Der neue Hausherr auf der Prager Burg hat mit seiner Antrittsrede niemanden enttäuscht, weder seine Anhänger noch seine Gegner. Zeman stellte sich als erster Moderator und Vermittler der Republik vor, der die von tiefen Gräben durchzogene Gesellschaft „beruhigen und stabilisieren“ wolle. Doch gleich danach kam wieder der alte Grabenkämpfer zum Vorschein, der für die Unterprivilegierten in die Schlacht ziehen will und gegen allerlei üble Erscheinungen im Lande. Zu diesen zählt Zeman „ökonomische Mafien“, den Rechtsextremismus und die „Gehirnwäsche“ durch die Medien. An deren Verstand hat auch sein Vorgänger Klaus schon immer gezweifelt, jedenfalls dann, wenn sie ihn kritisierten.
Wie sein früherer politischer Erzfeind trägt Zeman die Fackel des tschechischen Nationalismus mit Stolz vor sich her, auch wenn er das die EU nicht so spüren lassen wird wie der Einigungsphobiker Klaus. Die tschechische Regierung aber dürfte umgehend erfahren, wie die Direktwahl eines Präsidenten das Machtgefüge im Staat verändert. An Machtbewusstsein fehlt es Zeman am wenigsten.
Macht wird überall und zu allen Zeiten ausgeübt
Eva Plecita (MilanPrager)
- 09.03.2013, 10:08 Uhr
Klaus und Zeman sind keine Erzfeinde
Jan Hlavac (Olav1)
- 09.03.2013, 00:22 Uhr
Kein Unrechtsbewußtsein im Hinblick auf die vertriebenen Sudetendeutschen
heide Roscher (heiro17)
- 08.03.2013, 20:14 Uhr