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Nordrhein-Westfalen : Türkische Behörden setzen Rocker gegen ihre Gegner in Deutschland ein

Januar 2016: Polizisten beobachten ein Treffen der Osmanen Germania in Neuss. Bild: dpa

Ein Bericht von NRW-Innenminister Herbert Reul offenbart brisante Informationen: Türkische Sicherheitsbehörden unterstützen Aktivitäten der Rockergruppe Osmanen Germania in Deutschland. Die Kontakte reichen bis in Erdogans Regierung.

          Die in mehreren deutschen Städten aktive Rockergruppe Osmanen Germania arbeitet nach Erkenntnissen der nordrhein-westfälischen Landesregierung mit den türkischen Sicherheitsbehörden zusammen. Diese bewerteten und unterstützten die Aktivitäten der Rockergruppe als „Terrorbekämpfung“ in Deutschland, „also gegen die PKK, linksextremistische Türken und die Gülen-Bewegung gerichtet“, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht von Innenminister Herbert Reul (CDU) an den Landtag.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Es sei auch schon zu Zusammenstößen zwischen Osmanen-Mitgliedern und linksgerichteten Gruppen gekommen, auch seien Osmanen bei diversen Veranstaltungen regierungsnaher türkischer Organisationen in Deutschland als „Veranstaltungsschutz“ aufgetreten. Zudem bestünden „Kontakte zwischen den Führern der Osmanen Germania und Vertretern der AKP sowie Beratern von Staatspräsident Erdogan“. So sei der Präsident der Osmanen Germania im Oktober 2016 in Ankara von Ilnur Cevik empfangen worden, der als wichtiger Berater Erdogans gelte. Hernach sei kommentierend über den Besuch des Osmanen-Präsidenten mitgeteilt worden: „Unser verehrter Gründerpräsident und Chefberater des Staatspräsidenten, IInur Cevik, hat die Osmanen Germania im Präsidialamt empfangen. Er hatte ein T-Shirt mit ihren Symbolen angezogen und erklärte, als Präsidialamt werde man stets hinter den türkischen Staatsbürgern stehen, die im Ausland Terrororganisationen bekämpfen.“

          Nordrhein-Westfalen : Polizeieinsatz gegen Hells Angels

          Die Rockergruppierung Osmanen ist erst 2015 in Frankfurt entstanden. Ihrer Gründung soll ein Streit innerhalb der Hells Angels vorausgegangen sein. Bei den Osmanen handelt es sich überwiegend um junge türkischstämmige Männer. Anders als andere Rockerclubs nennen sie sich nicht „Outlaw Motorcycle Gang“ (OMCG), sondern BC, was für „Boxclub“ steht. Aber nicht nur ihre Organisationsstruktur mit lokalen Chaptern, sondern auch ihre „Geschäftsfelder“ – Rauschgift, Waffen, Frauen, Schutzgelderpressung – erinnern an altbekannte Gruppen wie die Bandidos oder eben die Hells Angels. Der Club hat in Deutschland nach Erkenntnissen der Behörden mittlerweile 2500 Mitglieder und gilt derzeit als die am schnellsten wachsende Organisation im Rockermilieu.

          Quelle: FAZ.NET

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