26.11.2004 · Sie ist Lehrerin für die ukrainische Sprache, und vor drei Tagen zusammen mit ein paar Freunden aus Lemberg in Kiew angekommen. Olga Scholominska will in einem demokratischen Land leben.
Gestern nacht war es unglaublich kalt, und wir hatten alle erfrorene Füße. Da ist es gut, daß uns so viele Menschen helfen, daß sie so viel Tee und warme Sachen vorbeibringen. Wir haben hier solche Mengen, daß wir es gar nicht alles brauchen können, und so verteile ich jetzt den Tee an die Leute. Gut ist, daß trotz der Kälte so viele hier durchhalten. Manche kommen aber auch nur jede zweite Nacht, denn die Bürger in der Nachbarschaft haben uns Schlafplätze in ihren Wohnungen angeboten, und so wechseln sich manche von uns ab.
Ich bin Lehrerin für die ukrainische Sprache, und vor drei Tagen bin ich zusammen mit ein paar Freunden aus Lemberg hier angekommen. Manche von uns sind mittlerweile wieder weg, aber wichtiger ist, daß die meisten immer noch da sind. Wir bleiben, bis das hier zu Ende ist, bis wir gewonnen haben. Keine Ahnung, ob das gefährlich ist. Was ich weiß, ist, daß ich in einem demokratischen Land leben will, in einem Land mit freien Wahlen. Angst habe ich eigentlich nicht. Für den Fall, daß wir mitgenommen werden, habe ich meinen Paß dabei, mein Mobiltelefon und ein bißchen Geld.