denen, die angesichts des gestohlenen Fahrzeugs Ulla Schmidts „Verschwendung!“ rufen, dürften viele selbst schon einmal mit Dienstwagen in den Urlaub gefahren sein.
Von Stefan DietrichManches fällt erst auf, wenn es nicht mehr da ist. Der Berliner Reichstag zog Hunderttausende Besucher an, als die Christos ihn verpackt hatten. Der Dienstwagen der Gesundheitsministerin Schmidt wird zum Medienereignis, seit er in Spanien gestohlen wurde.
Alle Beteuerungen, der Ministerin stehe auch im Urlaub ein gepanzerter Untersatz mit Fahrer zu und die Mitnahme sei billiger gewesen als eine Entleihung an Ort und Stelle, nützen da nichts: Denn erstens ist es die ungeliebte Ulla Schmidt, der dieses Missgeschick passierte, und zweitens ist die „Geschichte“ wie gemacht für den Boulevard im Sommerloch. Neid verkauft sich immer gut, besonders der auf Politiker.
Unter denen, die jetzt „Verschwendung!“ rufen, dürften etliche selbst schon einmal mit Dienstwagen in den Urlaub gefahren sein. Nicht zu beneiden waren vermutlich die Gelegenheitsdiebe, die in ein spanisches Ferienhaus eindrangen, um Geld und Wertsachen zu stehlen und denen Frau Schmidts Dienstwagenschlüssel in die Hände fielen. Die hatten - im Gegensatz zum Boulevard - ein ziemlich schwerverkäufliches Objekt an der Backe.
Ist alles korrekt
Regine Metes (nightinggale)
- 27.07.2009, 19:36 Uhr
Neiddebatte?
Detlef Stark (wool-web)
- 27.07.2009, 20:32 Uhr
Rechtlich korrekt ist nicht gleichbedeutend mit moralisch korrekt
Matthias Thiel (Neonblack)
- 27.07.2009, 20:51 Uhr
Sollen gefährdete Personen im Urlaub ohne Schutz sein? Einmal Minister, ...
Bernhard Schmitz (DerKetzer)
- 27.07.2009, 20:55 Uhr
Das ist nur verdeckter Wahlkampf
Bernhard Schmitz (DerKetzer)
- 27.07.2009, 21:11 Uhr