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Türkei : Berater des Ministerpräsidenten festgenommen

  • Aktualisiert am

Vertrauter von Staatspräsident Erdogan: der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim Bild: AFP

Die türkische Polizei hat einen hochrangigen Berater von Regierungschef Yildirim festgenommen – wegen angeblicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung. Auch ein weiterer Journalist sitzt nun in Haft.

          Wegen angeblicher Verbindungen zur geächteten Gülen-Bewegung hat die Polizei in der Türkei einen hochrangigen Berater des Ministerpräsidenten Binali Yildrim festgenommen. Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag. Birol Erdem und seine Frau Gülümser wurden demnach in der Hauptstadt Ankara festgesetzt. Die türkische Regierung macht die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Seither sind in dem Nato-Land und EU-Beitrittskandidaten mehr als 110.000 Menschen festgenommen worden. Mehr als 47.000 von ihnen saßen nach Regierungsangaben zuletzt in Untersuchungshaft. Der in Amerika lebende Gülen bestreitet, Drahtzieher des Putschversuchs zu sein.

          Zugleich ist die türkische Regierung gegen einen weiteren regierungskritischen Journalisten vorgegangen. Die Zeitung „Aydinlik“ berichtete am Samstag, ihr Chefredakteur Ilker Yücel sei festgenommen worden. Das Blatt hatte 2014 einen Artikel über Berat Albayrak veröffentlicht, Energieminister und Schwiegersohn von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Der Bericht brachte Albayrak in Verbindung mit Verbrechen. Ein Gericht urteilte, die Zeitung müsse einen Widerruf drucken oder eine Geldstrafe zahlen. „Aydinlik“ lehnte dies ab.

          Die Behörden in dem Nato-Land, das auch EU-Beitrittskandidat ist, waren zuletzt mit Razzien und Festnahmen auch gegen die Zeitungen „Sözcü“ und „Cumhuriyet“ vorgegangen. Dutzende Journalisten sitzen im Gefängnis, darunter der deutsch-türkische „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel. Auf der diesjährigen Pressefreiheit-Rangliste von Reporter ohne Grenzen liegt die Türkei auf Platz 155 von 180.

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          Quelle: dpa

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