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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Ukraine Iwan Ukrainez, 35 Jahre

26.11.2004 ·  Er ist bei der ukrainischen Staatsbahn beschäftigt und unterstützt Juschtschenko. Damit riskiert Ukrainez seinen Job. Die Eisenbahner müssen der Regierung die Treue halten und sind dem Präsidenten verpflichtet.

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Ich bin Eisenbahner, und wenn mein Chef erfährt, daß ich hier bin, verliere ich meinen Job. Wir alle bei der ukrainischen Staatsbahn müssen die Macht unterstützen, sonst setzt man uns gleich auf die Straße. Aber es hilft alles nichts, die Bande um Janukowitsch und Kutschma muß einfach weg. Dieser Janukowitsch ist eine Schande für uns, der kann ja nicht einmal richtig lesen und schreiben.

So bin ich also gestern losgefahren von Korosten im Oblast Schitomir, obwohl meine Frau nicht wollte, daß ich in einer Zeit wie dieser nach Kiew gehe. Unser Sohn ist acht und unsere Tochter erst zwei, und meine Frau sagt, sie hat Angst, wenn ich weg bin. Sie hat gehört, daß die Russen mit ihren Omon-Truppen in Kiew sind, und sie sagt: "Bleib hier, denn wir wollen dich nicht verlieren, ich und die Kleinen." Ich bin trotzdem gefahren, gerade wegen der Kinder. "Wenn wir heute nichts tun, werden wir ewig auf den Knien liegen", habe ich meiner Frau gesagt. Das Bild auf meiner Brust zeigt Juschtschenko auf einer Kundgebung. Er ist unser Präsident, und wir müssen ihn verteidigen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2004, Nr. 278 / Seite 8
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