http://www.faz.net/-gpf-8o44n

Kommentar : Merkels wichtiger Satz

Hunderttausende demonstrieren gegen TTIP, aber die Katastrophe in Aleppo bringt die Deutschen nicht auf die Straße. Die Kanzlerin hat eine wichtige Lektion in Zynismus erteilt.

          Merkwürdig: Wegen eines Handelsabkommens mit Amerika gehen Hunderttausende empört auf die Straße. Das mörderische Vorgehen des syrischen Regimes, in Komplizenschaft mit Russland und Iran, gegen die eigene Bevölkerung regt nur wenige auf. Und das, obwohl die Flüchtlingskrise, deren Ursache auch der syrische Krieg ist, hierzulande Politik und Gesellschaft mehr verändert hat als irgend etwas anderes seit der Wiedervereinigung. Aber keine Reaktion.

          Natürlich ist es eine Schande, wie die Kanzlerin beklagt, dass es nicht gelingt, Korridore in das belagerte Aleppo einzurichten. Doch die darin einwilligen müssten, kümmert das Elend der Zivilbevölkerung kein bisschen. Ihr kalter Zynismus geht so weit, im UN-Sicherheitsrat ein Veto gegen eine Feuerpause einzulegen. Russland und China – schöne Partner sind das. Klar, Putin will die Sache militärisch bis zum Amtsantritt Trumps weitgehend erledigt haben. Dann ist es ein neues Spiel, mit einem Mann im Weißen Haus, dem Aleppo gleichgültig ist und der sich mit einem Russland einlassen will, an dem im Mittleren Osten kein Weg vorbeiführt.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Nie mehr unter dem Existenzminimum Video-Seite öffnen

          Nahles will Bürgergeld : Nie mehr unter dem Existenzminimum

          Für die SPD ist Hartz-IV nicht mehr haltbar, ein Bürgergeld soll stattdessen ausgezahlt werden. Bürgerinnen und Bürger dürften nicht unter das Existenzminimum gedrückt werden, erläutert Parteichefin Andrea Nahles.

          Topmeldungen

          Vereinigte Staaten : Wer kann Donald Trump besiegen?

          Sollen die Demokraten nach links rücken oder doch lieber die Mitte besetzen? Die Welt verfolgt gebannt den Ausgang des Richtungskonflikts in den Vereinigten Staaten. Nicht wenige hoffen auf eine Empfehlung des ehemaligen Präsidenten Obama.

          „Totale Verwüstung“ : Trump besucht Brandgebiet in Kalifornien

          Häuser, von denen nur noch die Schornsteine stehen und mehr als tausend Vermisste: Das Ausmaß der Brände in Kalifornien ist gewaltig. Donald Trump besucht einen besonders schwer betroffenen Ort – und zeigt sich erschüttert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.