26.11.2004 · Die Anwältin arbeitet im Büro eines Parlamentsabgeordneten der Opposition. Sie will, daß die Regierung sich in ihrem Land an die Verfassung hält. Diese werde von Janukowitsch und seiner Gruppe mit den Füßen getreten.
Ich bin Anwältin, ich arbeite im Büro eines Parlamentsabgeordneten der Opposition, und ich will nur, daß die Regierung sich in meinem Land an die Verfassung hält. Deshalb bin ich jetzt hier, weil alle in dieser Gruppe um Janukowitsch, von der Wahlkommission über den Ministerpräsidenten bis hin zum Präsidenten, die Verfassung mit Füßen treten. Ich schlafe nicht im Camp, aber jeden Tag komme ich vorbei und bringe Kaffee, Tee und warme Sachen mit.
Wenn ich da bin, habe ich das Gefühl, ich helfe unserem Volk, seine Freiheit zu erobern, und ich liebe diese Empfindung, daß wir alle zusammenstehen. Den Westen kenne ich zwar nicht. Ich komme aus Kiew, und ich bin nur mal bis ins Baltikum gekommen; aber ich weiß, wenn wir hier nicht gewinnen, dann werden wir nie zu Europa gehören. Dann kriegen wir hier ein zweites Weißrußland, samt einem neuen Lukaschenka, mit allem Drum und Dran. Diese Leute, die jetzt schon so viele Jahre hier regiert haben, für die sind wir nur Vieh. Die wollen uns arm halten und dumm. Janukowitsch hat es schließlich selbst gesagt: Die Leute müssen arm sein, denn arme Leute haben Angst, und wer Angst hat, den kann man leichter beherrschen.