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Zeitenwende im Weißen Haus : Trump wird an Amerika scheitern

  • -Aktualisiert am

Schon nach einer Woche hat sich Donald Trump als einer der schlechtesten Präsidenten der amerikanischen Geschichte herausgestellt, schreibt Eliot A. Cohen in seinem Gastbeitrag Bild: EPA

Donald Trump wird noch viel mehr Schaden anrichten und vielleicht sogar neue Kriege anzetteln. Am Ende aber wird er scheitern – weil er die Widerstandskraft seiner Bürger unterschätzt hat. Ein Gastbeitrag.

          Ich bin nicht überrascht über die Eskapaden von Präsident Donald Trump in seiner ersten Amtswoche. Nicht über die sensationellen Ankündigungen wie die, eine Mauer zu bauen und Mexiko zu zwingen, für sie zu zahlen, während der mexikanische Außenminister gerade zu Gesprächen mit amerikanischen Regierungsvertretern in Washington weilte. Nicht über die leisen, aber nicht minder gefährlichen bürokratischen Anordnungen wie jene, den Vorsitzenden des Vereinigten Generalstabs von den Treffen des Nationalen Sicherheitsrats auszuschließen, das wichtigste außenpolitische Entscheidungsgremium unterhalb des Präsidenten, und dafür den Chefideologen Steve Bannon an seine Stelle zu setzen. Viele konservative Fachleute für Außen- und Sicherheitspolitik haben diese Gefahr schon im vergangenen Frühling und Sommer kommen sehen. Deshalb haben wir in vielen Briefen immer wieder gefordert, nicht Trumps Politik anzuprangern, sondern sein Temperament, nicht sein Programm, sondern seinen Charakter.

          Wir hatten Recht. Und unsere Freunde lagen falsch, die uns dazu gedrängt haben, uns zu beruhigen und unseren Frieden mit Trump zu machen, die gefordert haben, ihn anzunehmen, loyal gegenüber der Republikanischen Partei zu sein, nicht mehr so laut wie möglich „das ist unnormal“ zu sagen und zu denken, dass Trump und seine Berater gezähmt werden könnten. In einer epochalen Woche, die mit einer dunklen, spaltenden Rede zur Amtseinführung begann und weiter ging mit außergewöhnlichen Angriffen auf die freie Presse, einem Besuch bei der CIA, bei dem Trump ein Denkmal für unbekannte amerikanische Helden missachtete und jetzt dem Versuch, bestimmten muslimische Gruppen die Einreise in die Vereinigten Staaten zu verwehren (darunter auch Inhaber einer Green-Card sowie Übersetzer, die unseren Streitkräften im Irak gedient haben, aber keine Länder, in denen Trump Hotels besitzt oder so unverzichtbare wie Saudi-Arabien), hat Trump die schlimmsten Erwartungen noch übertroffen.

          Weil das Problem sein Temperament und sein Charakter sind, wird es nicht besser werden. Es wird schlimmer werden, weil die Macht Trump und seine Leute berauscht. Das Ganze wird wahrscheinlich in einem Unglück enden – in großen Protesten und Gewalt, einem Zusammenbruch der internationalen Handelsbeziehungen, dem Kollaps der wichtigsten Bündnisse und vielleicht sogar einem oder mehreren neuen Kriegen (vielleicht sogar mit China). Es wäre nicht im Geringsten überraschend, wenn diese Amtszeit nicht in vier oder acht Jahren endet, sondern schon früher, durch ein Impeachment-Verfahren oder eine Amtsenthebung nach dem 25. Verfassungszusatz. Je früher die Amerikaner sich an diese Wahrscheinlichkeiten gewöhnen, desto besser.

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          Übung in moralischer Selbstzerstörung

          Die Frage ist: Was sollten die Amerikaner deshalb tun? All die Freunde, die immer noch darüber nachdenken, als politische Entsandte in Trumps Regierung zu arbeiten, sollten gewarnt sein: Seid wachsam. Wenn man seine Seele an den Teufel verkauft, holt er sich das Geld auf Raten wieder zurück. Dass Trump sowohl seinen Verteidigungsminister Mattis als auch seinen designierten Außenminister Tillerson missachtet, wie seine verheerenden politischen Salvenschüsse in dieser Woche gezeigt haben, und ihnen seine Berater im Weißen Haus vorzieht, lässt keinen Zweifel daran, wer wirklich die Macht hat. Sich mit diesen Leuten einzulassen wird selbst für die stärksten Charaktere zu einer Übung in moralischer Selbstzerstörung.

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