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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Ukraine Maxim Bannikow, 30 Jahre

26.11.2004 ·  Er ist der Chef des Lagerstabes und berichtet, daß die Organisation in den Camps viel zu chaotisch ist. „Wenn die Macht das Lager angreift“, meint er, „wird keiner von uns weglaufen“.

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Wahrscheinlich sind die Russen längst in Kiew. Ich bin Fallschirmspringer, und ich habe gute Freunde bei der Armee und bei der Miliz. Sie glauben ja nicht, wie viele von denen in Wirklichkeit auf unserer Seite stehen. Deshalb hat die Macht jetzt Spezialtruppen aus Rußland geholt. Ich bin der Chef des Lagerstabes hier, und ich habe gesicherte Informationen, daß zwei Flugzeuge voll Männern auf dem Flughafen der Antonow-Werke gelandet sind. Hier im Lager geht alles gut, nur die Organisation ist viel zu chaotisch.

Unser Camp wächst und wächst, und im Augenblick sind wir schon 5000. Wir haben schon gar keinen Platz mehr in den Zelten und müssen die Leute nach Hause schicken. Die Bürger bringen uns Kleider und Essen, nur Grippemittel und Vitamine fehlen noch. Gewalt wird es in diesem Lager nicht geben, dazu haben wir unter unseren Ordnern genug ehemalige Soldaten und auch ein paar Milizionäre in Zivil. Meinen Leuten sage ich: Keinen Alkohol, sonst verlieren wir die Kontrolle. Wenn die Macht das Lager angreift, wird keiner von uns weglaufen. Jeder wird friedlich auf seinem Posten bleiben, bis sie uns mitnehmen. Das will ich mal sehen, wie die 5000 Leute einzeln wegtragen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2004, Nr. 278 / Seite 8
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