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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Überraschungsbesuch in Afghanistan Obama: Ende von Al Qaida in greifbarer Nähe

 ·  Genau ein Jahr nach der Tötung von Usama Bin Ladin ist Barack Obama zu einem Blitzbesuch nach Afghanistan gereist. Obama unterzeichnete ein Abkommen, wonach auch nach 2014 amerikanische Truppen im Land bleiben können - die Botschaft der Reise aber war für das Wahlvolk zu Hause bestimmt.

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© dapd Obama hielt eine Rede vor den in Bagram stationierten Soldaten

Ein Jahr nach der Tötung von Terrorchef Usama Bin Ladin hat der amerikanische Präsident Barack Obama bei einem symbolträchtigen Afghanistan-Besuch die Endphase des Krieges angekündigt. Nach verlustreichen Jahren sei das Ziel, das Terrornetzwerk Al Qaida zu besiegen, nun in greifbare Nähe gerückt, sagte Obama am frühen Mittwochmorgen in einer Rede, die im amerikanischen Fernsehen zur besten Sendezeit live übertragen wurde. „Wir können das Licht eines neuen Tages am Horizont sehen“, sagte der Präsident auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram: „Unser Ziel ist es, die Al Qaida zerstören, und wir sind auf dem Weg, genau das zu tun.“

Obama war am Dienstag unter hohen Sicherheitsvorkehrungen unangekündigt in Afghanistan eingetroffen. In Kabul unterzeichneten er und sein afghanischer Kollege Hamid Karzai ein strategisches Partnerschaftsabkommen, das die Rolle der Vereinigten Staaten in dem Land nach dem für 2014 geplanten Abzug der amerikanischen Truppen festschreibt. Der siebenstündige Aufenthalt Obamas war bis zuletzt streng geheim gehalten worden. Mit Blick auf die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 sagte der amerikanische Präsident, nach einem Jahrzehnt der Konflikte im Ausland sei es nun an der Zeit für eine Erneuerung Amerikas. Unmittelbar nach der knapp 15-minütigen Rede trat Obama den Rückflug nach Washington an.

Vereinigte Staaten auch nach 2014 in Afghanistan

Obama erklärte, der Sicherheitspakt lege die Rahmenbedingungen für die amerikanisch-afghanischen Beziehungen nach dem Truppenabzug 2014 fest. Die Kosten des Krieges seien hoch gewesen, doch die Vereinbarung über die strategische Partnerschaft ebne den Weg für eine friedliche Zukunft. Karzai sagte, der Pakt besiegele eine „gleichwertige Partnerschaft“ zwischen beiden Ländern. Mit der Vereinbarung sind die Vereinigten Staaten nicht zu einer bestimmten Truppenstärke vor Ort oder der Höhe von Finanzhilfen verpflichtet. Sie sieht aber vor, dass die Vereinigten Staaten nach 2014 Soldaten im Land belassen dürfen - zur weiteren Ausbildung der afghanischen Streitkräfte und für Operationen gegen die Al Qaida.

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© reuters, Reuters Obamas Mut, Obamas Wahlkampf

Amerikanische Regierungsvertreter hatten erklärt, bis zu 20.000 Soldaten würden nach 2014 in Afghanistan bleiben, aber das müsse noch verhandelt werden. Das Weiße Haus hatte zugesagt, den amerikanischen Kongress jedes Jahr um finanzielle Unterstützung für Afghanistan zu ersuchen.

Wahlkampf in Afghanistan

Die mitreisenden Journalisten waren wegen möglicher Taliban-Anschläge zu Stillschweigen verpflichtet, bis Obama sicher mit dem Hubschrauber in der Hauptstadt Kabul eingetroffen war. Seine Fernsehansprache fiel auf den Tag, an dem im vergangenen Jahr eine amerikanische Spezialeinheit in der pakistanischen Garnisonsstadt Abbottabad den lang gesuchten Chef des Terrornetzwerkes Al Qaida, Bin Ladin, tötete.

Der unangekündigte Besuch hatte eine hohe symbolische Bedeutung für Obama, der für eine zweite Amtszeit kandidiert. Das Weiße Haus hoffte damit eine positive Botschaft zu vermitteln: Der oberste Kriegsherr der Vereinigten Staaten zieht den Schlussstrich unter den Krieg in Afghanistan, sagt dem afghanischen Volk aber zu - und zwar vor Ort -, es nicht im Stich zu lassen. Obamas republikanischer Rivale Mitt Romney warf dem Präsidenten vor, die Tötung Bin Ladens für den Wahlkampf zu missbrauchen.

Wenige Stunden nach Obamas Abreise wurden in der Hauptstadt Kabul mindestens sechs Menschen bei einem Selbstmordanschlag getötet. Wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte, zündete der Täter an einer der wichtigsten Durchgangsstraßen eine Autobombe. Dabei seien vier Zivilpersonen in einem Auto sowie ein Passant und ein Wachmann eines nahegelegenen Gebäudes getötet worden. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban. In dem Gebiet im Osten der Stadt waren mehrere Explosionen und Schüsse in der Nähe einer Unterkunft ausländischer Arbeiter zu hören.

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Von Klaus-Dieter Frankenberger

Manchmal reiben sich die Deutschen an Amerika. Trotzdem haben sie Obama nicht aus dem Herzen verstoßen. Er ist noch immer „ihr“ Präsident und Idol. Mehr 19 6